Kapitel 33

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𝗠𝗼𝗿𝗴𝗮𝗻

𝗘𝘃𝗲: 𝗦𝗰𝗵𝗿𝗲𝗶𝗯 𝗺𝗶𝗿, 𝘄𝗲𝗻𝗻 𝗱𝘂 𝗵𝗶𝗲𝗿 𝗯𝗶𝘀𝘁.

Ich schalte den Motor aus und schaue aufs Display meines Handys. Eve hat mir geschrieben, während ich unterwegs zu ihr war. Sie hat einen Mädelsabend bei sich geplant, um meinen Geburtstag mit viel Süßkram und einem Adam-Sandler-Filme-Marathon zu feiern. Die Idee ist total nett von ihr, und ich freue mich auch darauf, mit ihr meinen Geburtstag ausloten zu lassen ... allerdings wird meine Freude ein wenig überschattet.

Zum gefühlt zehnten Mal heute wechsle ich auf den Chat mit Cameron. Unter den Geburtstagswünschen von Eve, Sawyer und Deacon fehlt die von Cam. Unser letzter Chat ist dazu auch noch von vor einer Woche, kurz bevor er zum Abendessen bei mir zu Hause war. Ich hätte nicht gedacht, dass die Tatsache, dass er mir nicht zum Geburtstag gratuliert hat, so schmerzen könnte.

Aber ich sollte nicht überrascht sein, dass von ihm nichts kommt. Seit dem Abendessen mit meiner Familie gehe ich ihm schon aus dem Weg, denn das war die einzige Chance, den Tag zu überstehen, ohne meine Gefühle für ihn an die Oberfläche kommen zu lassen.

Samstag Abend hat Laurie ihren Mann und unsere Familie für mich versetzt und sich mit mir und einem Becher Eiscreme in meinem Zimmer eingesperrt, damit ich mir in Ruhe alles von der Seele reden konnte. Wirklich alles. Von Tristans toxischen Verhalten während unserer Beziehung - das ich mir erstmalig durch Camerons gegenteiliges Verhalten mir gegenüber eingestanden habe -, wie er das mit uns beendet hat, Camerons Versuche, mir ein Freund zu sein. Und wie er es geschafft hat, dass ich für ihn etwas fühle, wie ich es noch nie für jemanden empfunden habe. Es ist intensiv und berauschend, ich fühle mich einfach wohl bei ihm. So wohl, wie bei niemanden. Allein ihn zu sehen lässt meinen Körper ganz warm werden, und ich will lächeln, weil er mich anlächelt.

Als ich Laurie davon erzählt habe, dass wir unsere Beziehung gefaket haben, hat sie die Augen aufgerissen und mich eine volle Minute bloß angestarrt. Ich hätte gedacht, dass sie mich rügen würde, doch stattdessen war sie ehrlich schockiert, als hätte sie niemals etwas anderes vermutet, als dass Cam und ich zusammen waren.

Nach einer Weile, in der sie wahrscheinlich alles rekapituliert hat, was ich ihr erzählt habe, hat sie mich angesehen und gefragt: »Bereust du es denn?«

»Was denn?«, habe ich zurückgefragt und bin mir mit dem Ärmel über die nassen Augen gefahren.

Sie hat ein Taschentuch hervorgeholt und mir überreicht. »Na alles. Dass Cam dich angesprochen hat. Ihr Freunde geworden seid. Du mehr für ihn entwickelt hast.«

Das Nein war mir so ruckartig über die Lippen gekommen, dass ich mich selbst erschrocken habe.

Tante Laurie hat mit einem leisen Lächeln den Kopf zur Seite gelegt und mir eine Strähne aus dem Gesicht gestrichen. »Na siehst du. Denn es ist völlig normal. Und unglaublich schön. Liebe ist etwas unglaublich Schönes.«

Liebe.

»A-aber wie weiß ich, d-dass er das selbe empfindet? Ich will nicht alles ruinieren.« Ich habe den Kopf gesenkt, als ich flüsterte: »Cam ist mir wichtig.« Unglaublich wichtig.

»Oh Liebes.« Sie hat mein Kinn angehoben, damit ich ihr in die Augen sehen konnte. »Er tut es. So wie er dich ansieht. Mit dir umgeht. Ich hätte niemals gedacht, dass das, was ich heute gesehen habe, vorgespielt war. Wage den Versuch. Deine Mom, würde das selbe sagen. Denn du verdienst es, glücklich zu sein. Also wage den Versuch.«

Wage den Versuch.

Und am Ende, habe ich überhaupt nichts gewagt. Ich habe feige den Schwanz eingezogen und bin Cam aus dem Weg gegangen. Während der gesamten Woche habe ich kaum mit ihm geredet, aber ich wusste, dass es ihn verletzt hat.

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