Es waren nun viereinhalb Stunden verstrichen und weder von Minerva McGonagall, noch von Lupin war eine Spur zu erkennen. Während Tristaria verschwunden blieb, ging Alvina in Dumbledores Büro auf und ab. Sie war dort, da es der einzige Raum war, an dem sie für sich alleine sein und nachdenken konnte. Es dämmerte und mittlerweile prasselte ein dichter, starker Regen an die großen Fenster.
Die überwältigende Freunde, die sie gespürt hatte, als sie beobachtet hatte, wie Charlie und Tristaria sich anhimmelten, war vollkommen vergessen.
Sie hielt es nicht mehr lange aus, während sie wieder die ganze Zeit das Phönixei in der Hand wendete. Sie hatte das Gefühl, dass es sie beruhigte und ihr Kraft gab, alles durchzustehen. Außerdem hoffte sie darauf, dass sie gespürt hätte, wenn es eine schreckliche Idee gewesen war, Lupin hinaus zu schicken. Doch auch wenn sie sich schreckliche Sorgen machte, wusste sie, dass es das Richtige gewesen war.
Würde sie das Phönixei überhaupt jemals verschenken können? Wer hatte es verdient, dass man sein Leben verlängerte und bei wem hätte es den größten Nutzen für alle? War ihre Mutter möglicherweise wirklich die beste Wahl? Sie war schlau, weise, eine sehr gute Professorin und Schulleiterin. Außerdem setzte sie sich für das Gute ein, hatte bereits zwei Zaubererkriege überstanden, war der ersten Armee von Dumbledore beigetreten und mehrere Male ihr Leben für das Gute eingesetzt. Kaum einer setzte sich so sehr für die Schüler und ihren Schutz ein, aber auch für ihre magische Entwicklung. Sie hatte zwei Mal die Liebe ihres Lebens verloren und hätte nochmal versuchen können, ihr Glück zu finden. Würde sie nochmal Zeit geschenkt bekommen, würde die magische Welt zu einer Besseren werden. Dessen war Alvina sich bewusst.
Würde sie nochmal so jung werden, wie Alvina, fünfundzwanzig, wäre sie nicht nur die jüngste Schulleiterin aller Zeiten, sondern hätte auch noch mal möglicherweise hundert Jahre, in denen sie die Schule führen, leiten und schützen konnte.
Doch sie musste bei dem Gedanken grinsen, als sie sich vorstellte, dass ihre Mutter, die bereits vierundsiebzig Jahre alt war, genau so alt wäre, wie Alvina selbst. Sie wären wohl eher beste Freundinnen, als dass sie Mutter und Tochter wären.
Und dann kam es ihr wie ein Blitz, der sie durchzuckte. Nochmal fünfundzwanzig. Die Person, der Alvina das Ei schenken würde, wäre dann genau so alt, wie sie selbst.
Zum ersten Mal spürte sie eine sich anbahnende Gewissheit, jemandem begegnet zu sein, dem sie dieses Geschenk machen könnte.
Jemandem mit außergewöhnlichen magischen Fähigkeiten, jemandem voller Weisheit und der sein Leben mehrere Male für das größere Wohl hingegeben hatte. Jemandem, der das Richtige tat, auch wenn es nach Außen hin wie ein Verrat aussah., auch wenn es das Innere zerstörte und jemand, der mehr ertragen hatte, als jeder andere es geschafft hätte. Jemand, der auf Albus Dumbledores Seite stand und dieser ihm blind vertraut hatte.
Als hätte sie Angst, jemand könnte ihre Gedanken lesen, sah sie Carter an. Sie stellte sich vor, dass Professor Snape nur etwas älter wäre, als der fähigste und talentierteste Zauberer seiner Zeit.
Konnte es möglicherweise stimme, was sie gesagt hatten? Dass Severus in ihr nicht nur eine Schutzbefohlene sah, die er, wie es seine Art war, beschützte, weil es ihm von Dumbledore aufgetragen wurde?
‚Wäre er nicht hundert Jahre älter, als du...' hatte Tristaria gesagt. Tristaria. Die Hexe, die sich seit ihrer kleinsten Kindheit vor Severus Snape fürchtete und ihn verabscheute.
Sie hatten Recht gehabt, als sie sagten, dass Alvina Severus mehr vertraute, als jedem anderen. Sie war zu ihm gerannt, als sie angegriffen wurde. Er beschützte sie und vertraute ihr Dinge an, von denen sonst niemand wusste. Er hatte sie mit in den schwarzen Nebel genommen, um ihr zu zeigen, wo er war.
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Alvina McGonagall - vor dem letzten Kapitel
FanfictionWas geschah eigentlich zwischen dem vorletzten Kapitel und dem letzten Kapitel? Elf Jahre nach dem Ende des zweiten Zaubererkrieges kommt eine Hexe nach Hogwarts. Jedoch nicht als Schülerin, sondern als Lehrerin. Und sie hatte etwas ganz Besonderes...
