Kapitel 29: Auf den Weg zur Besserung?

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Jin's Sicht:

Ich konnte mich echt glücklich schätzen solche guten Freunde zuhaben. Dennoch wünschte ich mir manchmal in Zeiten wie diesen das ich keine Freunde hätte, denen ich so wichtig wäre. Ob es gut oder schlecht war, würde ich vermutlich noch später sehen. Die anderen hatten uns auch noch beobachtet. Wie wird es erst enden, wenn Namjoon versuchen würde herauszubekommen, was ich alles durchmachen musste? Das traute ich ihn schon zu und damit würde ich mein Todesurteil unterschreiben. Ich wusste allerdings nicht, was sie noch auspackten und ob ich das seelisch noch aushalten könnte. Ich brauchte vermutlich die Unterstützung der anderen.

Wir waren nach einigen Minuten auch schon wieder im Dorm angekommen. Wir gingen nach drinnen, doch schon bald tanzten schwarze Punkte vor meinen Augen und ich drohte gleich umzukippen. "Jin...alles okay?" hörte ich Yoongi fragen und spürte, wie er mich leicht stützte, bis ich auch schon zur Seite kippte und direkt in Yoongi's Armen. "Du bist zu leicht!" Zu leicht? Jetzt musste ich wohl doch etwas essen. "Ich mach ihn schnell was zu essen." hörte ich von Namjoon und ich befürchte schon schlimmes. "Joon, lass es! Es ist besser...wenn Yoongi mir etwas zu essen machen wurde." Sofort fing er zu schmollen an. "Pff, als ob ich nicht kochen könnte!" "Nimm es mir nicht übel, aber das kannst du wirklich nicht!" Immerhin war Yoongi der selben Meinung. "Keine Sorge! Ich mach dir schnell etwas zu essen. Joonie, geht ihr am besten ins Wohnzimmer!" Ich sah ihn nur leicht nicken, bevor er mich anfing zu stützen und mit mir ins Wohnzimmer ging. So hatte ich das Gefühl, dass die Küche nicht in ein Chaos ausbrach.

Wir setzten uns auf die Couch, aber Namjoon ließ mich nicht los. Automatisch wurde ich von Schuldgefühlen geplagt. Ich wollte doch niemanden solche Sorgen bereiten. "Joonie, ich..." Ich stoppte kurz und sah ihn aus tränenden Augen an. Er verstärkte nur die Umarmung. "Ich...liebe dich!" flüsterte ich so leise, dass es fast ein hauchen war. Das er unter Schock stand, konnte ich nachvollziehen. Ich hatte mir vorgenommen meine Probleme hinten anzustellen und weiterzumachen. Meine Probleme waren unwichtig. Sie durften die Band auf keinen Fall belasten. Leider wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass es ein riesiger Fehler gewesen war.

Namjoon sagte zwar nichts, aber er hatte mein Gesicht in seine Hände genommen und streichelte mir über die Wangen. "Ich liebe dich auch...immernoch!" Damit überbrückte er den letzten Abstand und legte seine Lippen sanft auf meine. Es fühlte sich so gut an. Mit einem Mal wurde ich von einer kleinen Sehnsucht überrollt. Ich hatte ihn so sehr vermisst, wie schon lange nicht mehr. Das bewies mir nur, dass ich ihn brauchte. Ich brauchte ihn mehr, als ich wirklich zugeben wollte. Aus diesen sanften und gefühlvollen Kuss wurde bald ein stürmischer Zungenkuss der so voller Sehnsucht war, wie schon lange nicht mehr. Ich wollte nur noch ihn und keinen anderen mehr. Ich wollte endlich dieses widerliche Gefühl losbekommen.

Es dauerte eine Weile, bis wir uns aus Luftmangel lösen mussten und wir uns einfach nur tief in die Augen sahen. Während Namjoon mich zwar warm anlächelte, versuchte ich es ihn nachzutun, aber mein Lächeln fiel immer wieder. Stattdessen rollten mir schon wieder die nächsten Tränen aus meinen Augen. "Ich...! Joonie, es tut mir so leid! Das wollte ich alles nicht! Ich wollte nicht...das ihr alle so leiden müsst! Es war falsch! Das war nicht richtig!" Sein Lächeln fiel zwar, aber im nächsten Moment legte er erneut seine Hand auf meiner Wange und wischte mir sanft die Tränen weg. "Jinnie, dass beweist doch nur, wie wichtig wir dir sind. Schon vergessen? Wir sind eine Familie! Wir leiden miteinander! Das gehört nun einmal dazu und wir wollen dich alle auf keinen Fall verlieren! Du bist ein wunderbarer Freund!" Automatisch kamen mir wieder die Tränen. "Kannst du mir...einen Gefallen tun?" Er wirkte verwirrt, aber nickte dann. "Na klar! Alles was du willst!" Wie sollte ich es nur formulieren?

Bevor ich es richtig formulieren konnte, kam auch schon Yoongi mit dem Essen herein. "Bin soweit!" Aus irgendeinem Grund wurde mir wieder schlecht, als ich das sah, aber ich musste es tun, für Namjoon und die anderen. Ich wollte wieder ein normales Leben führen, doch würde das überhaupt noch funktionieren? "Hier, Jin! Jetzt iss ertsmal! Somit würdest du wieder zu Kräften kommen." Ich nickte ihn leicht lächelnd und dankbar zu. "Ja, danke! Ich bin dir echt dankbar!" Yoongi lächelte nur sanft. "Na dann lasse ich euch mal allein!" Somit war er aus dem Wohnzimmer verschwunden und ließ uns allein.

Ich starrte zurück auf das Essen und automatisch wurde mir etwas schlecht, aber ich musste da jetzt durch. Nur zögerlich nahm ich kleine Bissen zu mir und merkte sofort, wie es mir besser ging. Man merkt eindeutig, dass ich kaum mehr etwas zu mir genommen hatte und es jetzt richtig gut tat. Das Übelkeitsgefühl war sofort verschwunden und den amüsierten Blick von Namjoon ignorierte ich einfach und aß in Binnen zwei Sekunden auch schon alles auf.

Eine Stille war im Raum eingekehrt, bis sie Namjoon aber brach. "Gehts dir besser?" Ich konnte nur nicken. "Ja, ich danke euch! Danke...das ihr mich nicht aufgegeben habt!" Er lächelte nur kurz und nickte dann. "Das tue ich gerne für dich! Um was für einen Gefallen wolltest du mich jetzt eigentlich bitten?" Oh, richtig! Das hätte ich beinahe vergessen, aber kann ich Namjoon dies wirklich einfach fragen? Er würde es doch eines Tages sowieso von selbst wollen und außerdem musste ich dieses ekelhafte Gefühl aus dem Körper bekommen. Dies würde nur mit Namjoon's Hilfe funktionieren. "Bitte, Joonie...nimm mich!" Erst war er verwirrt und sah mich ungläubig an. "Bist du dir da sicher?" Ich nickte nur bekräftigend, bis sich dann langsam ein kleines Grinsen auf seinen Lippen legte. "Gerne! Vielleicht können wir ja wieder von vorne anfangen!" Ich nickte nur bekräftigend und schon hob er mich in Brautstyle hoch. Ich klammerte mich sofort an ihn. "Sicher??" Wieso fragte er mich nochmal? "Sehr sicher! Ich will dich endlich wieder spüren!" Er nickte genüsslich und trug mich hoch in unser gemeinsames Zimmer.

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