Levis Sicht
Ich sitze immer noch im Wohnzimmer und versuche meine Wut irgendwie unter Kontrolle zu bekommen. Gedankenversunken gehe ich die wenigen Möglichkeiten in meinem Kopf durch, die mir bleiben um dieses Schwein namens Lenoard Freyd für das dran zu kriegen, was er [V] angetan hatte.. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie uns noch lange nicht alles erzählt hatte. Denn anders als die anderen habe ich ihre Verletzungen an den Armen gesehen, bevor ich ihr meine Jacke umgelegt hatte. Später hatte dann mein langärmliger Hoodie sämtliche Hinweise vor den anderen verdeckt. Aber ich wusste, dass sie da sind...
Jetzt brennt diese unbändige Wut in mir von Minute zu Minute immer stärker, ihn dafür in Stücke zu reißen. Es währe so unglaublich einfach.. Dank meinen zurückgewonnen Erinnerungen.. In das Anwesen einzudringen: Eine Kleinigkeit.. Die Klinge richtig anzusetzen: Ein Kinderspiel.. Doch was dann? Mal ganz abgesehen davon das mir ein schneller, leiser und schmerzfreier Tod bei weitem nicht ausreichen würde, währe es hier wesentlich schwerer als in Paradies alle Spuren zu verwischen. So sehr ich also auch die Vorstellung genieße ihm jeden Finger einzeln zu brechen.. So sehr weiss ich, dass ich diesem Verlangen nicht nachgeben kann.. und das frustriert mich am meisten.
Als eine Bewegung aus Richtung des Gästezimmers meine Aufmerksamkeit erregt, hebe ich ohne nachzudenken meinen mordlustigen Blick. Es ist Belle die mit kreideweissen Gesicht ins Wohnzimmer stolpert und bei meiner Miene abrupt inne hält. Ihr Blick ist angespannt, beinahe ängstlich als sie mich zögerlich mustert. Was hatte sie denn jetzt schon wieder für ein Problem?
Ihr stummer Blick provoziert mich nur noch mehr und unwillkürlich spüre ich eine neue Welle aus Wut in mir aufkommen. Doch dann ändert sich mein Haltung, als ich mir der Situation wieder bewusst werde. Meine Mordfantasien rücken in den Hintergrund und meine ganze Aufmerksamkeit liegt blitzartig woanders. War sie nicht bis eben noch mit [V] zusammen gewesen? "Stimmt was nicht?" frage ich sie sofort mit einem besorgten Unterton in meiner wütenden Stimme. "Ist mit [V] alles in Ordnung?" setze ich sofort hinterher und vergesse auf einen Schlag einen großen Teil meiner angestauten Wut. Wieder verändert sich Belles Gesichtsausdruck zu einem gequälten unsicheren Ausdruck. "Belle!" fluche ich sie energisch an, als sie keine Anstalten macht zu antworten. "Spucks aus verdammt!"
Nervös schüttelt sie schliesslich den Kopf und bricht unseren Blickkontakt. "Nein.." sagt sie hörbar mitgenommen. "A-.. Alles in Ordnung." flüstert sie hinterher und geht mit gesenktem Blick an mir vorbei. Skeptisch beobachte ich sie, wie sie sich auf halben Weg die Hände ins Gesicht legt und leise vor sich hin flüstert. Aus einem Schwall von unverständlichen Wörtern, kann ich sie schließlich ein einziges Wort immer und immer wieder vor sich hin fluchen hören. *Fuck! Fuck! Fuck! Fuck!*
Weitere Stunden vergehen, in denen ich grübelnd im Wohnzimmer auf und ab gehe. Mike, Hanji und Erwin sind schon vor Stunden gegangen und auch Belle liegt seid geraumer Zeit in meinem Bett und schläft. Jetzt ist es nur noch der anhaltende starke Regen, der meinem Selbstdialog zu untermalen scheint. Dabei fliegt mein Blick immer wieder den Gang zu [V]s Zimmer hinunter. Ob sie heute überhaupt etwas Schlaf finden würde? Die ganze Situation ist immer noch so unfassbar schwer zu begreifen.. Da war sie.. Am Ende dieses Ganges.. In meinem Haus.. In meinem Bett.. Und dennoch ist sie mir ferner als jemals zuvor. Wie zur Hölle konnte das nur passieren?
Deine Sicht
Hellwach liege ich im Bett und grüble über Belles Gesichtsausdruck. Nachdem ich ihr versichert hatte keine Bedrohung für sie sein zu wollen, hatte sich ihre Miene völlig verändert. Wusste sie vielleicht gar nichts von Levi und mir? Hätte ich vielleicht doch lieber meine Klappe halten und morgen in aller früh einfach verschwinden sollen? Ich seufze frustriert und werfe mich unruhig auf die Seite. Dabei fällt mein Blick Richtung Terrasse; hinaus in den immer noch starken Regen. Für einen kurzen Augenblick stutze ich über das schwache leuchten.. Doch als sich kurz darauf ein tiefes lautes Grollen schwer durch die Luft zieht, setzte ich mich langsam auf. Gleichzeitig legt sich eine seichte Entspanntheit auf meine Miene, als sich meine Augen keine Sekunde von dem Geschehen draussen lösen. Wie in Trance klettere ich aus dem Bett und werfe mir noch einmal Levis Hoodie über, bevor ich barfuss die Tür öffne und hinaus auf die überdachte Terrasse gehe. Dann rutsche ich an der Wand hinunter und lass mich von diesem gewaltigen Schauspiel berieseln.
"Tch.. Du bist so berechenbar.." Es ist Levis ruhige neckische Stimme, die mich aus meiner Trance reißt. Überrascht blicke ich zu ihm auf und stelle verwundert fest, dass ich ihn gar nicht kommen gehört habe. Oder war er schon hier gewesen und ich hatte ihn schlicht übersehen?
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Levi x Reader Ausflug ins Paradies
Fanfiction!Sex, Liebe und Leidenschaft! 18+ DU? In Paradies? Wie ist das denn passiert? Das *Wie* ist erstmal egal, als dir die Möglichkeiten bewusst werden und du Levi persönlich gegenüber stehst. Doch als dir klar wird was vor sich geht weisst du, dass eue...
