13. Kapitel

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     Wir saßen hier schon eine gute Stunde und unterhielten uns über alles mögliche. Gott und die Welt. Ava hatte mich viel über Josh und Vivian gefragt und ich hatte sie nach Max gefragt und wie sie manchmal mit ihm umging.
     Sie hatte nur gesagt, dass sie ihm ab und an den Kopf wusch und auch nicht böse sein konnte, da er ihr Bruder war. Was ich genau davon halten sollte, konnte ich nicht sagen.
     Ava wollte gerade anfangen mir für Montag die Arbeit zu erklären, als die Tür aufging und mir eine vertraute Gestalt hereinkam. Nein. Zwei Gestalten. Die zweite Gestalt trat nach Vivian durch die Tür. Mein Herz setzte einen Schlag aus, als ich den Mann erkannte. Josh.

     Josh und Vivian kamen herein. Als Josh mich erblickte wurden seine Züge hart wie Stein und sein Blick zornig. Er mochte mich nicht. Das war eindeutig zu erkennen. Er mochte mich nicht. Vermutlich würde er versuchen mich umzubringen. So wirkte es zumindest. Er würde versuchen mich umzubringen.
     Ava folgte meinem Blick und verzog das Gesicht, als sie wohl erkannte, wer da hereingekommen war. Josh. Und Vivian. Und sie kamen direkt auf uns zu. Nicht gerade das, was ich jetzt gebrauchen konnte. Nicht gerade das, was ich wollte. Doch hier waren sie. Einfach so. Und sie würden nicht weichen. So viel stand für mich fest.
    Die Wut in ihren Augen verriet es. Sie würden mir nun ihre Meinung sagen. Und ich spannte mich an. Jeden erdenklichen Muskel.
     Ich wollte nicht, dass sie kamen. Ich wollte, dass sie mich in Ruhe ließen. Besonders an einem Tag wie heute. Wir waren in der Öffentlichkeit. So ein Problem klärte man privat.

     Doch all diese Gedanken halfen nicht. Sie kamen voller Wut auf den Tisch zumarschiert als wollten sich in den Krieg ziehen. Und ich hasste jede Minuten davon. Ich hasste es.
     Dann standen sie vor uns. Vivians Augen glitten abschätzig über Ava hinweg. Dann war ihr Blick voller Missbildung, als sie zu mir sah.
     »Das ist also deine neue Freundin? Und der Typ aus dem Laden ist sicher schon dein neuer Freund«, fauchte sie. Wut wallte in mir auf. Sie schob mir alles in die Schuhe. Einfach so.

     Dabei hatte ich nichts falsch gemacht.

     »Ja. Ava ist meine neue Freundin. Sie hat sich diesen Platz aber auch verdient. Denn sie unterstellt mir nicht eine Betrügerin zu sein, so wie du. Sie hilft mir anstatt mich nur zu verurteilen«, zischte ich.

      Ein Schnauben ertönte. Es kam von Josh. Und in mir stieg Wut auf. Keiner von beiden hatte eine Ahnung und doch taten sie so, als hätten sie eine Ahnung. Sie wussten nichts. Und würden auch nichts wissen. Denn sie hörten nicht zu. Das taten die beiden nie. Sie hörten nie zu.

     »Wieso sonst solltest du dich so schnell von mir trennen? Ich wette du bist schwanger.«

      Jetzt reichte es mir. Ich sah rot. Nicht nur, dass er mir den Job genommen hatte, jetzt unterstellte er mir auch noch schwanger zu sein und unterstellte Kane, dass er so etwas auch noch tun würde. Ernsthaft?

     »Wie kannst du es wagen? Erst nimmst du mir den Job und jetzt unterstellst du mir schwanger zu sein und unterstellst Kane, dass er mit mir etwas anfangen würde, wenn ich einen Verlobten gehabt habe? Wirklich, Josh? Wie tief bist du gesunken? Bist du so in deinem Stolz verletzt, dass du wirklich nicht siehst, wieso ich mich von dir getrennt habe?«

     Josh stieß ein Knurren aus. Nein. Er war nicht glücklich. Überhaupt nicht glücklich. Und ich wusste nicht wieso.
     Denn ich sagte nur die Wahrheit. Doch er tat so, als würde die Welt untergehen. Und das ging mir gegen den Strich.
     Kochende Wut lief durch meinen Körper. Immer schneller und schneller. Kein Weg führte daran vorbei. Kein einziger Weg. Alles drehte sich.
     Und die Wut wollte nicht verschwinden. Ich wollte aber auch nicht kleinbeigeben. Nicht für ihn. Ganz sicher nicht für ihn.

Her DestinyWo Geschichten leben. Entdecke jetzt