Kapitel 9

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Niall hatte schon am gestrigen Abend seine Tasche gepackt und die Nervosität wuchs von Minute zu Minute. Die letzten Minuten Arbeit mussten endlich vorüber gehen, damit er wieder zu dem Ort fahren konnte, der ihn gleichzeitig anzog, aber auch abschreckte.

„Mann, pass doch auf!", rief sein Kollege, als er fast in den Farbeimer trat, während er von der Leiter stieg.

„Mit dir ist heute echt nichts mehr anzufangen.", der Geselle lachte und schüttelte den Kopf.

„Sorry, bin durch den Wind gerade.", entschuldigte sich der Blonde und schloss mit dem Deckel den Eimer, um am Montag weiterzumachen.

„Komm, lass uns die Farbrollen auswaschen und dann ab ins Wochenende."

XXX

Nachdem er sich umgezogen hatte, saß er nun im Auto und klopfte nervös mit seinen Fingern auf dem Lenkrad herum.

Harry hatte ihm am Mittwoch eine Nachricht geschrieben mit Dingen, die er mitbringen sollte. Alles hatte er sorgfältig eingepackt und noch dreimal überprüft. Er wollte sich wegen so etwas keine Strafe einfangen, denn die Worte von Liam und der Ausdruck in seinen Augen waren ihm noch immer Warnung genug.

Als er den Berg hinauffuhr, durchlief ihn bereits dieses unglaubliche Kribbeln, Aufregung gepaart mit Angst und einer Art... seine Gedanken stockten, Erregung?

Er schüttelte den Kopf und parkte auf dem gleichen Parkplatz, auf dem er auch beim letzten Mal schon gestanden hatte.

Sein Herz schlug ihm schon wieder bis zum Hals, als er ausstieg und die Reisetasche aus dem Kofferraum nahm.

Mit langen Schritten ging er auf die Tür zu und schloss die Augen, als er den Klingelknopf betätigte.

Harry,der Niall schon kommen sehen hatte, ließ ihn extra lange an der Tür warten. Ihm war klar, dass der Junge vermutlich vor Aufregung einen halben Herzinfarkt hatte, aber das war gut so.

Langsam öffnete er die Tür und die Augen des Neulings waren weit aufgerissen, bevor er den Blick respektvoll senkte.

Harry nickte zufrieden und sagte leise. „Ich freu mich, dass du da bist, Niall. Komm rein."

Als der Kleinere vorbei gehen wollte, griff er ihn an den Schultern, drückte ihm einen Kuss auf die Stirn und registrierte wohlwollend das Lächeln, das sich auf den Lippen des Jüngeren bildete.

„Bring deine Tasche in das Sub-Zimmer und dann komm in die Küche und begrüße Louis und Ed.", wies Harry an und Niall folgte natürlich direkt seinen Anweisungen.

Als er in das Zimmer kam, in dem sie letztes Mal zu viert geschlafen hatten, sah er, dass nur noch eine Matratze am Boden lag, die mit Bettwäsche ausgestattet war.

Dazu war bereits eine Flasche Wasser und ein Paket mit Pralinen daneben gestellt worden.

„Wie lieb.", sagte der Blonde und beeilte sich das Halsband hervor zu kramen und es anzulegen.

Er wollte sofort seinen guten Willen zeigen, wollte zeigen, dass er Harrys Anweisungen ernst nahm, auch wenn er das mit dem fast Nacktsein nicht konnte.

XXX

Harry saß neben Louis und beide tranken entspannt ihren Kaffee und blickten zur Tür.

Niall ließ sich Zeit, aber das war für den Schwarzhaarigen auch in Ordnung. Er hatte ihm keine Zeitvorgabe gemacht und vermutlich brauchte er den Moment für sich, um sich zu sammeln.

„Brauchst du mich noch?", Ed hatte ein paar kleine Snacks auf den Küchentisch gestellt und stand mit gesenktem Kopf vor Harry.

„Nein, vielen Dank Ed. Sag Niall noch hallo und dann kannst du zu deinen Eltern fahren."

Ligatus - Larry Stylinson AUGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt