Hinter der Fassade

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Glücklich und relaxed liege ich mit Levi in seinem Bett. Mein nackter Rücken liegt an seiner nackten Brust und während mein Kopf auf seinem rechten Arm liegt, ist sein linker Arm um mich gelegt. Sein Kopf liegt so nahe an meinem, das ich seinen Atem über meinen Nacken kitzeln spüre, während sein linkes Bein nach vorn in meinen verschränkt ist.
Gedankenversunken streiche ich mit meiner rechten Hand über seinen linken Arm und genieße diesen Moment. Jedenfalls für einen Augenblick... Denn dann kommen die Gedanken an die bevorstehende Expedition. Habe ich mich richtig entschieden? Währe es nicht vielleicht doch klüger auf Stohess zu setzten?


Mit müden Augen drehe ich mich jetzt im Bett und stelle fest, dass ich allein bin. Dem Licht nach zu urteilen, musste es noch mitten in der Nacht sein... Also viel zu früh für den Dienst. Suchend sehe ich mich im dunklen Zimmer um und sehe Levi schliesslich nachdenklich aus dem Fenster sehen. Er hatte sich immer noch nichts angezogen und so erlaube ich mir, ihn für einen Moment zu mustern. Als er keine Anstalten macht sich zu bewegen, stehe ich schliesslich auf und gehe auf ihn zu. Auch ich trage immer noch kein Stück Stoff am Leib, während ich mich an seinen Rücken schmiege. Dabei schiebe ich meinen rechten Arm unter seinem hindurch und lege meine Hand zwischen seiner rechten Schulter und Schlüsselbein, während meine linke Hand über seinen Bauch Richtung Brust fährt. Liebevoll küsse ich sein Schulterblatt und mustere seinen nachdenklich Ausdruck. Er kommentiert mein kommen, indem er seine rechte Schulter fallen lässt; seinen Kopf leicht in meine Richtung dreht und mit seiner linken Hand nach meiner rechten greift. Trotzdem löst er den Blick nicht eine Sekunde von seinem Ziel.
"Wenn ich dich darum bitte... Bleibst du dann hier?" fragt er mich plötzlich leise und nachdenklich. Sofort ist mir klar, dass er von der Expedition sprechen musste. Meine Hand verkrampft sich an seiner Schulter und kurz darauf atme ich hörbar aus. "Wenn wir Annie nicht ausserhalb der Mauern zu fassen bekommen, werden durch Erwins Ausweichplan in Stohess unzählige Menschen sterben..." Meine nachdenkliche Stimme wird jetzt gequälter.
"Wenn ich schon nicht die Opfer der Expedition minimieren kann, dann wenigstens..." Levi dreht sich aus meinem Griff, auf mich zu und sieht mich an. Seine Hand rutscht unter mein Ohr und seine Augen liegen fürsorglich auf meinen. "Dann reite wenigstens mit mir!" Ein kleines Lächeln breitet sich bei seinen Worten auf meinen Lippen aus. Natürlich ist mir klar, dass sein Team nach der rechten Flanke am gefährdetsten ist.. Dennoch.. "Niemand anderem würde ich sonst mein Leben anvertrauen.." antworte ich wie selbstverständlich und schenke ihm einen vertrauensvollen Blick ohne den geringsten Zweifel.
Schier fassungslos über meine Worte, zieht er seine Brauen zusammen und schüttelt ungläubig den Kopf. Dabei kann ich förmlich sehen, wie seine Augen nach einem Widerspruch in meiner Miene suchen. Als er keinen zu finden scheint, beugt er sich auf mich zu. Der sanfte Kuss währt nur einen kurzen Augenblick. Dann liegt meine Hand in seinem Nacken und unsere Augen wieder aufeinander. Unabgesprochen hauchen wir nahezu gleichzeitig die selben Worte.
"Ich liebe dich." Das darauf folgende breite Grinsen in seinem Gesicht lässt mich förmlich dahin schmelzen. Es befeuert sofort dieses einzigartige Verlangen nach ihm und so seufze ich genüsslich, als seine andere Hand über meinen nackten Rücken hinunter streicht. Auf einen Schlag kämpft die aufsteigende Hitze in mir gegen den angenehmen kalten Strom auf meinem Rücken. Ein zweiter kribbelnder Strom, ausgelöst von seinem fordernden Zungenkuss, läuft mir den ganzen Körper herunter und hinterlässt eine zarte Gänsehaut auf ihrem Weg. Ich kann hören, wie er scharf die Luft einzieht, als ich mit meiner rechten Hand tief unter seinen Bauchnabel rutsche. Dann küsse ich mich langsam vor ihm herunter und streiche ihm dabei mit der linken über seinen Nippel. Im Gegensatz zum letzten Mal haben wir Zeit.. und die nehme ich mir auch. Endlich kann ich testen was ihm gefällt und was er braucht. Sein schweres Atmen und seine verkrampften Finger, die sich in meine Haaren vergraben, bekräftigen mich in meinem tun. Jetzt kann ich auch kleinere Pausen einlegen um ihn nicht so schnell vom Haken zu lassen.
Als er sich das dritte Mal schwer keuchend zusammen krümmt und sich seine Hände schon fast schmerzhaft in meine Haare krallen, macht mein angeschlagenes Bein nicht mehr mit. Mühsam zwinge ich mich auf die Beine, während Levi völlig ausser Atem an der Wand lehnt. Sichtlich zufrieden mit meinem bisherigen Werk, schmiege ich mich an seinem leicht verschwitzten Körper und küsse sanft seinen Hals.
Konfus wandert sein Blick über mein grinsendes Gesicht, während ich mit meiner Hand auf seiner Brust spüren kann, wie sein Herz rast. Dann küsst er mich hemmungslos und schiebt mich rückwärts Richtung Bett. Soll mir ganz Recht sein, denke ich mir... Auch wenn ich eigentlich noch nicht mit ihm fertig bin. Leicht grob, schubst er mich aufs Bett und nagelt mich mit seinem Körper auf der Matratze fest. Da kommt mir die Erinnerung an eine Technik, die er mir während unseres Trainings beigebracht hatte. Mit Leichtigkeit überrumple ich ihn und tausche so unsere Position. Breitbeinig knie ich vorgehlehnt über seine Hüfte. Mit beiden Händen halte ich seine Brust am Boden, während seine Zunge weiterhin lustvoll mit meiner spielt.
Doch dann löse ich unseren Zungenkuss mit einem leisen stöhnen, als er seine Hüfte vor- und meine, mit beiden Händen zurück schiebt. Augenblicklich ist meine Selbstbeherrschung dahin. Der leichte Vorstoß reicht mir ganz und gar nicht. Ich beisse mir mit geschlossenen Augen auf die Unterlippe und setzte mich auf, um ihn *tief* vordringen zu lassen. Wieder seufze ich genüsslich, als Levi sich gleichzeitig aufsetzt und unser wildes Zungenspiel für einen Moment fortführt. Seine Arme schlingen sich eng um meinen Körper, während ich meine Schläfe schliesslich über seiner Schulter an seinem Kopf lehne. Es ist viel mehr ein harmonisches, sanftes, gleichmässiges und schaukelndes wippen der Hüfte, aber es gibt mir alles was ich brauche. Als mir klar ist, wie kurz ich davor bin, spanne ich meinen Beckenboden an und spüre wie sich als Antwort seine Finger in meine Haut graben. Levis schnelles Keuchen, ein pulsierendes Gefühl in mir und eine letzte Bewegung, lässt das Fass überlaufen. Meine Arme versteifen sich um seine Schulter und mein Kopf rutscht schliesslich erschöpft hinunter, während sich der Strom an Endorphinen durch meinen Körper kämpft.

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Mit geschlossenen Augen drehe ich mich noch etwas müde auf die Seite. Als meine tastende Hand warme freie Haut findet, breitet sich ein schwaches lächeln auf meinem Gesicht aus. Ohne zu zögern kuschle ich mich in seine Schulterbeuge und horche dem tiefen gleichmäßigen Herzschlag, während meine Finger über seine freie Brust streichen. Dann passieren 2 Dinge gleichzeitig. Mein Hirn fängt an zu arbeiten und wundert sich über die Helligkeit im Zimmer, während jemand wild an die Tür klopft. "Hauptgefreiter?" höre ich Petras Stimme und schrecke genauso auf, wie Levi neben mir. "Ja?.." Müde setzt er sich an die Bettkante und reibt sich mit den Fingern einer Hand über die Augen. "Sie sind nicht zum Frühstück erschienen und das Team wartet bereits für das heutige Training." Levis Blick ruht auf mir, während er mir mit seinem Handrücken meinen Arm von der Schulter an hinunter streicht.. "Richte den anderen aus, ich brauche noch 10 min.. und das heute eine weitere Person am Training teilnehmen wird."
"Äh Jawohl!" sagt Petra hörbar irritiert... Stapft jedoch kurz darauf davon. Als mir sein verwirrter Ausdruck auf diese Reaktion auffällt, muss ich einfach kichern. Er wirft mir einen fragenden Seitenblick zu als ich mich hinter ihm knie, meine Arme locker um ihn lege und seinen Hals küsse. "Nimmst du mich heute mit?" frage ich lächelnd.

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Wenig später stehe ich im Stall und zäume Pegasos für das heutige Training. Wegen seiner Verletzung im Maul hatte ich sein Zaumzeug etwas verändert. Jetzt sieht Auruo etwas zweifelnd auf meine gebisslose Konstruktion, die sich bei den Ausritten mit Mike bereits bewährt hatte. Das Ausdauertraining nimmt einen grossen Teil des Tages in Anspruch. Dabei kommt es aber nicht nur auf stumpfes Reiten an. Formationsreiten; das Handlich der Rauchgranaten oder anderem Equipment im vollen Galopp musste sicher sitzen. Das Training mit Mike hat mir tatsächlich viel gebracht. Es fällt mir viel einfacher die langen Strecken zu reiten ohne ausser Puste zu sein.
Für das Flugtraining teilen wir uns auf. Während Eld das Team durch die bekannten Manöver führt, bleiben Levi und ich alleine zurück. Doch wir gönnen uns keine Pause.. Ganz im Gegenteil. Ich selbst muss zwar keines dieser Geräte bedienen. Aber zumindest vor Ort muss ich in der Lage sein, mich mit jemanden zusammen fortzubewegen falls nötig. Es kostet ordentlich Überwindung, da sich das Tempo viel schneller anfühlt als es aussieht... Sofort verstehe ich die berechtigte Angst bei dieser Geschwindigkeit unkontrolliert gegen einen Baum zu klatschen. Doch Levi übertreibt es nicht. Er fliegt vorsichtig und wahrscheinlich auch mit gedrosseltem Tempo. Trotzdem reicht es aus um mir nach der Landung die Beine zittern zu lassen.
Die anderen sitzen bereits versammelt für eine kurze Mittagspause, als Levi und ich dazu kommen. Wieder fällt mir Petras Seitenblick auf, als sie uns beide beobachtet. Ich habe sie als herzliche Person in Erinnerung, die auf jeden Fall etwas für Levi übrig hat. Egal ob man den weiterreichenden Theorien, angefacht von ihrem Vater glauben wollte. Aber ihre Blicke, die sie ihm hinterher warf sprechen Bände.
Ich muss fast kichern als mir auffällt, dass es kein anderer zu bemerken scheint. Nicht mal Auruo, der seinerseits Petra bei jeder Gelegenheit anbaggert. Die Stimmung ist entspannt, beinahe ausgelassen und so führe ich seid meiner Rückkehr die ersten richtigen Gespräche mit der Truppe. "Weisst du gar nichts mehr darüber, wo du herkommst?" fragt mich Eren schliesslich entgeistert. Als Antwort schüttle den Kopf. So wie er die Frage gestellt hat, muss ich nicht mal lügen. Doch Eren scheint noch nicht fertig mit seinen Fragen zu sein. Seine Miene ist ernst und seine Augen nachdenklich. "Ich habe immer gedacht das es schlimm ist, Menschen zu verlieren die man liebt.. Aber sich nicht mal an sie erinnern zu können muss hart sein.. Hat dich denn niemand aus deiner Heimat nach deiner Rückkehr besucht?"
Jetzt nehme ich einen Schluck aus meiner Tasse und lasse meinen Blick nachdenklich schweifen. "Nein.." sage ich hörbar beklemmt, denn ich denke dabei an meine Zeit im Krankenhaus. Niemand hatte nach mir gesucht oder mich besucht. "Ich muss ein ziemliches Miststück gewesen sein.. hmm? Wenn sich nicht mal dann jemand meldet." Levis Stimme zischt plötzlich durch die Luft. "Eren! Gib den Pferden noch etwas Wasser, bevor wieder aufbrechen." Langsam hebe ich meinen Blick und lasse ihn durch das provisorische Lager fliegen. Eld und Gunther wechseln verwirrte Blicke, während Petra mitfühlend und Auruo skeptisch zu mir herüber blicken. Seufzend stehe ich auf um mich aus ihrem Fokus zu lösen. Zwar höre ich wie hinter mir weiter gesprochen wird, doch ich ignoriere es. Kurz darauf steht Levi stumm neben mir. Als mir auffällt das er mich beobachtet, drehe ich mich ihm zu. Meine Stimmung und meine Miene bessern sich schlagartig, als ich in sein erholtes Gesicht sehe. Die Schatten unter seinen Augen sind deutlich reduziert und sein ganzer Ausdruck ist sichtlich entspannter, obwohl er mich jetzt mit einer forschenden Miene ansieht. "Alles in Ordnung." lächle ich ihn schwach entgegen und möchte mich schon zum gehen umdrehen, als er nach sanft meinem Arm greift. Seine Hand rutscht hoch an mein Hals und sein Blick fragt noch einmal mit Nachdruck, ob meine Aussage auch wirklich stimmt. Mein lächeln wird ehrlicher und ich nicke als Bestätigung.
Zwar liegt der Fokus im Lager jetzt woanders, doch Petras Miene sagt mir, dass sie uns beobachtet haben muss. Ihr Blick ist jetzt leicht bedrückt, während sie versucht mit aller Kraft beschäftigt zu wirken.

In der restlichen Zeit der Pause, zeigt mir Levi den Umgang mit den Rauchpistolen. Mehrfach gehe ich die Abläufe durch und schieße testweise 2 Granaten in die Luft. Dabei versuche ich ein Gefühl für den Winkel zu bekommen um sie falls nötig, wie Darius gegen Annie als Waffe einzusetzten. Dann geht es auch schon auf direktem Weg zurück zur Kaserne, da morgen bereits die Expedition startet. Auf dem Rückweg teste ich das Handlich mit den Rauchgranaten im Galopp. Mehrfach Be und Entlade ich die Waffe; verstaue die Patronen in der Tasche und hole sie erneut hervor. Erst als ich zufrieden bin, verstaue ich das Equipment in meinen Satteltaschen. Kurz darauf kommt auch schon die Kaserne ins Sichtfeld und ich gebe meinem Pferd die Zügel aus der Hand. Noch im vollen Galopp beuge ich mich über seinen Hals und streichle ihm belohnend unter seiner Mähne. Augenblicklich streckt er entspannt den Hals und kurz darauf drosseln wir auch unser Tempo um die Pferde langsam runter kommen zu lassen.

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Es ist erst früher Nachmittag, als wir durch das Tor in den Innenhof reiten. Da Levi noch ein paar Vorbereitungen zu tätigen hat, werde ich die Zeit bis zum Abendessen alleine verbringen. Erschöpft gehe ich auf direktem Weg zu meinem Zimmer und gönne mir eine lange entspannende Dusche. Dann lasse ich mich mit meinem Handtuch aufs Bett fallen und geniesse es, einfach nichts tun zu müssen.
Erst als ich aufschrecke wird mir klar, dass ich am wegnicken gewesen bin. Doch das ist nicht der Grund, wieso ich plötzlich hellwach bin. Jemand hat an meiner Tür rumgespielt und jetzt wo ich mich aufsetze, läuft es mir eiskalt den Rücken runter. Direkt an der jetzt verriegelten Tür steht Reiner. Seine Miene ist eine Mischung aus Verlegen- und Entschlossenheit, als er mich nur mit einem Handtuch auf meinem Bett sitzen sieht. "Reiner!" rufe ich brüskiert. "Was zum!" Meine Stimme ist alles andere als leise. Als auch Reiner dies klar wird, setzt er mit wenigen Schritten durch den Raum auf mich zu. Seine linke Hand hält mir den Mund zu, während er mich rücklings auf aufs Bett drückt. Mit seinem rechten Knie stützt er sich auf meiner Hüfthöhe ab und beug sich über mich. In seiner rechten Hand hält er ein kleines Messer, dass er mir provokant ins Blickfeld hält.
"Wenn du noch einmal so laut schreist, werden das deine letzten Worte gewesen sein!" knurrt er leise über mir. Mit ernstem Blick hebe ich beschwichtigend die Hände und Reiner nimmt langsam seine Hand von meinem Mund. "Du wirst mir jetzt sagen, wer du wirklich bist." Fragend sehe ich ihn stumm an. "Niemand überlebt allein ausserhalb der Mauern.. Schon gar kein Jahr!"
Jetzt kommt er mir mit seinem Gesicht immer näher "Also.. Was vertuscht du mit deiner angeblichen Amnesie!"
Seine linke Hand rutscht mit einem festen Griff an meinem Hals und seine Miene wird wütend. "Du warst das oder? Du hast Marcel getötet." Sein Griff um meinem Hals wird fester und automatisch greife ich nach seinem Handgelenk. "Reiner.. Hör auf! Bitte." flüstere ich und versuche seinen Griff zu lösen. Als er weder auf mein bitten noch auf meinen Zug reagiert, muss ich handeln. Dankbar über die separaten Trainingsstunden mit Levi bringe ich Reiner aus dem Gleichgewicht. Ich rolle ihn über seine linke Schulter aufs Bett und ziehe mich im Gegenzug auf ihn hoch. Wie es mir Levi beigebracht hat, greife ich in der Drehung nach seiner Messerhand. Jetzt liegt er auf dem Rücken mit seinem eigenen Messer an der Kehle, während ich auf ihm sitze und in sein überraschtes Gesicht sehe. "Was ist nur los mit dir?" frage ich ihn verwirrt.
"So bist du doch gar nicht." Dieses Verhalten passte gar nicht zu dem Bild, was ich von ihm hatte. Lag es etwa an seiner Persönlichkeitsstörung oder weil er dachte ich hätte Marcel getötet? Verwirrt sehe ich zu, wie sein Ausdruck sich vollkommen ändert. Seine grossen Augen sind starr auf mich gerichtet, während ihm gleichzeitig die Röte zunehmend ins Gesicht steigt. Sofort spüre ich, was hier gerade passiert. Mein Handtuch hat seinen Halt verloren und rutscht mir gerade langsam den Körper herunter. Fluchend springe ich von ihm herunter um es festzuhalten bevor es alles preis gibt, doch Reiner macht keine Anstalten sich zu bewegen. Immer noch liegt er auf dem Rücken und starrt bewegungslos die Decke an.
Für einen Moment überlege ich mein weiteres Vorgehen. Jetzt könnte ich ohne Probleme durch die Tür verschwinden.. aber was kam dann? Wenn er fürchten musste aufgeflogen zu sein, würde alles anders laufen. Also atme ich tief durch und setzte mich mit meinem neu gewickelten Handtuch direkt neben ihn aufs Bett. Zögerlich setzt sich Reiner auf und legt sich eine Hand ins Gesicht. Es ist ihm förmlich anzusehen, wie er gerade mit seinem Handeln hadert. Als ich ihm eine Hand an die Schulter lege und ihm sein Messer reiche, sieht er schliesslich ungläubig zu mir auf. Ich kann nicht anders... Als ich an seine Geschichte denken muss, lächle ich ihn schwach an.
"Ich weiss das du mir nichts antun wirst." Reiners Blick ist voller Reue und Selbstzweifel.
"Woher willst du das wissen?" fragt er mich nachdenklich und mustert jetzt das Messer in seiner Hand. Ich überlege, wie weit ich gehen muss und kann. "Weil..." fange ich schliesslich an und zweifle sofort daran es auszusprechen. Reiner nimmt mir stattdessen die Qual meiner Wortwahl ab. "Weil du auch von ausserhalb kommst... Nicht wahr?"
"Deine Unterlagen.." sagt er nachdenklich. "Vor 5 Jahren wurdest du rekrutiert.. Kurz bevor Mauer Maria zerstört wurde... und trotzdem gibt es bis heute keinen einzigen Bericht einer Mission, an der du als Soldat teilgenommen hast..." Er sieht mir wissend in die Augen, als er in einem ruhigen Ton weiter spricht. "Du bist eine Verurteilte und hast Marcel auf unserem Weg hierher gegessen .. Ist es nicht so?" Auf dem ersten Blick ergibt diese Schlussfolgerung durchaus Sinn, aber sie hat auch ziemlich grosse Logiklöcher. Ich lass mir Zeit mit meiner Antwort und überlege ob es klug ist, ihn vorerst bei dieser Schlussfolgerung zu lassen. Wenn er dachte das ich ebenfalls aus Marley stammen würde... Währe ich dann eine Bedrohung für ihn? Doch sein Blick sagt mir, dass ich nicht ewig Zeit habe darüber nachzudenken.

Levi x Reader Ausflug ins ParadiesWo Geschichten leben. Entdecke jetzt