Eine ganze Weile sitzen wir stumm aneinander gekuschelt auf der Treppe und lauschen der Musik und dem Regen. Gleichzeitig beobachten wir das Gewitter, das langsam über uns hinweg zieht und bald darauf nur noch ein reines Wetterleuchten ist. Irgendwann setzte ich mich gerade auf die Treppe und kippe somit seitwärts in Levis Arme. Es dauert nicht lange und unser Fokus verändert sich. Jetzt habe ich nur noch Augen für ihn und er für mich. Als wir uns schliesslich küssen, liegt seine Hand an meinem Hals unter meinem Ohr und meine oberhalb seines Schlüsselbeins. Anders als bisher, bleibt dieser Kuss weich und andauernd. Er unterstreicht damit perfekt diese ruhige, innige und fast romantische Stimmung. Jetzt geht es nicht um reine Lust oder Verlangen, sondern um pure Zuneigung füreinander. Das Gefühl seiner Finger auf meinem Hals, die beim zusammenziehen und ausstrecken langsam und sanft über meine Haut fahren ist unbeschreiblich schön.
Immer wieder wechseln sich ausgedehnte ruhige Zungenspiele mit genauso ausgedehnten ruhigen Küssen ab. Selbst in den kleinen Pausen dazwischen, entfernen sich unsere Lippen kaum voneinander. Nach wie vor sprechen wir nicht viel. Auch nicht, wenn wir uns in den kleinen Pausen mit einer unbeschreiblichen Wärme in den Augen und einem lächeln auf den Lippen ansehen.
Dieser Abend geht über alles hinaus, was ich bisher erlebt oder gefühlt habe. Schwärmereien sind nichts neues für mich. In der Vergangenheit hatte ich ernstere und weniger ernstere Phasen in denen ich für jemanden geschwärmt hatte. Gefühle wie jetzt, habe ich dabei nie gehabt.
Als mir das klar wird, kann ich nicht anders...
Unpassenderweise bekomme ich Angst. Angst vor dem Moment, der all das kaputt machen wird.... und mit dieser Angst kommen die Tränen.
Levis Sicht
Dieser Abend ist einfach unbeschreiblich. Es fühlt sich an, als würde ich keinen Schlaf mehr brauchen und stattdessen neue Energie aus diesem Moment ziehen. Um so überraschter bin ich, als ich Tränen in ihren Augen sehen kann. Als ich meine Hand von ihrem Hals hoch an ihre Wange schiebe und sie fragend ansehe, scheint es ihr peinlich zu sein. Sofort legt sie ihren Kopf seitlich an meine Brust und nimmt mir so die Sicht auf ihre Augen. Alles was ich tun kann ist sie fest an mich zu drücken und abzuwarten. Ihr Schluchzen wird für einen Moment etwas heftiger, obwohl sie sichtlich dagegen ankämpft. Dann wischt sie sich beinahe hektisch die Tränen von der Wange. Mehrfach atmet sie bewusst tief und langsam, bis das Zittern aus ihrer Atmung verschwunden ist. Ihre darauf folgende Stimme ist leise und traurig als sie schliesslich spricht.
"Ich will nicht gehen... egal wann.."
Ein weiteres Mal drücke ich sie eng an mich und streiche ihr mit einer Hand über die Haare.
Jetzt da ich weiss worum es geht, kann ich ihr nur zustimmen. Dennoch weiss ich nicht, was ich darauf antworten soll. Zu gern hätte ich ihr versprochen, dass das niemals passieren wird.. Das ich es verhindern würde, wenn es soweit war.. Doch keine dieser Antworten, währe wirklich ehrlich gewesen. Also bleibe ich einfach still und hoffe, dass die Art wie ich sie jetzt an mich drücke für sich selbst spricht. Niemals wieder, will ich auf das hier verzichten.
Für eine ganze Weile verharren wir so. [V] in meinen Armen, mit ihrem Kopf an meiner Brust. Als ihre Atmung tief und gleichmässig wird, schätze ich das sie eingeschlafen ist. Vorsichtig greife ich nach ihrem Musikding und versuche es aus zu machen. Doch stattdessen schalte ich versehentlich ein anderes Lied an. Ich grummle noch innerlich über diesen Fakt, als [V] anfängt zu reden. Es dauert einen Moment bis ich die Situation begreife. Denn sie spricht nicht nur leise in einer anderen Sprache... Ihre Stimme folgt der Melodie und ihre Worte sind die gleichen wie im Lied. Dabei löst sie ihren Kopf von meiner Brust und kippt zurück auf meinen Arm. Ihr Blick schweift durch die Umgebung während ich sehen kann, das sie jedes einzelne Wort versteht. Doch das allein ist es nicht, was meine Aufmerksamkeit fesselt.
Jedes ihrer Worte folgt dem sanften Klang der anderen Stimme. Dennoch habe ich sofort das Gefühl, dass es ihre eigenen Gefühle sind, die ihre Stimme leicht bedrückt klingen lassen.
Als sie eine Frage zu stellen scheint, legt sie ihre Stirn in Falten und ein schmunzeln huscht über ihre Lippen. Beim ersten Refrait schliesst sie kurz die Augen während sie die Wörter zwar kürzer spricht, aber kein einziges auslässt. Ab der zweiten Strophe ist sie völlig vertieft im Text und ich folge gebannt ihrer Mimik um aus dem schlau zu werden, was sie sagt. Sie klingt jetzt nicht mehr bedrückt, sondern beinahe fröhlich. Doch das ändert sich, als sie das Ende der dritten Strophe erreicht. Ihre Stimme wird wieder nachdenklich und sie hört mitten im Satz auf sprechen. Als sie kurz darauf weiter spricht ist ihre Stimmung bis zum Ende unverändert.
Interessiert sehe ich sie an. Das war das zweite Mal, das ich sie diese Sprache habe sprechen hören. Doch auch wenn die Dokumente damals aufgrund ihrer Herkunft interessant waren; so brannte in mir jetzt, nur durch ihre bloße Reaktion die Neugier was der Text bedeuten mochte.
Sie schien zu verstehen, denn mit 2 schnellen Handgriffen startet das Lied von vorn und sie übersetzt Strophe für Strophe. Dabei fällt mir auf, dass sich ihre Stimmung in den einzelnen Passagen zum ersten hören nicht ändert. Sie schmunzelt oder legt ihre Stirn an den gleichen Stellen in Falten. Als wir zum interessantesten Punkt kommen, sieht sie mir direkt in die Augen während sie spricht. "Als würde ich den Mann meiner Träume treffen.. und dann.." wieder schweigt sie, während sie den Augenkontakt bricht und eine Augenbraue hochzieht.
Sie legt ihren Kopf schrägt als sie weiter spricht. "Ist das nicht ironisch?.. Was meinst du?"
Ich will fast antworten, als ich für einen Moment vergesse das sie noch am übersetzen ist.
Zwar unterbreche ich ihre Übersetzung nicht, aber wirklich folgen tue ich ihr auch nicht mehr.
Meine Gedanken bleiben an dieser einen Passage hängen.
Deine Sicht
DU LIEST GERADE
Levi x Reader Ausflug ins Paradies
Fanfiction!Sex, Liebe und Leidenschaft! 18+ DU? In Paradies? Wie ist das denn passiert? Das *Wie* ist erstmal egal, als dir die Möglichkeiten bewusst werden und du Levi persönlich gegenüber stehst. Doch als dir klar wird was vor sich geht weisst du, dass eue...
