Kapitel 13: Das Leiden aller

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Jin's Sicht:

Ich riss schockiert und schwer atmend meine Augen auf. Sofort blickte ich in sechs besorgte und panische Gesichter. Anscheinend hatte ich ihnen allen Sorgen bereitet und Jungkook war wieder wach, denn ansonsten wäre er nicht hier. Was genau war denn passiert? Hab ich etwa jeden geweckt? Sie alle sahen ziemlich blass aus und wirkten traurig, als sie mich so ansahen. Ich wusste ja selbst nicht einmal, was geschehen war und weshalb ich ihnen solche Sorgen machte. Allerdings konnte ich in unseren Maknaes noch etwas anderes erkennen. Alle drei hatten stark gerötete Augen. Ich musste ihnen wirklich Angst gemacht haben. Das war nicht mal mehr meine Absicht, aber weshalb bekam ich diesen Traum? War das die Warnung, wovor mich diese Stimme noch letzte Nacht gewarnt hatte? Ich wusste es leider nicht, aber eines wusste ich dennoch. Ich musste meine Freunde, meine Familienmitglieder, beschützen. Um jeden Preis!

Es war Stille im Raum, die dann aber von einem erleichterten Seufzer von Namjoon durchbrochen wurde. "Dir geht es gut! Ein Glück!" Ich richtete mich langsam auf, dass ich nun einfach nur im Bett saß. Ich betrachtete meine Hände, die vollkommen durchgeschwitzt waren, wie eigentlich mein ganzer Körper auch, wie ich jetzt feststellen musste. "Was ist...eigentlich passiert?" fragte ich, nachdem ich endlich meine Stimme wieder gefunden hatte. "Man, Jin! Du hast uns solche Angst gemacht!" schrie Jimin verzweifelt und hatte sich mir gleich in die Arme geschmissen. Ich fing ihn sofort auf. "Ja, man! Tu uns sowas nie wieder an!" setzte Taehyung dran und sprang mir ebenfalls in die Arme. Irritiert sah ich zu Namjoon. "Ich erklär es dir spater." Ich nickte nur und hielt die beiden einfach nur fest. Automatisch bekam ich das Bild vor Augen, wie Taehyung vor dem Feuer stand und Jimin ihn ansprang, weil er ihn nicht gehen lassen wollte. Das alles hatte sich so real angefühlt. Es ist, als sei es echt gewesen. Allerdings stand der Dorm noch und es roch auch nicht nach Rauch. Das war wohl wirklich nur ein Traum. Dieser Traum war anders als jeder andere Traum, den ich bis jetzt gehabt hatte.

Es dauerte tatsächlich etwas, bis sich Jimin und Taehyung beruhigt hatten, sich entfernten und sich die letzten Tränen wegwischten. "Leute...es tut mir leid euch solche Sorgen gemacht zu haben. Das war keine Absicht!" "Red nicht um den heißen Brei herum! Es ist eben so passiert und niemand kann es rückgängig machen. Du hast es dir schließlich nicht ausgesucht." Überrascht und auch erstaunt sah ich Yoongi an. Das er so weise sprach, hätte ich echt nie von ihn gedacht, aber bei genauerer Betrachtung, sah ich seine geröteten und geschwollenen Augen ebenfalls. Das er weinte, kam nicht sooft vor und wenn er es dennoch tat, dann nur, wenn er alleine war. Deswegen war ich überrascht, dass er ebenfalls in Tränen ausgebrochen war. "Ich geh dann mal wieder." sagte er nur und drehte sich weg, aber auch nur, damit niemand seine neuen Tränen sah. Er verließ einfach mit keinem weiteren Wort das Zimmer.

Ich sah rüber zu Hoseok, der mich nicht einmal angesehen hatte. Ich bekam ein weiteres Bild vor Augen, wie Hobi mich ein letztes Mal anlächelte und dann in den Flammen verschwand. Nein, ich darf nicht mehr daran denken, aber meine Gedanken ließen sich einfach nicht aufhalten oder stoppen.

Hobi bemerkte wohl, dass ich ihn ansah, denn er tat es dann ebenfalls und mein Herz fing automatisch schneller zu schlagen an. "Ruh dich aus, Jin! Das war bestimmt ein heftiger Alptraum. Joon, ich geh dann mal einkaufen, okay?" Namjoon nickte nur. Auch er drehte sich weg und ging. Wie kann es sein, dass ich jeden solche Sorgen bereitet hab und das nur von einem dummen Alptraum? War das so schlimm für alle gewesen?

Mein Blick glitt von der Tür zu Kookie, Tae und Jimin. Kookie schaffte es allerdings nicht ganz sich zu beruhigen, was Tae und Jimin sofort bemerkten und diesen in den Arm nahmen. "Wir sollten gehen, damit sich Kookie beruhigen kann." Ich nickte nur schwach. Sie gingen dann ebenfalls, aber bevor sie verschwanden, hielt ich sie noch einmal auf. "Leute..." Sie drehten sich verwirrt zu mir um. "Danke..." gab ich nur bekannt und lächelte sanft. Sie erwiderten mein Lächeln eher traurig, nickten, schlossen die Tür und gingen dann. Nun war ich mit Namjoon alleine.

Ich sah rüber zu ihn und wartete auf eine Erklärung. Selbst Namjoon war ganz durch den Wind und hatte ebenfalls stark geweint. Er sah sogar noch schlimmer als die anderen aus. "Was...hab ich gemacht?" fragte ich, denn ansonsten würden sie alle nicht so sehr durch den Wind sein. Das würde ansonsten keinen Sinn ergeben. "Weißt du...! Ich wurde wach, als du dich unruhig bewegt hattest. Dann hattest du angefangen leise zu sprechen. Spater hast du geschrien und im Schlaf geweint." Verstehe! Das musste echt schlimm gewesen sein. "Du hast nach uns geschrien. Du hast dich immer heftiger bewegt, dass du fast vom Bett gefallen wärst. Irgendwann hast du sogar um dich geschlagen." Hä, dass hab ich im Traum nicht mal mehr gemacht. "Die anderen wurden davon wach und kamen hier herein gestürmt. Deine Reaktionen wurden immer heftiger. Schließlich hast du erst nach Hobi geschrien, dann nach Kookie, direkt danach auch nach Tae und Jimin und zum Schluss nach Yoongi. Das hatte den anderen extrem mitgenommen, weißt du?" So langsam verstand ich es.

Ich konnte nichts mehr darauf erwidern, was er mir gesagt hatte. Gar nichts! "Weißt du...! Wir sind alle zu so guten Freunden geworden, dass wir alle im Herzen miteinander verbunden sind. Wenn einer leidet, leiden alle. So läuft es bei uns, verstehst du?" Ja, dass hab ich mir schon gedacht. Um zu verhindern, dass es wie in meinem Traum passiert, muss ich aufpassen, dass niemand in der Küche ohne mich kocht. Es musste da durch ausgelöst wurden sein. Von nichts anderem kann es schließlich passiert sein. Aber woher sollte ich auch wissen, wenn es dazu kommt? Das erste Mal könnte auch harmlos sein und beim zweiten Mal brach dann alles in Flammen aus. Wieso kann ich die Zukunft nicht vorhersehen? "Jinnie...gehts dir nicht gut?" fragte mich Namjoon und nahm meine Hand in seiner und drückte sie sanft. Automatisch lehnte ich mich einfach an ihn. Er schloss mich sofort in seine Arme. "Halt mich...und sei still!"

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