nächtliche Gedanken

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Entgegen ihrer eigenen Erwartungen war Hermine so wirklich schnell und tief eingeschlafen. Doch irgendwann löste sich die Hand von ihr. Remus hatte sie wohl im Schlaf losgelassen. Sofort wälzte sich Hermine unruhig im Bett hin und her und erwachte kurz darauf.

Warum konnte sie schon wieder nicht schlafen? Ein Blick zum Fenster zeigte ihr, dass es noch immer tiefste Nacht war. Doch auch Remus schien ziemlich unruhig zu schlafen. Nur wenige Minuten nach ihr war auch er wach und Hermine hielt förmlich die Luft an.

"Hermine bist du wach?" Seine Stimme klang leise und ziemlich zögerlich. "Ja." Mehr brachte auch sie nicht zu Stande.

"Sind deine Nächte alle so unruhig?" Was sollte sie auf diese Frage denn nun bitte wieder antworten? "Die meisten seit die Kette ab ist." Vielleicht war an diesem Punkt einfach Ehrlichkeit angesagt.

Seufzend richtete sich Remus auf und betrachtete sie eine Weile. Hermine schloss schnell die Augen, da ihr dies relativ unangenehm war. Dann schien Remus zu einem Entschluss gekommen zu sein. "Wäre es ok, wenn ich bei dir schlafe? Also versteh mich nicht falsch. Einfach damit du zur Ruhe kommst. Wir können das Bett ja verbreitern." Unruhig bewegte er sich vor dem Bett hin und her, während Hermines Gesicht vor Scham brannte. 

Doch der Drang nach Schlaf siegte. Nur zögerlich nickte sie und rückte ein Stück nach hinten. Sie hörte wie Remus das Bett magisch verbreiterte und sich langsam auf die Matratze neben ihr nieder ließ. Und erneut hatte Hermine das Gefühl, dass ihr Herzschlag jeden Moment aussetzen würde. 

Sanft umschloss Remus ihre Hand und verschränkte ihr Finger. So war es wohl sicherer, dass er die Hand nicht wegzog, sobald er einschlief. Mit klopfenden Herzen lauschte Hermine noch eine Weile seiner ruhigen Atmung, bis die Müdigkeit schließlich über ihren Kopf siegte.

Als Remus erwachte, spürte er etwas an seiner Nase kitzeln. Irritiert blinzelte er und stellte fest, dass Hermine mittlerweile, mit dem Kopf auf seiner Brust lag. Erschrocken setzte sein Herz einige Takte aus, um dann so laut los zu hämmern, dass er Angst hatte Hermine damit zu wecken. Doch diese schlief tief und fest wie ein Stein.

Wieder kreisten seine Gedanken. Wie hatte sie die letzte Zeit nur ausgehalten? Warum hatte sie nicht gesagt, dass es schlimmer wurde? War ihr seine Nähe so unangenehm, dass dies wirklich die letzte Option für sie war? Oder war Hermine einfach nur zu schüchtern, um ihn darauf anzusprechen?

Aber wie immer würde er auf all diese Fragen keine Antwort bekommen. Und warum? Weil er ein Feigling war. Weil er es nicht schaffen würde, ihr auch nur eine dieser Fragen zu stellen. Und weil er sich dann mit seinen eigenen Gefühlen auseinandersetzen müsste. Er konnte definitiv nicht leugnen, wie gut sich das hier anfühlte. Auch wenn sein Kopf schrie, wie falsch es doch war.

Am liebsten würde er Hermine einfach nicht mehr loslassen. Die Nähe zur ihr schenkte ihm eine Ruhe, welche er schon sehr lange nicht mehr verspürt hatte. Was es nur noch gefährlicher machte. Schließlich hatte er sich schon mehr als genug in das Leben der jungen Hexe gedrängt. Er musste sich mal wieder klar machen, dass sie irgendwann gehen würde.

Sie würde einen Mann in ihrem Alter finden und wahrscheinlich selbst irgendwann Kinder haben. Doch dieser Gedanke jagte einen Schmerz durch ihn, den er einfach nicht nachvollziehen konnte.



So wenigstens mal eine kleine Kuscheleinheit ;)

Im Mondschein sieht alles anders ausGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt