Kapitel 32 - Merlins Chroniken

16 1 0
                                        


Sie versammelten sich mit Albus Dumbledore, der sich sehr verändert hatte. Seine schlichte Kleidung passte ihm nun und er hatte sich die Haare geschnitten und den Bart ordentlich gestutzt.

Es standen bereits alle im Kreis um das Sternengebilde herum, das über ihren Köpfen schwebte. Von den Professoren, über die Lehrer, der Schulleiterin, Draco, Madame Pomfrey und der Hausmeister. Alle Weasleys waren da und sogar Charlie, der zurückgekehrt war, stand dicht neben Tristaria, die es sehr zu genießen schien. Sogar einige Hauselfen saßen bei ihnen und hörten aufmerksam zu, was Albus zu sagen hatte, der Alvina und Severus einen prüfenden, nachdenklichen Blick schenkte.

Alvina lief sofort rot an, weil sie sich noch nicht daran gewöhnt hatte, dass dieser Mann ihr Vater war. Dumbledore selbst und auch wenn er jung war, mehr Weisheit besaß, als jeder andere.

„Tom hat es nie wirklich verstanden. Das, wonach er am meisten gestrebt hat, war Macht und Unsterblichkeit. Welchen Preis er jedoch dafür zahlen muss, war ihm nicht klar. Schon das Märchen der drei Brüder zeigt deutlich, dass der Tod tückisch ist. Als er den drei jungen Zauberern ihre Geschenke gab, wollte er sie nicht belohnen, sondern in die Irre führen. Er versprach ihnen Macht und Unsterblichkeit, doch was sie am Ende bekamen, war ein schlimmeres Schicksal, als das, was sie hätte ereilen sollen, wären sie in den Fluss gestürzt. Der Tod lockt uns alle mit reizvollen Dingen, die wir über alles begehren, doch das, was er von uns fordert, ist es niemals wert.

Tom war ein kleiner, verwaister Junge, der unter schrecklichen Umständen groß geworden ist, denn er konnte seine ungewöhnlich starken Kräfte kaum kontrollieren, so dass die Muggel sich vor ihm fürchteten. Sie sperrten ihn wie ein wildes, unbändiges Tier in eine Anstalt, wo sein Wahnsinn in der Isolation zunahm und seine Seele unheilbaren Schaden nahm. Es ist ein furchtbares Drama, denn er war unglaublich stark, intelligent und zielstrebig. Wäre er in bessere Umstände hinein geboren worden, wäre aus ihm wahrlich ein starker, guter Zauberer geworden.", setzte Albus an und sah zu den anderen Hexen und Zauberern, die zum Teil immer noch nicht fassen konnten, dass es wirklich der echte Dumbledore war.

„Tom dachte, wenn er seine Seele sieben Mal spaltet und den Elderstab bekommt, wird er der mächtigste Zauberer aller Zeiten und niemand reicht an ihn heran. Er wollte seinem Schicksal, das er so viele Jahre hatte aushalten müssen, entkommen. Doch mit jedem Mal, als er jemanden tötete, um seine Seele zu spalten, verlor er auch ein Stück, das er an einen Gegenstand hängte. Es ist sehr schmerzhaft, denn es zerreißt die Seele und die Schuld, die man dadurch auf sich lädt, wehrt ewig. Am Ende war nicht mehr viel davon übrig und die Ganzheit seines Innersten war ihm für immer verloren gegangen. Er verfiel der dunklen Seite mit jeder Spaltung immer mehr, denn sie führen zu Löchern in der Seele, die mit nichts zu füllen waren, bis er nicht mehr fühlen und lieben konnte. Allein sein Hass und seine Gier nahm Überhand und kontrollierte seine Gedanken. Er hatte sich selbst verloren und getötet, indem er sich unsterblich gemacht hat. So ist Tom zu Voldemort geworden. Einer verstümmelten, finsteren Seele. Dem Tod näher, als dem Leben. Es ist nie ganz klar gewesen, warum er sich ausschließlich auf den Elderstab fixiert hat und die anderen Heiligtümer vernachlässigte. Doch ich denke, er wusste nichts von ihnen. Und ich bin froh darum, dass es so war."

„Das klingt alles ziemlich finster!", sagte Alvina traurig und war erfüllt von Mitleid für Tom.

„Tom hatte ohne jeden Zweifel die Gabe, ein großer Zauberer zu sein, doch durch seine schreckliche Kindheit, seine Isolation, die er durch die Muggel erfahren hat, weil sie ihn nicht verstanden haben, ist er dem Wahnsinn anheim gefallen. Er konnte niemals etwas mit Liebe und Güte anfangen, weil er sie nie erlebt hatte. Ich habe versucht dieses Loch in ihm zu schließen, indem ich versuchte, an ihn zu glauben und ihm zu zeigen, dass er etwas Besonderes ist. Doch das war zu spät. Alles, was er durch die Zerstörung seiner eigenen Seele hervorgerufen hat, war Gier, Geiz, Hass, Gewalt, Jähzorn, Eifersucht, Neid und Missgunst. Es gab nichts anderes mehr in ihm. Doch der Tod ist niemals so stark, wie das Leben selbst. Selbst wenn er denkt, er habe nun alles in seinem Griff, die Welt voller Angst und Verzweiflung ist, kommt ein kleines Licht der Hoffnung, das den Tod in die Knie zwingt. So war es schon immer und so wird es auch immer bleiben."

Alvina McGonagall - vor dem letzten KapitelGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt