Einen Monat später waren Simi und Charlie am Tag gerade dabei sich um den Drachen zu kümmern. „Simi! Pass auf!", schrie Charlie und zeigte auf den Drachen. Mit einer Rolle, sprang Simi davon und entkam um Haaresbreite der Stelle, wo sie gerade noch stand und die nun total verkohlt war. Der Drache spukte immer wieder Feuer um sich herum und wurde aggressiver, je mehr er sich bewegte, dass sich die Fesseln um seinen Hals immer enger schlangen. Charlie flog auf seinem Besen und versuchte an die Fesseln heranzukommen.
„Wir müssen ihn heute befreien, sonst wird das nichts mehr", schrie Simi, die sich hinter ihrem Schild versteckte. Charlie nickte. Kurz überlegte er und machte dann einen Sturzflug. Mit einem Mal entfesselte er den Drachen. Simi hielt derweil den Zauberstab auf ihn und lenkte den Drachen ab, damit Charlie außer Gefahr war. Nach einiger Zeit hatten sie dem Drachen schmerzfreie Leinen angelegt, die ihn nicht mehr schmerzten. Augenblicklich wurde der Drache sichtlich ruhiger und legte sich erschöpft zu Boden. Auch Charlie landete müde und schnaufend neben Simi.
„Gute Arbeit Simi", klatschte er sie mit einem High Five ab.
„Ich hab mich nie lebendiger gefühlt. War das nicht genial?", grinste sie schief und er nickte zustimmend.
„Das war genial."
Abends saßen alle gemeinsam beim Lagerfeuer und aßen. Charlie und Simi teilten sich eine Decke, da es trotz des Feuer recht kühl war in dieser Nacht. Da kam der Gruppenführer und stellte sich neben das Feuer,
„Gute Arbeit heute. Die nächsten Tage müssen wir uns um die Wunden des Drachens kümmern. Überlegt euch was. Der beste Vorschlag gewinnt. Die heutige Post...Smith!", erklärte er und rief dann nach und nach die Leute auf, für die Briefe gekommen waren. Nach einiger Zeit ertönte Charlies Name und er stand auf, um den Brief entgegen zu nehmen.
„Weasley!", hielt ihm der Typ den Brief entgegen. Zusammen mit dem Blatt Pergament setzte er sich auf den Baumstamm neben Simi, die ihn wieder zudeckte.
Lieber Charlie,
Du fehlst uns auch. Vor allem Fred und George. Sie fragen ständig, wann du mal wieder nach Hause kommst. Tatsächlich haben wir gute Neuigkeiten. Dein Vater hat Geld gewonnen. Nun können wir endlich mit der ganzen Familie Urlaub machen.
Es wird dich freuen zu hören, dass wir nach Ägypten kommen, um dich zu besuchen. Alle gemeinsam. Endlich wird die ganze Familie wieder zusammen sein. Wir freuen uns auf dich. Dann können wir uns die Sonnenuntergänge, über den Pyramiden gemeinsam anschauen.
Ich hoffe du ziehst dich warm genug an, in den kalten ägyptischen Nächten und pass auf dich auf. Grüß Simona von uns.
In Liebe
Mum
Charlie schmunzelte über die Worte seiner Mutter und lächelte Simi an.
„Meine Familie hat Geld gewonnen. Sie wollen herkommen, um mich zu besuchen.", sagte er und strahlte. Simi umarmte ihn fest.
„Hey, das ist ja klasse. Ich freu mich wirklich für dich."
„Wann schicken deine Eltern einen Brief?", fragte Charlie vorsichtig. Er wusste, dass es für sie ein sensibles Thema war und sie jedes Mal auswich. Dennoch wollte er irgendwie für sie da sein.
„Ach, die Tage irgendwann.", sagte sie und wechselte schnell das Thema, „Es ist schon spät. Wir sollten schlafen. " Mit diesen Worten stand sie auf und hielt ihm ihre Hand lächelnd hin. Diese ergriff er und zusammen liefen sie ins Zelt.
Mitten in der Nacht wurde Charlie plötzlich wach. Etwas stimmt nicht. „Simi?", drehte er sich in seinem Feldbett um und suchte das Zelt durch die Dunkelheit nach ihr ab. Doch sie war nicht da. Ihr Bett war ungemacht, als wäre sie mitten in der Nacht aufgestanden. Das magische Zelt bot eine Vielzahl an Möglichkeiten, doch auch im Lesezimmer, im Wohnzimmer und in der Küche war sie nicht. Schnell <streifte er eine Jacke über und trat aus dem Zelt.
„Simi?", rief er, doch das war gar nicht mehr nötig, denn da bemerkte er sie am Lagerfeuer sitzen. Gedankenverloren sah sie in die tanzenden Flammen, die die Nacht erhellten. Leise setzte er sich neben sie und legte die andere Hälfte der großen Decke über seine Schultern. Sanft legte er den Arm um sie. Sie sah ihn immer noch nicht an und verfolgte nur die tanzenden Flammen.
„Was ist los, Simi? Warum bist du hier draußen? Alleine?", er konnte die Besorgnis in seiner Stimme nicht verbergen. Sie drehte ihren Kopf zu ihm und er erkannte, dass sie Tränen in den Augen hatte.
„Hey, erzähl schon. DU weißt doch, dass du mir alles sagen kannst."
„Die Wahrheit ist. Meine Eltern schreiben mir nie. Ich bekomme keine Briefe oder Pakete von ihnen. Ich wollte schon immer mit Drachen arbeiten. Das war schon immer mein Traum. Meine Eltern hatten allerdings wenig Verständnis dafür. Mein Vater wollte, dass ich in den Familienbetrieb einsteige. Als sie erfahren haben, dass ich in das Camp gehen wollte, haben sie mich hochkant rausgeschmissen. Also habe ich die Schule geschmissen und nun bin ich hier. Aber meine Familie schreibt mir keine Briefe. Die Frage ist, ob ich überhaupt noch eine Familie habe.", einige Tränen liefen ihre Wangen herunter, die sie allerdings sofort wegwischte.
„Oh Simi..."
„Meine Eltern haben mich bei meinem Traum nie unterstützt. Sie wollten nicht, dass ich mit Drachen arbeite. Es hat mir nicht viel ausgemacht. Ich habe versucht es zu verdrängen, aber als ich deinen Brief gesehen habe, da hat es mich traurig gemacht. Ich weiß nicht...das hat mich so sehr daran erinnert eine eigene Familie zu haben, auch wenn ich nun keine mehr habe."
„So ein Unsinn. Wir beide sind eine Familie. Ich werde dich niemals im Stich lassen"
„Wirklich? Versprochen?"
„versprochen", sagte Charlie lächelnd und Simi lehnte sich an seine Schulter. „Ich habe sechs Geschwister. Bill ist der älteste und er arbeitet in einer Bank. Dann komme ich. Meine Mutter wollte auch nie, dass ich mit Drachen arbeite. Sie rastet bis heute aus, wenn sie den kleinsten Kratzer an meiner Haut sieht. Percy will im Ministerium arbeiten, so wie unser Vater. Fred und George sind Zwillinge. Sie sind so alt wie du. Ich denke, du würdest dich großartig mit ihnen verstehen. Sie sind genauso aufgedreht und für jeden Spaß zu haben, so wie du. Ron ist der jüngste Junge. Er ist loyal und ein richtig guter Freund und außerdem immer hungrig. Ginny ist die jüngste und das einzige Mädchen. Sie ist stark. Das sind meine Geschwister.", erklärte Charlie, „Und jetzt gehörst du auch zu meiner Familie. Du bist ein Drachenmädchen. Stark, mutig und einfach fantastisch. Einzigartig und selbstsicher. Deine Eltern haben dich rausgeschmissen? Dann sind sie schuld, dass sie so ein tolles Mädchen verpassen. Aber nun ist es zu spät. Sie gehört jetzt zu meiner Familie." Simi lächelte leicht und Charlie drückte ihr einen Kuss auf den Kopf.
„Ich hab dich lieb, Charlie. Du bist der beste Freund,den man sich wünschen kann."
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Das Drachenmädchen||~ Fred & George Weasley
Fiksi PenggemarCharlie Weasle ist fasziniert von Drachen. Sie sind sein leben und sein Beruf. Im Drachencamp in Rumänien trifft er auf Simi. Ein Mädchen, dass seine Leidenschaft genauso teilt. Die beiden werden beste Freunde und da Simi allein ist, nimmt er sie mi...
