Abschied

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            3 Tage später
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Levis Sicht

Unruhig sitze ich im Musikzimmer der Firma und arbeite an einem neuen Song, während ich versuche mich mit aller Macht etwas abzulenken. 3 Tage nach unserem Besuch im Varietê gibt es von [V] immer noch kein weiteres Lebenszeichen. Lt. dem Besitzer des Etablissement würde sich das auch für diese Woche nicht mehr ändern. Sie hatte sich anscheinend Urlaub genommen um lt. seiner Aussage zu verreisen. Wohin sie reisen wollte, wusste er jedoch nicht. 
Doch das ist nicht alles was mich heute besonders beschäftigt. Noch heute stehen 2 weitere wichtige Termine an. Zum einen wollte sich Erwin endlich mit den angeforderten Background Informationen von [V] blicken lassen und zum anderen hatte sich überraschenderweise ein Notar für einen persönlichen Termin mit mir angekündigt. In den nächsten Tagen würden dann die ersten Promotionaktionen für unsere neue kleine Tour starten. 

Ich habe gerade die Vocals der zweiten Hälfte zu meiner Zufriedenheit beendet, da klopft es schließlich an das große Glasfenster des Aufnahmezimmers. Belle steht vor dem Fenster und winkt mich mit ernstem Blick zu sich heraus. Auch ohne das sie mir sagen muss was los ist, folge ich ihr in den großen Besprechungsraum. Denn Erwin hatte sein Eintreffen bereits vor einer halben Stunde angekündigt. Jetzt sitzt er bereits mit Auruo, Mike und Hanji am Tisch, während sie mehrere Dokumente auf dem Tisch ausbreiten. "Hat ja lang gedauert.." sage ich knapp beim eintreten und setzte mich ihm gegenüber. "Was hast du herausgefunden?" frage ich und greife gleichzeitig nach dem ersten Dokument. Mein Blick fliegt gerade über die Auszüge ihrer Finanzen, als Erwin mit ernster Stimme anfängt zu sprechen. "Eine ganze Menge.. und ich fürchte, die Informationen werden dir nicht gefallen." Mein ernster Blick wandert von dem Dokument in meiner Hand zu ihm herüber. "Spucks aus." sage ich mürrisch und versuche damit  meine Unruhe zu überdecken.
"Die Kriminalpolizei ermittelt seid 3 Wochen gegen sie." Meine mürrische Miene verrutscht auf einen Schlag. "Was? Warum?" frage ich mit überraschter Stimme. "Sie steht im Verdacht an dem Tod ihres Onkels, Robert [N] beteiligt gewesen zu sein." Robert ist also tot.. Hörten seine Updates deshalb etwa so plötzlich auf? Bei dem Gedanken an das letzte Update von ihm dreht sich mir fast der Magen um. Was für ein beschissenes Timing. Irritiert schüttle ich den Kopf. Bei ihrem Anblick hätte ich eigentlich selbst auf diese Tatsache kommen müssen. Aber an seinem Tod beteiligt gewesen sein? Wieso sollte sie so etwas tun? Er starb doch sowieso. Ganz abgesehen davon, dass sie ihn über alles liebte. "Robert war tot krank! Wieso sollte sie.." Mike unterbricht mich, mit seinem Blick auf ein Dokument in seiner Hand geheftet. "Anscheinend starb er an einer Überdosis Morphin. Sie gehen wohl davon aus, dass sie ihm den Gnadenschuss gegeben hat." Nie im Leben würde ich das glauben.. Mein Blick wandert wieder auf die Auszüge in meiner Hand. Sie hatte eine ordentliche Summe und damit alle Ersparnisse an eine Behörde überwiesen.. Wahrscheinlich die Kaution. Tch.. Das konnte nur bedeuten dass ihr nichtsnutziger Vater auch für sie keinen Finger gerührt hatte um ihr zu helfen. Hatte er sie etwa genauso fallen gelassen wie seinen Bruder damals?
Dann rutscht ein Zeitungsauschnitt über den Tisch, als Hanji die restlichen Unterlagen aus der Folie zieht. Sofort fällt mir das große ausgeschnittene Bild auf, nachdem ich jetzt direkt greife. "Wer ist das?" frage ich Erwin und zeige auf den gegelten Welpen, der mit [V] das Varietê verlassen hatte. "Das ist Jonas Freyd. Sohn von Leonard Freyd. [V]'s Mutter Diana und Leonard leben zusammen. Somit er quasi sowas wie ihr zukünftiger Stiefbruder." Ich grüble noch über das Verhältnis von [V] und der kleinen verwöhnten Kröte, als Erwin nachdenklich in den Dokumenten wühlt und weiter spricht. "Es gibt eine Vielzahl an alten Kontakten, die aber alle nach dem Tod ihres Onkels eingeschlafen sind. Zur Zeit lebt sie allein in der alten Wohnung ihres Onkels und arbeitet nach Angaben von Karl jede freie Minute." Bei seinen Informationen legt sich meine Stirn in Falten und mein Kiefer fängt an zu arbeiten. Zuviel von dieser Situation erinnert mich an die Zeit des Jahresabschlusses. Wie in dieser Zeit musste sie versucht haben sich von ihren Gefühlen mit Arbeit und zusätzlichen Stress abzulenken. Und zwar schon so lange, dass ihre körperliche Verfassung stark darunter litt.
Fuck! Während ich mein Leben nach dem Krankenhaus beinahe unverändert fortführen konnte, ist ihres völlig zusammen gebrochen. Dabei kann ich nicht anders, als mich dafür verantwortlich zu fühlen. Sicherlich ist es immer ihr Traum gewesen.. Aber habe ICH sie nicht mit ihrem Versprechen dazu gebracht, sich schlussendlich gegen ihren Vater aufzulehnen?

Levi x Reader Ausflug ins ParadiesWo Geschichten leben. Entdecke jetzt