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Pov. Basti

Stegi lag dicht an mich gedrückt, sein Atem warm an meiner Haut. Ich konnte nicht schlafen. Nicht, weil ich nicht müde war. Mein Körper schrie förmlich nach Ruhe. Sondern weil meine Gedanken unaufhörlich kreisten.

Jedes Mal, wenn ich die Augen schloss, sah ich die Schatten unserer Verfolger. Spürte die Unsicherheit, das Unbekannte, das vor uns lag. Doch genau in diesem Moment, hier im Dunkeln kalten Bus, war das alles so weit weg. Denn Stegi war hier, bei mir.

Er bewegte sich leicht, rutschte wohl unbewusst noch ein Stück näher. Ich hielt unwillkürlich den Atem an, als sein Bein sich leicht, fast schon instinktiv, über meiner schob. Ein sanfter Druck, kaum merklich, aber er brannte sich in meine Wahrnehmung.

Seine Finger streiften meinen definierten Oberarm, ganz sanft, ob absichtlich oder nicht, wusste ich nicht. Aber ich spürte es. Jede einzelne Berührung, jede noch so kleine Bewegung. Mein Herz schlug schneller und ich schluckte schwer.

Sollte ich etwas sagen? Sollte ich mich bewegen? Oder... sollte ich einfach so blieben? Ich entschied mich schließlich für Letzteres.

Pov. Stegi

Bastis Körper war warm unter meiner Wange. Sein Herzschlag war noch schneller als ohnehin schon zuvor, das konnte ich hören, wenn nicht sogar fühlen. 

Mein Verstand sagte mir, dass es nur die Situation war. Natürlich raste sein Herz, wir waren auf der Flucht. Und doch... ein kleiner Teil von mir fragte sich, ob es vielleicht noch einen anderen Grund hatte. Vielleicht wünschte ich es mir sogar, selbst wenn ich es mir nicht selber eingestehen wollte.

Meiner Finger lagen an seinem Arm, berührten seine Haut, ohne dass ich es bewusst gesteuert hatte. Er zog sich jedoch auch nicht weg. Er atmete tief ein. Dann, langsam, als wäre es das Natürlichste der Welt, hob er eine Hand und ließ sie über meinen Rücken gleiten. Es war keine zufällige Bewegung. Kein unabsichtliches Berühren im Schlaf. Es war ein bewusstes Streichen. Ganz leicht, ganz sanft.

Meine Haut kribbelte unter seiner Berührung. Ich hätte mich weiter an ihn drücken können, hätte meine Hand auf seine legen können, aber ich tat es nicht. Nicht, weil ich es nicht wollte. Sondern weil ich Angst hatte, dass der Moment verfliegen würde.

Pov. Basti

Ich wusste nicht, was mich dazu brachte, meine Finger so über seinen Rücken gleiten zu lassen. Vielleicht war es die Stille. Vielleicht das Wissen, dass wir nicht wussten, wie lange wir noch solche Momente haben würden. Vielleicht ware es aber auch einfach Stegi selbst.

Sein Körper war entspannt, aber ich spürte, dass er wach war. Sein Atem war zu kontrolliert, sein Herzschlag zu spürbar. Ich wagte es, meinen Daumen leicht über den Stoff seines Pullovers zu bewegen. Seine Finger verkrampften sich kurz an meinem Arm, ein winziges, kaum merkliches Zucken.

Er hatte es gespürt. Er spürt mich. Mein Magen zog sich sich zusammen. War es eine gute Idee? War es zu viel? Dann nach einer Ewigkeit des Schweigens:

"Basti..."

Meine Kehle war trocken. "Hm?"

Sein Atem streifte mein Schlüsselbein.

"Nichts..."

Doch es war nicht nichts. Ich spürte es. In jeder Berührung, in jeder Sekunde, die verging. Also zog ich meine Hand nicht zurück. Und er auch nicht seine. 

Ich fuhr fort, ganz leicht, meinen Daumen über seinen Rücken. Es war ein fast schon hypnotisches Muster: hoch, runter, hoch, runter. Es beruhigte mich. Und ich hoffte, dass es ihn auch beruhigte.

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⏰ Letzte Aktualisierung: Dec 09, 2025 ⏰

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