Kapitel 19 - Lucius Malfoy

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Das Erste, was geschah, war die Dunkelheit. Es war, als würde mit einem Mal eine rasche Sonnenfinsternis aufziehen, die jedoch nicht nur einen kleinen Teil des Lichts verschluckte, sondern beinahe alles. Alvina trat schnell zum Fenster und sah an den Morgenhimmel, der von einem Moment zum anderen so mit Wolken behangen war, dass es wie ein schwerer Sturm schien. Rund um das Schloss explodierten schwarze Nebelwolken, die Hogwarts verfinsterten.

Das Zweite war ein fürchterliches Heulen, wie das eines wütenden Wolfes, doch ging es fiel mehr durch Mark und Bein. Der Klang, lang und gefährlich, war überall zu hören und erfüllte die Luft mit Furcht.

Und dann spürte man ein ganz weit entferntes Zittern, als hätte jemand etwas gegen die dicken Mauern des Schlosses geworfen. Man konnte es kaum spüren, doch ließ es den Kronleuchter klimpern, wie auch die Tassen und Teller, die in dem Schrank von Dumbledore aufbewahrt waren.

Alvina sah sich um und merkte, dass sie sich sehr fürchtete, denn sie wusste nicht, was geschah.

Severus kam auf sie zu und griff nach ihrer Hand, was Alvina erstarren ließ, denn sonst mied er es bestimmt, sie berühren zu müssen. Mit großen Augen wand sie ihren Blick von ihrer Hand, die fest umschlossen war zu seinem Gesicht, das sie ernst, beinahe angsterfüllt ansah.

„Du musst mir jetzt vertrauen!", sagte er entschlossen und so durchdringlich, dass es wie eine Drohung klang. Langsam fing sie an zu verstehen, was gerade geschah und auch, dass er mit der Aufforderung, ihm zu vertrauen, auch meinte, auf seiner Seite zu stehen, egal, was geschehen würde. Sie spürte, wie ihr But heiß durch ihren Körper pulsierte, während eine Angst sie innerlich zu ersticken schien.

Dass Professor Snape sie an der Hand genommen und sie gebeten hatte, ihm zu vertrauen, war in diesem Moment das Einzige, an das sie sich klammern konnte. Sie legte ihre Hand entschieden auf die seine, sah ihn an und sprach fester, als erwartet: „Ich habe dir schon immer Vertraut!"

Für einen Moment schien es ihn zu verwundern, doch wurden sie durch die nächste Erschütterung zurück in den Moment gerissen. Hektisch sahen sie sich um, während die gläsernen Behälter durch das Beben wie tausende Glöckchen erklangen.

„Du musst die ganze Zeit bei mir bleiben. Sag nichts und tu nichts, egal was passiert. Ich werde dich mit aller Kraft beschützen!", sprach er erneut zu ihr und versuchte es ihr eindrücklich zu versichern. Es schien ihr, als würde nun etwas Schreckliches geschehen und allein ihr Vertrauen auf Professor Snape würde entscheidend sein. Eifrig nickte sie ihm zu, schreckte jedoch zusammen, als sie das nächste Beben spürte.

„Wir müssen hier raus. Das hier ist der gefährlichste Ort, an dem du jetzt sein könntest.", erklärte er und trat die ersten Schritte zur Tür, ohne ihre Hand los zu lassen.

„Was ist hier los?", fragte sie panisch.

„Ich denke, sie kommen deinetwegen. Und die Schutzmauer ist noch nicht stark genug, um sie abzuhalten.", erklärte er, zog seinen Zauberstab und ging voraus.

„Meinetwegen? Warum?", fragte sie verwirrt, doch darauf bekam keine Antwort mehr.

Schnell eilten sie aus dem Nordturm heraus und rannten so schnell sie konnten, die Flure mit erhobenen Zauberstäben entlang. Es gab ihr Sicherheit, dass er sie führte, aber auch, dass er deutlich zeigte, wie wichtig es ihm war, sie zu beschützen. Für einen winzigen, kleinen Moment wünschte sie sich, dass er es nicht tat, weil Dumbledore es verlangte, sondern weil es ihm um sie allein ging. Dass er sie beschützte, weil er sie gern hatte.

Die Gemälde in den Fluren und Gängen sahen ihnen verunsichert und überrascht hinterher, während man ihnen ansehen konnte, wie panisch sie waren. Wieder ertönte das furchtbare Geheul, das Alvina mit einer Gänsehaut überzog und sie sich am liebsten die Ohren zu gehalten hätte.

Alvina McGonagall - vor dem letzten KapitelGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt