Kapitel 4 - Die Bibliothek

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Auch in den nächsten Wochen veränderte sich sein Verhalten in Alvinas Unterricht nicht. Er kam und legte seinen Zauberstab provokant auf den Tisch, sprach nicht, sah niemanden an und schrieb nicht eine einzige Sache auf. Er nahm kein Buch zur Hand und keine Feder. Er kam, setzte sich an einen leeren Platz und verließ ihn nach der Stunde wieder.

Alvina notierte sich jedes Mal eine Arbeitsverweigerung und unterrichte weiter, ohne ihm irgendwelche Aufmerksamkeit zu schenken. Sie versuchte nicht einmal mit ihm zu sprechen, oder ihn zu irgendwas zu überreden.

In den ersten Stunden gab es noch drei weitere Schüler, die aus Solidarität ihre Zauberstäbe auf dem Tisch liegen ließen, doch mit der Zeit verschwanden auch diese im Schrank. Sie bemerkten, dass es keinen Unterschied machte, ob sie auf dem Tisch lagen, oder im Schrank. Denn sie benutzten diese nicht. Es brachte ihnen nur schlechte Noten ein und da ein Hufflepuff nicht nur loyal, sondern auch gewissenhaft und fleißig war, war es ihnen diese Nachteile nicht wert. Hin und wieder stupste ein Freund Teddy an, um ihn zu überreden, wenigstens den Zauberstab weg zu legen, wenn er schon nicht mit machte, doch er blieb äußerst hartnäckig.

Als sie an einem lauen Abend suchte Alvina ihre Freunde, doch sie waren einfach nicht zu finden, bis sie hinaus auf die große Wiese zwischen dem Schloss und dem Quidditchfeld ging und sah, wie die drei im Kreis standen und etwas zwischen sich hin und her warfen.

Neugierig trat sie zu ihnen und es dauerte eine Weile, bis sie sie bemerkten.

„Was macht ihr denn hier?", fragte Alvina verwundert und in dem Moment verschwand der leuchtende Ball, als wäre er verglüht.

„Dirigentes!", erklärte Neal und strahlte sie mit einem Mal so sehr an, als habe er nur darauf gewartet, dass sie käme. Irgendwas löste es in ihm aus, so dass er sofort zu ihr gelaufen kam und sie am Arm zu ihnen rüber zog.

„Das haben wir uns in unserer Schulzeit selbst überlegt, weil Tristaria und Carter nicht so gerne Quidditch spielen."

„Du bist halt doch irgendwie ein Erfinder.", sagte Alvina lachend und zwinkerte Neal zu der mit den Augen rollte.

„Das ist doch kein Erfinden."

„Nenn es, wie du willst. Aber auch für sowas braucht man Talent und Kreativität, Neal. Du bist ein Erfinder.", beteuerte sie mit erhobenem Zeigefinger, doch er wollte nichts darüber hören.

Dass Alvina da war, hatte irgendwas in ihm ausgelöst und sie würde gleich im nächsten Moment herausfinden, was es war.

„Du kommst genau richtig. Wir spielen es immer nur zu dritt, aber ich glaube, so richtig gut wird es erst, wenn man zu viert spielt. Zwei gegen zwei."

„Was? Ich weiß nicht einmal wie es geht!", wandte sie lachend ein, doch das hielt Neal nicht auf.

„Wir bringen es dir bei!", sagte er und stellte sich zu ihr, während Tristaria und Carter ihnen gegenüber standen und dabei ein breites Lächeln im Gesicht hatten.

„Die Spielregeln sind einfach. Es ist ein Geschwindigkeitsspiel. Wir stehen uns gegenüber und werfen eine Lichtkugel hin und her. Das Ziel ist es, die Kugel mit dem Zauberstab aufzufangen und dann zum nächsten Spieler zu schlagen. Dabei muss aber der Abstand immer größer werden und der Ball muss immer schneller geschossen werden. Wir versuchen jedes Mal so weit zu kommen, wie noch nie zuvor.", erklärte er und sagte dann: „!"

Sofort erschien über der Spitze seines Zauberstabs eine leuchtende Kugel, so groß wie ein Hühnerei.

Er schwang den Stab und die Kugel flippte zu Carter rüber, der sie mit Leichtigkeit auffing und dann zu Tristaria rüber flippte, die dasselbe tat und es wieder zu Neal springen ließ.

Alvina McGonagall - vor dem letzten KapitelGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt