Hi zusammen, ich hoffe, hier liest überhaupt noch jemand mit, nach der langen Zeit. Ich bin zurück mit einem recht kurzen Kapitel, aber ich hoffe, ihr freut euch :-)
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Als ich am nächsten Morgen mein Handy einschaltete, erschrak ich kurz – ich hatte mehrere Nachrichten von meiner Mutter, Sophia und Lena. Sie alle sprachen mich auf meine Beziehung zu Valentin an, wollten wissen, was da lief und warum ich ihnen nichts erzählt hatte. Ich fragte mich, woher sie überhaupt davon wussten. Außer Elisa hatte ich bisher niemandem davon erzählt. Lena hatte einen Link mitgeschickt, den ich nun anklickte. Valentin lag neben mir und schlief noch seelenruhig. Der Link führte auf eine beliebte Klatschseite:
Neue Liebe für Valentin Löwenstein?
Es ist wieder Fashion-Week in Berlin und auf den roten Teppichen geben die Promis sich die Klinke in die Hand. Valentin Löwenstein erschien gestern in Begleitung einer unbekannten Blondine – sie soll auf den Namen Julie hören und in einem Berliner Club arbeiten, wo sie auch Valentin und seinen Bruder kennengelernt haben soll. Mehr ist bisher nicht bekannt. Fragen zu seinem Beziehungsstatus wollte der älteste Sohn von Schauspieler Magnus Löwenstein gestern Abend nicht beantworten.
Julie ist die erste Frau, mit der er sich nach der Trennung von Ex-Freundin Jade Dupont im April letzten Jahres in der Öffentlichkeit präsentiert. Wir sind gespannt, ob wie die beiden nun öfter zusammen sehen und ob Julie, die gestern noch recht schüchtern wirkte, bald selbst die Öffentlichkeit sucht.
Ich zog die Stirn kraus, was für ein seltsamer und unnötiger Artikel. Darunter hatten sie ein Foto von uns eingefügt. Wenigstens das sah annehmbar aus. Ich speicherte es ab und schloss den Artikel wieder. Ich wollte gerade Lena zurückschreiben, als Valentin aufwachte. Er blinzelte ein paar Mal. "Guten Morgen", murmelte er dann gähnend und streckte seine Hand nach mir aus. Ich zwang mich zu einem Lächeln. "Guten Morgen!" "Alles in Ordnung?" Wollte er wissen. Ich seufzte, öffnete den Artikel wieder und hielt ihm mein Handy unter die Nase. Er überflog den Artikel und seufzte. "Das war zu erwarten. Ignorier es einfach, die finden schnell eine neue Story, über die sie schreiben können." "Meine Freunde und Familie haben es gelesen und mir geschrieben", erklärte ich. "Oh. Du hast es ihnen noch nicht gesagt?" "Nein", gab ich zu. Valentin schüttelte den Kopf. "Na das hättest du ja auch mal früher sagen können." "Tja, zu spät nehme ich an. Dann sage ich es ihnen eben jetzt. Ich konnte ja nicht ahnen, dass man ernsthaft einen Artikel darüber schreibt." Val nickte und wirkte irgendwie seltsam abwesend. "Ich mache Frühstück", sagte er dann, stand auf und zog sich sein T-Shirt über.
Ich blieb noch kurz im Bett und tippte eine Antwort an Lena. "Hi, sorry, ich hätte es dir natürlich noch erzählt! Es ist alles noch ziemlich frisch, aber ja, Valentin und ich sind zusammen (bitte keine Statements an die Presse :D)! Ist bei dir alles okay? Liebe Grüße :)". Anschließend wählte ich die Nummer meiner Eltern. Es dauerte nicht lange, bis meine Mutter ranging. "Hi Mama", begrüßte ich sie. "Julie?" Sie klang aufgeregt. "Ja." "Wie schön, dass du dich auch mal meldest." Ich seufzte. "Sorry, ich wollte schon die ganze Zeit anrufen." "Wolltest du das?" "Ja." "Es ist nicht besonders schön, wenn man aus der Zeitung von der neuen Beziehung seiner Tochter erfährt", tadelte sie mich. "Das ist also der wahre Grund dafür, warum du nicht aus Berlin weg wolltest?" Ich dachte nach. "Nein, nicht wirklich. Wir sind sehr frisch zusammen." "Und lauft direkt zusammen über den roten Teppich?" Ich seufzte. "Ehrlich gesagt, ich hatte keine Ahnung, dass das so ein Aufsehen erregen würde." Die Vorstellung, dass sich fremde Leute für meine Beziehung interessierten, war absolut surreal für mich. Meine Mutter holte tief Luft. "Julie, ich freue mich für dich, aber denk doch mal an deine Zukunft." "Was soll das denn heißen?" Fragte ich. "Naja, diese Promi-Kinder sind nicht gerade für langlebige Beziehung bekannt und wenn das alles in die Öffentlichkeit gezerrt wird, findest du womöglich nie einen seriösen Job." Ich starrte fassungslos die Wand an. "Das ist alles, worüber du dir Gedanken machst?" "Nein, ich möchte nur, dass du dir das gut überlegst – ich mache mir Sorgen um dich", entgegnete sie. "Tja, vielen Dank, aber das ist nicht nötig", zischte ich und legte auf. Wieso musste sie immer alles ins Negative ziehen?
Ich versuchte, mich zu beruhigen, war aber immer noch aufgebracht, als ich mich zu Valentin an den Küchentisch setzte. Dem blieb meine Laune offenbar nicht verborgen. "Alles gut?" Fragte er. Ich seufzte. "Schon. Meine Mutter macht sich Sorgen." Jetzt grinste er. "Ach, daher hast du das." Ich warf ihm einen finsteren Blick zu. "Schon gut", murmelte er. "Vielleicht hätte ich dich besser darauf vorbereiten sollen, was passiert, wenn wir da zusammen auftauchen. Ich dachte, das wäre dir klar." Ich schüttelte den Kopf. "Es ist einfach ungewohnt für mich. Nervt es dich nicht, wenn dein Privatleben in der Öffentlichkeit diskutiert wird?" "Doch", sagte er. "Aber was soll ich dagegen tun? Es war mein Leben lang so." Ich nickte. Vermutlich musste ich mich daran gewöhnen, wenn ich mit ihm zusammenbleiben wollte – und das wollte ich.
Ich zwang mich zu einem Lächeln. "Themenwechsel: Was machen wir heute?" Fragte ich. Val schien zu überlegen. "Wir können später Essen gehen oder in eine Bar, aber ich muss vorher noch ein bisschen arbeiten." "Woran?" Wollte ich wissen. "Verschiedene Projekte. Ich drehe für eine TV-Show diese Woche und ich muss mich auf ein Casting vorbereiten", erklärte er. "Okay." Sein Leben wirkte so viel spannender als meines. Vielleicht sollte ich mir auch endlich einen anderen Job suchen, dachte ich. "Dann werde ich wohl mal nach Hause fahren", beschloss ich. Val nickte. "Und mach dir nicht so viele Gedanken über diesen doofen Artikel. Wenn wir das umkommentiert lassen, interessieren sie sich bald nicht mehr dafür." Ich nickte. "Ich hoffe, du hast recht", sagte ich und stand auf.
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Neonliebe
Romanzi rosa / ChickLit"Du bist so langweilig", raunte Valentin mir zu. „Langweilig, ich?" Er lehnte sich zurück und stützte sich auf seinen Unterarmen ab, während er mich provokant ansah. „Du bist der Inbegriff von Langeweile." Wie mir dieser Typ und seine Überheblichkei...
