Kapitel 36

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𝗠𝗼𝗿𝗴𝗮𝗻

»Na warte!« Mit einem Sprung von der Leiter schmeiße ich mich auf ihn und drücke ihn unter Wasser. Er gewinnt schnell die Überhand. Schon wieder. Wir rangeln unter Wasser, mit einem unfairen Spielzug pikt er mich in die Seite, sodass ich ein vom Wasser gedämpftes Quieken ausstoße und die weiße Flagge hissen muss.

Ich tauche auf. »Du Schummler!«

Cams brauner Lockenkopf durchbricht mit einem breiten Grinsen die Wasseroberfläche. Ich schnappe lachend nach Luft, als er in einem Zug zu mir geschwommen kommt, seinen rechten Arm um meine Taille schlingt und mich an seinen warmen Körper zieht. Die nackten Fliesen berühren meinen Rücken, als wir uns an der Steinwand des Beckens wiederfinden. Cam senkt seinen Kopf, seine Nase berührt meine, seine Augen suchen die meinen, während er mich mit seinem Körper umfängt, sodass ich nur noch ihn sehe. Meine Hände gleiten zu seinen Schultern, während meine Füße den leichten Steinvorsprung unter Wasser finden. Cams einer Arm liegt noch immer um meiner Hüfte, während der andere sich am Beckenrand über meinem Kopf abstützt.

»Hi«, haucht er grinsend und legt seine Lippen sanft auf meinen Mundwinkel.

Meine linke Hand fährt durch die kurzen Strähnen in seinem Nacken. »Hi.«

»Danke für die tolle Überraschung. Für alle Überraschungen.« Ich lehne meine Stirn an seine. »Ein schöner Geburtstag«, flüstere ich und schließe dabei meine Augen.

Cams Finger streicheln meine Hüfte. »Ich würde alles für dich tun, damit du einen tollen Tag hast.«

Ich öffne die Augen und schau in Cams Gesicht, präge mir seine Grübchen ein, den Hügel in seiner Nase, das Sturmgrau seiner Augen, das im Schein des Wasser beinahe ein Hellblau annimmt. Mein Blick fällt auf den Schwung seiner Lippen, und wie als wären wir durch ein gespanntes Band aneinander gebunden, zieht es uns gleichzeitig zueinander hin.

Dieser Kuss ist anders als die davor. Schneller, gefühlvoller, intensiver. Cams Mund fährt über meinen, ich öffne mich ihm und er lässt seine Zunge hinein. Ich schlinge meine Beine um ihn, und seine Hand wandert von meiner Hüfte zu meinen Oberschenkeln. Mir zerspringt die Brust, und mein Zeitgefühl geht verloren, als wir uns immer weiter küssen. Irgendwann liegen seine Hände an meinen Wangen und sein Mund gibt meinen frei, um jede Stelle meines Gesichts zu küssen.

»Fake war nie genug.« Seine Lippen berühren mein Kinn, wandern meinem Hals hinunter. »Mit dir ist nichts genug.« Seine Küsse hinterlassen eine Spur aus Funken.

Ich ziehe sein Gesicht wieder zu mir und lege meine Stirn an seine. »Dann lass uns aufhören, vorzutäuschen.«

Ich versinke in Cams Sturm. »Ich will, dass es echt ist. Ich will dich bei mir haben. Jedes Mal wenn ich dich sehe, will ich dich küssen, und zwar echt. Jeder soll sehen, dass du zu mir gehörst.« Er küsst mich auf die Stirn. »Und ich zu dir.«

Ich sinke an seine Brust. Mein Herz will herausspringen und Cam um den Hals fallen. »Das will ich auch«, hauche ich.

Cams Kinn kommt auf meinem Scheitel zum Ruhen. »Dann ist das zwischen uns nun echt? Denn, Morgan, ich will, dass es endlich keine Lüge mehr ist, wenn ich dich meine Freundin nenne.«

Meine Wangen werden warm und schmerzen unter der Spannung, die das Lächeln auf meinen Lippen verursacht. »Das will ich auch.«

Er schluckt schwer, doch seine Augen werden weich und das Lächeln, das ich so liebe, kehrt auf sein Gesicht zurück. Er senkt seinen Mund auf meinen, und gerade als ich wieder in seinem Kuss versinken will, durchbricht eine aufgebrachte Stimme den Moment.

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