Kapitel 28: Ein Teil Wahrheit

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Namjoon's Sicht: (Zwei Wochen später)

Wir kamen mit unserem Ziel kaum voran. Von Tag zu Tag wird es schlimmer und ich kann dagegen nichts tun. Generell schlief ich in den letzten Tagen bei Hobi, da mich Jin ja einfach nicht mehr reinlassen wollte. Die Situation mit ihn war alles andere als leicht. Er wird aus BTS geschmissen und wir konnten nur zusehen. Niemand kam zu ihn durch. Er hat sich komplett von der Welt abgekapselt und verbrachte seinen Tag immer im Zimmer, ohne Essen oder zu Trinken. Das war sehr untypisch. Normalerweise war essen eins seiner Hobbys, aber jetzt aß er gar nichts mehr und ich hab das Gefühl, dass er sich zu Tode hungern wird. Will er denn überhaupt sterben? Ich begreif zurzeit gar nichts mehr. Er war gerade eindeutig in Gefahr und ich kann nichts tun. Er begreif das alles wahrscheinlich gar nicht richtig. Erst vor zwei Nächsten hab ich mitbekommen, wie er aus dem Zimmer kam. Durch die Dunkelheit hab ich ihn nicht richtig erkannt. Er hatte den Dorm wortlos verlassen und kam dann immer schwer atmend und mit zittrigen Beinen einige Stunden später zurück. Uns waren wortwörtlich bei Jin die Hände gebunden.

Aktuell saß ich mit Yoongi in der Küche, während die anderen schon schliefen. Es war schließlich mitten in der Nacht. Keine Lichter waren mehr an. Schließlich wollten wir endlich herausbekommen, was mit Jin nicht in Ordnung war. Ich mache mir mittlerweile soviele Sorgen, dass ich nicht mehr schlafen konnte und Yoongi schien es ähnlich zu gehen. Er wollte mir mit Jin helfen, da Jin ihn ebenfalls wichtig war, wichtiger als er wirklich zugab. Heute würden wir hoffentlich endlich die Wahrheit erfahren, vielleicht, wenn er uns nicht mitbekommen würde.

Wir blieben ruhig, als die Tür mit einem Mal aufging und leise Schritte die Treppe hinunter kamen. "Ich..." War das Jin? Seine Stimme klang so gebrechlich und rau wie schon lange nicht mehr. "...muss es beenden!" Wovon redet er denn da? Fragend sah ich zu Yoongi, doch auch dieser war sehr ahnungslos. Schon erklang die Haustür, die leise ins Schloss fiel. Wir folgten ihn dann schnell aus dem Dorm. Wir mussten unbedingt wissen, wohin er ging.

Wir blieben ruhig und möglich unendeckt, während wir ihn weiter folgten. Als er ab und zu mal in den Licht der Straßenlaternen tritt, konnte man einen Blick auf ihn werfen und ihn besser erkennen. Er war wirklich extrem abgemagert und seine Klamotten waren dreckig und teilweise voller Blut. Er schwankte immer mal wieder leicht hin und her und hatte einen Arm um seinen Magen geschlungen. Hatte er doch Hunger und er quälte sich damit etwas zu essen? Wir durften ihn nicht aus den Augen verlieren.

Mit einem Mal bog er in einer Gasse. Wir beeilten uns, aber das war unnötig, denn er war in der Gasse stehen geblieben. "Hörst du mich? Ich will das alles nicht mehr!" Aus dem Gebüsch kam mit einem Mal ein Typ heraus, der dreckig grinste, aber dabei blieb es nicht. Er hatte Begleitung mit noch zwei anderen Typen, die links und rechts von ihn standen. "Wenn du gehst...dann wird dieses Bild an die Öffentlichkeit kommen und deinen Ruf schädigen. Überleg es dir gut!" Jetzt schien Jin doch wieder zu zögern. Welches Bild war denn gemeint? "Aber ich...will das nicht mehr! Ich wollte es noch nie!" Ich sah zu Yoongi, der genauso wie ich gebannt dem Gespräch lauschte. "Tse, du hast wohl vergessen, mit wem du es zu tun hast!" Schon wurde Jin grob an der Schulter gepackt und gegen die Wand gedrückt. "Überleg es dir gut! Beim nächsten Mal gibt es eine noch viel schlimmere Strafe, hast du gehört?" Jin nickte nur etwas abweisend, bis sie von ihn abließen. "Gut und wehe du erzählst deinen Freunden etwas, denn dann...wird ihnen etwas nicht so unschönes passieren!" Mit den Worten war sie verschwunden und ließen einen weinenden Jin zurück.

Fragend sah ich zu Yoongi. "Er hat uns geschützt." Ja, aber das wird eines Tages sein Grab sein, wenn er uns weiter schützt. Dennoch ertrug ich den Anblick nicht länger, wie er da an der Wand saß und einfach nur bitterlich weinte. "Sorry, Yoongi...aber ich muss für ihn da sein, egal wie er uns behandelt hatte." Yoongi verstand es und hielt mich nicht auf.

Ich kam langsam aus meinem Versteck. "Jin..." fing ich langsam an. Er sah kurz erschrocken zu mir und Yoongi hoch. "Was...Was machst du denn hier?" Ruckartig stand er auf und wollte sich von uns entfernen, aber da brach er mit vielen Schmerzen wieder zusammen. "Jin!!!" Ich eilte ihn zur Hilfe oder hatte es vor, doch da stieß er mich einfach weg. "Bleibt weg von mir!" Ich wollte ihn nur helfen. Er braucht eine Umarmung und nur ich kann ihn die geben. Es war mir egal, was er sagte. Ich war ihn näher gekommen und drückte seine ausgestreckte und leicht knochige Hand nach unten. Er fühlte sich so zerbrechlich an. Er muss unbedingt wieder etwas zu sich nehmen. "Es ist mir egal was du sagst! Ich will für dich da sein! Ich...ertrag es nicht länger dich so zu sehen! Sieh dich doch an! Du brauchst mir nicht zu sagen, dass du keinen Hunger hast. Dich zu Tode zu hungern, wird niemanden Frieden bringen!" "Du hast ja keine Ahnung!" Das reicht mir jetzt! Ich hatte seine Hand genommen und ihn zu mir in die Arme gezogen.

Er verkrampfte sich komplett und wollte sich Anfangs noch dagegen wehren, aber dann ließ er sich einfach fallen und fing stark zu weinen an. Yoongi kniete sich neben uns und strich Jin beruhigend über den Rücken. "Wir sind für dich da, Jin! Du musst nur mit uns reden! Ich bin mir sicher...das du es nicht alleine schaffen kannst! Vertrau uns einfach! Wir sind deine Stütze! Wir wollen dich nicht verlieren!" Er weinte immer stärker und stärker und schluchzte stark auf. So hatte ich ihn noch nie gesehen. Sein ganzer Körper bebte und er tat mir unglaublich leid. Da ich diesen Anblick selbst nicht mehr aushielt, liefen mir nun ebenfalls stumme Tränen über meine Wangen.

Als eine Träne auf sein Haar tropfte, sah er verwirrt zu mir hoch. "Wieso..." Ich wusste was er fragen wollte, aber ich ließ ihn nicht dazu kommen. "Weil ich dich unglaublich vermisst hab und es mir unglaublich weh tut, dich so unglaublich leiden zusehen!" Seine Augen hatten sich ungläubig geweitet und dann sah er rüber zu Yoongi, der ebenfalls stumm einige Tränen vergossen hatte. "Ich...bereite euch allen nur Kummer und Sorgen!" "Aber das beweist doch, dass du uns nicht egal bist!" Da hat Yoongi recht, weshalb Jin es dabei beließ und sich wieder an mich kuschelte. "Danke, Namjoon..." Sein 'Danke' ging mir wortwörtlich ins Herz und ich konnte nur weitere Tränen vergießen. Vielleicht ändert sich jetzt alles. Wir kannten zwar sein wahres Geheimnis nicht, aber hoffentlich konnten wir ihn auch so unterstützen, irgendwie! Darauf hoffte ich.

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