*Triggerwarnung*
In diesem Kapitel wird eine Panikattacke leicht beschrieben. Wer damit Probleme hat, sollte die markierte Stelle überspringen.
Meine Augen waren verklebt, als ich versucht hatte, sie am späten Morgen zu öffnen. Die Nacht verbrachte ich damit, mich in den Schlaf zu weinen, was mir aber immer nur kurz gelang. Jede Phase schloss damit ab, dass ich aufschreckte, weil er an meiner Tür klingelte. Alexander suchte mich Zuhause auf. Und auch wenn alles in mir sich nach diesem Moment sehnte, wusste ich auch, dass das mein Untergang werden würde. Wir waren nicht füreinander geschaffen. Aber das sah er vermutlich anders.
Eine Gänsehaut schlich sich auf meinen Körper. Ob er wohl dazu in der Lage war, mein Handy abzuhören? Nein, bestimmt nicht. Auch wenn ich bei ihnen gewohnt hatte und mir klar war, dass nichts an diesem Reichtum ehrlich verdient war, wusste ich kaum etwas von ihrer Arbeit. Was taten sie alle ganz genau?
Das Klirren in der Küche verriet mir, dass meine Eltern wieder da waren, also ging ich ins Bad, um etwas Wasser in meinen Handflächen zu sammeln und es mir ins Gesicht zu schütten. Das kalte Wasser half zwar dabei, mich wacher fühlen zu lassen, aber es konnte nicht verstecken, wie geschwollen und gerötet meine Augen waren.
Mit etwas Concealer unter den Augen wagte ich dann den Schritt vor die Tür, aber die Frau die da in der Küche rumhantierte war gewiss nicht meine Mutter.
„Lou?!", entfuhr es mir und ich spürte mein Herz, dass mit jeder Millisekunde 10 Schläge schneller wurde. Denn wenn Lou gerade in meiner Küche stand, gab es keine logische Erklärung, wieso Alexander es nicht auch tun sollte.
!TW!
Hektisch sah ich mich um und versuchte, mein Herz davon abzuhalten, einfach den Geist aufzugeben, aber vergeblich. Ich begann hektisch zu atmen und fasste mir an die Brust. Es kam nichts an. Ich konnte nicht atmen!
„Oh Gott", entkam es Lou, bevor sie die Schüssel ablegte und zu mir lief.
„Hey hey, alles ist gut. Er ist nicht hier. Nur ich und Alessandro, der draußen wartet", erfasste sie mein Problem sofort korrekt und begann mir über den Rücken zu streicheln.
„Schön, mit mir atmen, Süße. Ein und aus", begann sie mich anzuleiten, doch ich konnte mich nicht auf sie konzentrieren. Alles verschwamm und ich spürte nichts außer die warmen Tränen, die meine Wange hinunter liefen.
Lou umgriff mein Kinn und zwang mich so, sie anzusehen. Ihre andere Hand legte sie auf ihre eigene Brust, was ich ihr gleich tat.
„Und jetzt einatmen, gut machst du das", lobte sie meine Bereitschaft mitzumachen.
Es fühlte sich an, als wären Stunden vergangen, seit wir zusammen atmeten bis ich mich wieder beruhigt hatte. Mittlerweile lag ich wimmernd auf ihrem Schoß und genoss, wie sie mir durch die Haare strich.
Als ich die Tür hörte, wollte ich hochschrecken, aber da war kein Funken Kraft mehr in meinen Körper.
!TW Ende!
„Was ist hier los?", hörte ich Alessandro zwar flüstern, aber nicht leise genug.
„Alles wieder gut. Nur ein kleiner Schreck", war Lous Antwort und ich konnte hören, wie sie ihrem Mann einen Kuss auf die Wange hauchte. Es schmerzte mehr als es sollte. Ich konnte es so lange ignorieren. Ich dachte wirklich, ich schaffe es, alles hinter mir zu lassen.
„Frühstück?", fragte Lou sanft und half mir, mich aufzurichten. Ich rieb mir durch die Augen und nickte. Alessandros Blick versuchte ich allerdings zu meiden. Ich weiß nicht wieso, aber vor ihm war es mir peinlich, mich so zu zeigen.
„Versteck dich nicht, Kleine; ich urteile nicht", verriet er mir, dass es mir nicht gut gelang, mich zu verstecken, aber die Worte halfen.
„Ok", hauchte ich ihm entgegen und nahm die Hand an, die er mir entgegen streckte, durch die ich im nächsten Moment auf meinen Beinen stand und mich an den Tisch setzte.
