18. Kapitel

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     Zwei Tage waren seit dem schönen Abend vergangen und endlich hatte sich der Wind gelegt und hatte jede Wolke vertrieben, die sich am Himmel getürmt hatte. Strahlend blauer Himmel begrüßte mich an diesem Morgen, als ich aus dem Haus ging, um schwimmen zu gehen.
     Warme Sonnenstrahlen küssten meine Haut und vertrieben die Kälte, die sich in den letzten Tagen dort eingenistet hatte. Mein Strandkleid flatterte in der leichten Sommerbrise, die den salzigen Duft des Meeres herantrug. Dejan hatte nach dem Frühstück noch etwas in der Stadt erledigen wollen, doch ich hatte beschlossen endlich mal schwimmen zu gehen. Das Wetter war stabil und warm und das Wasser rief mich zu sich, wenn ich schon nicht Bootfahren konnte.
     In den letzten zwei Tagen hatte ich mich mit Vaughn getroffen. Entweder in der Stadt auf ein Eis oder bei ihnen auf der Yacht. Dejan hatte nicht mit auf die Yacht kommen wollen. Schon gar nicht, als ich gesagt hatte, dass Rocco kochen würde.

     Ich wusste nicht, was passiert war, als die beiden zusammen gekocht hatten. Ich war zu beschäftigt damit gewesen, auf Vaughn zu achten. Dejan wich dem Thema immer aus, also hatte ich es bleiben lassen.
     Rocco war gestern nicht besser gewesen. Zwar hatte er gefragt, wo Dejan war, doch ich hatte gesagt, dass er nicht hatte kommen wollen. Und das war die pure Wahrheit gewesen, die Rocco nicht einmal überrascht zu haben schien.
     Wieso, konnte ich nicht sagen. Ich wusste nur, dass etwas passiert sein musste. Etwas, von dem mir keiner von beiden etwas sagen wollte.
     Mein Handy klingelte. Ich lächelte, als ich Nix' Namen erscheinen sah und wischte einmal über den Bildschirm, ehe ich mir mein Handy ans Ohr hielt.

     »Guten Morgen, Nix«, grüßte ich sie, während ich weiterlief.
     »Guten Morgen, Fremde.«

     Schuldgefühle nagten an mir, weil ich weder ihr, noch Damir, noch Dardan, noch Mika in den letzten Tagen viel geschrieben hatte. Eigentlich so gut wie fast gar nicht.
     »Tut mir leid. Hier war viel los und... keine Ahnung. Das ist eine schlechte Ausrede. Tut mir«, versuchte ich mich zu erklären.
     »Ich wollte nur wissen, ob es dir gut geht, oder ob du Vaughn schon umgebracht hast und deswegen in einer Zelle sitzt oder so. Hätte ja alles passieren können.«

     Ich lachte. »Nein. Er lebt noch. Wir... er hat sich mir erklärt und ich habe zugestimmt ihm eine Chance zu geben, mein Vertrauen in ihn wieder aufzubauen«, erklärte ich. Als sie gerade Luft holte, fügte ich schnell hinzu: »Was aber nicht heißt, dass wir zusammen sind oder je wieder zusammen sein werden. Momentan sind wir so was wie in der Beginnerphase der Freundschaft.«
     Nix schwieg eine Weile. »Damir hat mir das erklärt. Ich finde es schön, dass du ihm eine Chance gibst. Aber ich weiß nicht, was Vaughn von Freundschaft hält. Ich meine, jeder sieht doch, wie er dich ansieht, Sita. Da ist so viel Liebe in seinem Blick gewesen. Jedes Mal. Selbst wenn du ihn anmotzt hast. Da war dann noch mehr Liebe in seinem Blick.«
     Nix sagte das, was ich bereits wusste. Ich war ja nicht naiv. Ich hatte immer gesehen, wie Vaughn mich angesehen hatte und genau das hatte mich dazu gebracht, flüchten zu wollen. Von ihm fort.
     Weil genau diese Blicke mich damals verzaubert hatten. Genau diese Art. Genau er. Und ich wusste, dass er das noch immer tun konnte, wenn er wollte. Mich verzaubern. Immer und immer wieder.

     Deswegen bewegte ich mich hier ja selbst auf dünnem Eis. Immer und immer wieder. Denn es war gefährlich. In dieser Angelegenheit konnte ich mein Herz verlieren. Wenn nicht sogar noch mehr. Ich konnte alles verlieren was ich hatte. Einfach alles.
     Und daran führte kein Weg vorbei. Nicht, wenn ich ihn immer mehr in mein Herz schloss. Und mein Herz flüsterte mir immer wieder zu, dass er mein Herz nie verlassen hatte.
     »Ich weiß. Das hat er mir aber schon selbst gesagt«, erwiderte ich und spürte, wie ich seufzte. Nix am anderen Ende der Leitung schwieg einen Moment lang.
     »Und was wirst du jetzt dagegen tun? Also was machst du, wenn er dir sagt, dass er nicht mehr mit die befreundet sein kann?«

Das Rätsel des VertrauensGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt