Kapitel 15 - Der Halbriese im Wald

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Nachdem sie sich ins Schloss geschlichen hatten, was verdächtig genau wirkte, sie aber von niemandem gesehen wurden, ließen sie sich in Alvinas Gemächern auf ihr Sofa fallen und eine ganze Weile sagte niemand etwas. Es verging eine ganze Stunde, bis Tristaria die erste Frage stellte. Und das war die Frage, über die wohl alle nachdachten, sich jedoch niemand erklären konnte. Und Alvina wusste, dass sich, wenn sie die Antwort gegeben hätte, alles anders werden würde.

„Wie kann es sein, dass du so stark bist? Ich dachte, du bist allein im Wald aufgewachsen und warst niemals an einer Schule. Wie kann man da sowas lernen?", fragte sie erstaunt und sah Alvina an.

Auch Neal und Carter fixierten sie mit ihren Blicken und warteten gespannt auf die Antwort.

Um das zu erklären, musste Alvina weit ausholen und sie war froh, dass sie das endlich jemandem erzählen konnte. Denn niemand wusste eigentlich, wer sie wirklich war. Sie sahen sie als Tochter der Schulleiterin und als junge Hexe, die Zauberstabkunde unterrichtete, ohne Magie zu benutzen.

Das Duell gegen Harry hatte ihnen vielleicht den Blick etwas geändert, jedoch haben sie trotzdem nie verstanden, wer sie wirklich war.

„Ich war acht Jahre alt, als meine Mutter plötzlich ins Haus stürmte und meinte, ich könne nicht mehr bei ihr bleiben. Ich musste fliehen, weil ein dunkler Lord im Begriff war, wieder zu Kräften zu kommen. Sie sagte, dass sie bereits lange damit gerechnet hatten, dass er eines Tages wieder kommen würde und dass nun der Tag gekommen war und sie mich nun in Sicherheit bringen mussten. Ich kam bei einer Freundin meiner Mutter unter, die in einem anderen Land mitten im Wald in einer kleinen Hütte lebte. Sie hieß Miss Plumbskin und nahm mich auf. Meine Mutter sagte immer, dass ich als Tochter der Schulleiterin in großer Gefahr war. Sollte einer der Todesser herausfinden, dass es mich gab, wäre ich für sie von großem Wert, denn sie konnten mich gegen Hogwarts einsetzen. Also sollte Miss Plumbskin mir beibringen, mich gegen Todesser zu verteidigen. Sie bekam sogar den Auftrag, mich so hart zu trainieren, dass ich mich im Notfall gegen Voldemort selbst wehren und ihn töten könnte. Also erzählten sie mir alles darüber, was in Hogwarts geschah und ich wusste, in welch großer Gefahr wir alle steckten. Sie erzählten mir alles über Harry, weil sie hofften, dass ich, sollte er Hilfe brauchen, zu ihm stoßen könnte. Ich kam mir manchmal vor, wie eine Geheimwaffe, die mitten im Verborgenen in einem fernen Land ausgebildet wurde.

Da ich erst mit meiner Volljährigkeit einen Zauberstab benutzen durfte, weil ich nicht an einer Schule für Hexerei und Zauberei war, musste ich lernen, meine Magie ohne Zauberstab zu kontrollieren. Wir waren jeden Tag mitten im Wald und ich sollte versuchen, die Magie in mir zu finden. Irgendwann sollte ich sie beeinflussen, bis ich sie dann ohne Zauberstab gezielt einsetzen konnte. Das war ein anstrengender Weg, der sich über mehrere Jahre erstreckte, doch irgendwann habe ich versehentlich einen Baum in Brand gesetzt. Später konnte ich einen Baum umkippen lassen, ihn dann jedoch aufgefangen, so dass er nicht auf den Boden aufschlug. Ich konnte den Wind in meiner direkten Umgebung beeinflussen, ihn lenken und habe durch Rascheln in den Bäumen Eichhörnchen erschreckt.

Miss Plumbskin sagte immer, dass selbst der ungeschickteste, schwächste Zauberer mit einem Zauberstab etwas bewirken konnte. Die wahre Kunst lag darin, die Magie, die in einem lag, ohne Zauberstab zu benutzen. Da ich es sowieso nicht durfte, musste ich lernen, meine Magie anders zu gebrauchen. Ich glaube, dass gerade das mich so stark gemacht hat, denn als ich einen Zauberstab bekommen habe, wusste ich schon, wie man Magie anwendet. Parallel zu meinen Übungen im Wald musste ich alle Bücher der Hogwartsschule lesen und lernen. Mir wurden dieselben Prüfungen gestellt und Miss Plumbskin bewertete mich extrem hart. Alles, was schlechter war, als Erwartungen übertroffen, musste ich wiederholen, bis ich es konnte. Deswegen kannte ich auch alle Zaubersprüche, als ich dann endlich meinen Stab bekam. Vorher hatte ich nur mit einer Attrappe gelernt, wie man die Bewegungen nachmachte und einen Zauberstab benutzte.

Alvina McGonagall - vor dem letzten KapitelGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt