Das erste was ich wahrnehme, ist das weiche Bett unter mir. Gefolgt von mehreren Stimmen, die durch den Raum hallen. Tatsächlich scheint ein reges Treiben zu herrschen, denn immer wieder kann ich schnelle schwere Schritte an meinem Bett vorbei rennen hören.
Eine tief sitzende Angst steigt in mir auf und hindert mich daran meine Augen zu öffnen. Das hier hört sich ziemlich ähnlich, wie in meinen Erinnerungen zum Krankenhaus an. Bitte.. seufze ich innerlich. Das konnte doch nicht schon wieder das Ende dieser Geschichte gewesen sein.. Doch wird diese aufsteigende Angst plötzlich von etwas anderem nieder getrampelt... Von zahlreichen Erinnerungen an mein eigentliches Leben. Aber das ist nicht alles woran ich mich erinnere. Jetzt fällt mir wieder ein, was mir zugestoßen ist.. Der Grund wieso ich überhaupt im Krankenhaus und schlussendlich hier gelandet bin... Alles... Auch das Wissen über meinen Zustand.
Ich zwinge mich minimal meine Augen zu öffnen und so zu überprüfen wo ich gerade bin. Voller innerer Anspannung mustere ich meine direkte Umgebung. Mein Bett ist zwar von mehreren Sichtschutzwänden abgedeckt, doch bin ich mir auf dem ersten Blick sicher.
Erleichtert atme ich aus, als ich Derric und weiter Sanitäter während ihrer Arbeit durch dem Raum rennen sehen kann. Draussen scheint es dunkel zu sein, denn das Lazarett ist von zahlreichen Öllampen hell erleuchtet. Zwar ich bin wirklich froh immer noch hier zu sein, doch die neuen Erkenntnisse in meinem Kopf wecken den Wunsch in mir allein zu sein. Das hier ist eindeutig zu viel Trubel, also teste ich mich aus.
Kann ich mich bewegen? Kommt der Kopfschmerz dabei zurück, wenn ich es tue? Tragen mich meine Beine? Was sagt mein Gleichgewichtssinn?
Als ich mir sicher bin, all diese Fragen positiv zu beantworten, warte ich einen günstigen Moment ab um mich hinaus zu schleichen. Mit etwas Glück würden die Sichtschutzwände an meinem Bett mir ausreichend Zeit verschaffen, ehe mein Verschwinden auffallen würde.
Mein Optimismus steigt, als mich tatsächlich niemand wahr zu nehmen scheint und ich ohne Probleme den Krankenflügel verlassen kann. Doch wo sollte ich hingehen? In mein Zimmer und dort die Wand anstarren, ist keine Option. Während ich den Gang entlang gehe, werfe ich einen Blick hinaus aus dem Fenster. Tatsächlich ist es dunkel draussen und dennoch ist der Innenhof gut besucht.. Den kann ich also auch von meiner Liste streichen, denke ich mir. Als ich das Treppenhaus erreiche, treffe ich die Entscheidung wie von selbst. Ohne zu zögern laufe ich die zahlreichen Stufen hinauf, bis ich finde wonach ich gesucht habe.
Es ist zwar kein Flachdach, dass es einem ermöglicht sich grossflächig zu bewegen, sondern viel eher eine Mischung aus einem kleiner Balkon und dem Ende eines überdachten Wehrganges. Von hier aus kann ich frei hinunter in den Hof sehen und wenn ich möchte, durch die kleineren Schießscharten auch hinaus. In der Dunkelheit bin ich für die Soldaten auf dem Hof fast unsichtbar und habe so das Gefühl mich ungehindert meinen Gedanken hingeben zu können. Völlig gedankenversunken lehne ich mich mit den Unterarmen auf das Geländer und starre hinunter auf das Treiben, ohne es wirklich wahrzunehmen.
Ich bin so mit mir selbst beschäftigt, dass ich sichtlich zusammen fahre als jemand aus dem Schatten an mich heran tritt. Mein erschrockenes Gesicht wandelt sich sofort zu einem schwachen lächeln, als ich Levi erkenne. "Du bist es.." sage ich mit einem zaghaften Lächeln und lege meine Stirn in Falten bevor ich ihn frage: "Aber woher?" Levi kommt zu mir herüber; lehnt sich jedoch an die steinerne Wand hinter mir und mustert mich mit einem forschenden Blick. Um ihn ansehen zu können, drehe ich mich um und lehne mich ans Geländer während ich mich mit beiden Händen rechts und links an selbigen festhalte.
"Wie fühlst du dich?" fragt er mich mit prüfenden Blick. "Puh..." stoße ich seufzend etwas Luft aus. "Dumm.." beginne ich nachdenklich meine Aufzählung. "..Naiv.. Dankbar.. und Erleichtert.." Als mir klar wird, dass Levi auf eine Erläuterung wartet, lasse ich meinen Blick zwischen uns auf dem Boden wandern. Dann spezifiziere ich meine Aufzählung ohne ihn anzusehen. "Ich fühl mich dumm, weil ich nicht eine Sekunde daran verschwendet habe, dass mein Eingreifen Mike und alle anderen in neue Gefahren bringen könnte... Ich fühl mich naiv weil ich wirklich dachte, ich könnte weitreichend etwas ändern in dieser Welt... etwas ändern an dieser Expedition.. Aber wie du sagtest, war ich nichts anderes als zusätzlicher Ballast." Ich mache eine kurze Pause um den Frust in meiner Stimme nicht Überhand nehmen zu lassen. Dann entscheide ich mich ihn bei meinen nächsten Worten wieder anzusehen.
"Aber ich bin auch dankbar, immer noch hier zu sein und fühle diese tiefe Erleichterung endlich zu wissen was passiert ist." Ich kann förmlich sehen, wie etwas in seinen Augen aufblitzt. Seine leicht zusammen gezogenen Augen weiten sich ein wenig und seine Lippen bewegen sich für eine Sekunde, als wollte er etwas sagen. Doch scheint er sich am Ende dagegen entschieden zu haben. Ich wende mich wieder von ihm ab, stütze mich mit den Händen aufs hölzerne Geländer und sehe hinunter in den Hof. Dann atme ich einmal tief durch und erzähle ihm von meinem letzten Tag.
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Levi x Reader Ausflug ins Paradies
Fanfiction!Sex, Liebe und Leidenschaft! 18+ DU? In Paradies? Wie ist das denn passiert? Das *Wie* ist erstmal egal, als dir die Möglichkeiten bewusst werden und du Levi persönlich gegenüber stehst. Doch als dir klar wird was vor sich geht weisst du, dass eue...
