Kapitel 16

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Sie saßen schon eine Weile im Auto und Ed fuhr sich immer wieder nervös durch die Haare.

„Dir kann nichts passieren, wenn ich dabei bin.", sagte der Große und griff nach der linken Hand des Kleineren. „Wir klären das."

Eds Herz raste, als sie mit dem großen Pick-Up auf die Auffahrt seines Elternhauses fuhren.

„Schau mich an.", Harry griff nach Eds Kinn, sah ihm in die Augen. „Du brauchst keine Angst zu haben. Nicht, solange ich bei dir bin und die Verantwortung für dich trage.", er ließ das Kinn los und stieg aus.

Ed krabbelte ebenfalls aus dem Truck und sie gingen nebeneinander auf die Haustür zu.

„Drück den Knopf.", herrschte Harry den Kleinen an und dieser atmete einmal tief durch und klingelte.

Sie hörten schnelle Schritte und Sekunden später öffnete Eds Mutter die Tür.

„Du bist zurückgekommen.", sagte sie leise, lächelte und sah dann Harry schräg hinter ihm stehen.

„Wir müssen mit ihnen reden.", der Schwarzhaarige bemühte sich mit aller Macht um eine neutrale Stimmlage, auch wenn er der Frau vor sich zu gern die Meinung gesagt hätte. Aber sie war nicht das Problem, sondern ihr Mann.

„Kommt rein.", sagte sie, deutete an sich vorbei. Harry drückte Ed vorwärts und nickte der Mutter im Vorbeigehen zu.

„Setzt euch, dein Vater ist nicht da.", die blauen Augen, die Ed scheinbar tatsächlich von seiner Mutter geerbt hatte, sahen erleichtert aus.

„Ich weiß, warum sie mitgekommen sind.", sie sah Harry direkt an, schien keine Probleme mit seiner Ausstrahlung zu haben.

„Ja?", fragte er und sie nickte. „Es tut mir so unendlich leid, was gestern passiert ist und auch ich hatte danach noch einen riesigen Streit mit meinem Mann.", begann sie und sah die beiden Männer zerknirscht an.

„Ich finde es auch, na ja...", sie stockte und blickte auf ihre Füße, gewöhnungsbedürftig, wie ihr lebt und was ihr eure Leidenschaft nennt. Aber ich bin der Meinung, wenn es meinen Jungen glücklich macht, dann ist es richtig, dann darf ich mich nicht dagegenstellen."

Der Schwarzhaarige sah die Frau überrascht an, damit hätte er so nicht gerechnet.

„Mein Mann ist vom alten Schlag und nachdem Ed nun nicht nur auf Männer steht, was ihm schon schwer genug gefallen ist zu akzeptieren, gefällt es ihm auch noch verprügelt zu werden."

Harry seufzte lautstark auf, schüttelte den Kopf und ließ sich nach hinten fallen.

„Das typische Vorurteil.", sagte er und strich dem Kleineren neben sich liebevoll über den Rücken.

„Das was wir leben ist so viel mehr als das.", sagte er und sah die Frau eindringlich an.

„Ed liebt es die Verantwortung abzugeben, sich fallen zu lassen, sich beschützt und sicher, aufgehoben und geliebt zu fühlen. All das gebe ich ihm und mein Mann inzwischen auch. Natürlich gibt es auch Spiele, die es beinhalten, dass der sogenannte Sub, also der devote Part, geschlagen wird. Aber das auch nur, wenn dieser das auch mag.", er hielt inne und bemerkte, wie die Frau ihn mit großen Augen ansah.

Vielleicht war er auf dem richtigen Weg, wenn sie begriff, was ihre Beziehung ausmachte. Vielleicht nahm das ein wenig die Vorbehalte.

„Das heißt sie verhauen ihn nicht einfach, weil es ihnen Spaß macht?", fragte sie und er lachte tief.

„Sie meinen ich nehme Ed, hänge ihn an die Wand und lasse Frust und Ärger an ihm aus wie an einem Boxsack?", er fixierte ihre Augen und sie hielt seinem Blick noch eine Sekunde stand, ehe sie den Blick senkte.

Ligatus - Larry Stylinson AUGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt