Kapitel 19

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𝗠𝗼𝗿𝗴𝗮𝗻

Es sind zwei Wochen seit der Party vergangen, und jede einzelne Mittagspause habe ich seither bei Cam am Tisch verbracht. Die restlichen Pausen haben entweder Sawyer, Cam oder Eve mich an meinem Spind aufgesucht und mich in Gespräche gezogen.
Er hat wirklich nicht gelogen, als er gesagt hat, dass er mein Freund sein will.

Die Leute an seinem Tisch, die hauptsächlich aus Jungs aus seiner Mannschaft bestehen, sind echt total in Ordnung. Am Anfang habe ich mir ein paar komische Blicke eingehandelt und mitbekommen, dass sie sich gewundert haben, dass plötzlich die Nichte ihres Coaches bei ihnen sitzt, aber inzwischen kommen alle mit meiner Anwesenheit klar und ziehen mich sogar in Unterhaltungen mit ein.

Inzwischen habe ich mir zusammengereimt, dass Sawyer und Deacon, ein ruhiger Typ mit schwarzen Haaren und breiten Schultern, zu Cams engeren Freundeskreis gehören. Das erkennt man an der Art, wie alle drei miteinander umgehen; so locker und voller Vertrauen.

Deacon hat sofort mein Herz erwärmt, als er am Mittwoch nach der Party Hunter angeschnauzt hat, als der irgendeinen dummen Kommentar abgeben hat, als ich an der Essensausgabe stand. Ich wollte gerade mein Essen bezahlen, da hatte Hunter sich zu mir umgedreht und mich auf meine neuen Freunde angesprochen. Mir war nicht bewusst gewesen, dass Deacon hinter mir stand, doch plötzlich hat er sich an mir vorbei gedrängt, sich demonstrativ zwischen Hunter und mich gestellt und ihn mit einem mörderischen Blick erdolcht, der Hunter schließlich dazu verleitet hat, seinen Mund zu schließen und mit eingezogenem Schwanz zu seinem Tisch zurückzukehren. Bei Deacons Größe und Breite hätte ich auch Angst, selbst wenn wir in einem Team zusammen spielen würden.

Danach hat Deacon mir ein kleines Lächeln geschenkt, gewartet, bis ich mein Essen bezahlt habe und hat mich dann mit zu unserem Tisch begleitet.

Nach diesem Moment habe ich Deacon als einschüchternden großen Teddybären abgestempelt. Sein dunkles Äußeres versteckt sein gutes Herz.

Eve und ihr Freund Dan sitzen auch oft mit uns am Tisch. Zuerst war ich ein wenig irritiert, als sie mir Dan als ihren Freund vorgestellt hat, weil er mit seiner leisen, schüchternen Art überhaupt nicht zu der hibbeligen, extrovertierten Eve passt, die ich kennengelernt habe. Aber bei den verliebten Blicken, die er ihr immer wieder zuwirft, wenn sie sich mal wieder über irgendetwas total freut, erkennt man, wie viel Eve ihm bedeutet.

Allerdings habe ich auch bemerkt, dass Dan nicht der einzige ist, der der jüngeren Clayton bewundernde Blicke zuwirft.

Es geht mich zwar nichts an, aber ich habe mir fest vorgenommen, wenigsten Cam mal darauf anzusprechen, ob ich mir das nur einbilde.

Ich begegne Tristan, Jaycee und den anderen zwar immer wieder auf den Fluren und im Unterricht, aber Cam hatte recht damit, dass ich ihnen am besten den Mittelfinger zeige, indem ich sie nicht sehen lasse, wie sehr mich ihr Verrat immer noch trifft. Außerdem wird es mit jedem Tag, der vergeht, besser. Cam, Eve und die Jungs können einen wirklich gut ablenken. Vor allem Sawyer mit seinen dummen Witzen und unangebrachten Kommentaren. Ich glaube, mein Gesicht brennt in seiner Gegenwart einfach ununterbrochen, und jedes Mal wirft Cam ihm für seine Unverfrorenheit einen scharfen Blick zu. Eben ein wahre Freund.

Auch wenn die Schmetterlinge in meinem Bauch etwas anderes sagen würden, die jedes Mal unkontrolliert zu flattern anfangen, wenn Cam mir ein Lächeln schenkt.

Das einzige, das dieses Kribbeln dämpft, sind die Gedanken an unseren Pakt. Wir haben versprochen uns gegenseitig ein Freund zu sein. Füreinander da zu sein. Und Freunde spüren nicht dieses Flattern im Bauch, wenn sie in deren Gegenwart sind.

»Das Tor von gestern Abend war einfach unglaublich! Du hast das ganze Spiel geleitet, Cam.«

Oh, ja, doch. Da gibt es schon noch etwas, dass dieses verwirrende Kribbeln dämpft: Penelope Edwards.

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