Ich ging gerade den Bürgersteig entlang und blieb dann vor der Bushaltestelle stehen. Noch viele andere standen da und unterhielten sich mit Freunde und was war mit mir? Ich war das einsame Mädchen.
Noch immer hatte ich diesen einen Gedanke. Jake und ich werden was zusammen unternehmen.
Was, wann und wo würde er mir heute Abend schreiben. Dafür musste ich ihm meine Nummer geben. Wehe er textet mich mit Schwachsinn voll oder ruft mich ständig grundlos an!
Als der Bus kam, stiegen alle auf einmal ein und ich setzte mich irgendwo am Fensterplatz.
„Hey Grace!", rief eine weibliche Stimme nach mir.
Verwundet schaute ich mich im Bus um. Wer hatte nach mir gerufen? Doch dann sah ich, dass mir jemand zuwinkte. Es war ein blondes, großes Mädchen mit einem kindlichen Gesicht. Addison. Sie versuchte sich durch die anderen zu drängen und ließ sich erschöpft auf den Platz neben mir fallen.
„Hey", brachte ich gerade mal heraus und seufzte.
Addison war wirklich hübsch und schien total süß zu sein, aber auf mich kam sie hilflos und unsicher rüber.
„Wie geht's?", fing sie damit an, um ein Gespräch zu öffnen.
„Gut", sagte ich matt, doch sie bemerkte, dass es mir nicht wirklich gut ging.
„Du scheinst aber nicht so zu sein", schmunzelte sie und sah mich besorgt an.
Wieder seufzte ich und schaute aus dem Fenster.
„Bin ich auch nicht", murmelte ich, ohne Addison ins Gesicht zu schauen.
„Willst du mir sagen, was los ist?", sagte sie mit einer vertrauten Stimme.
Kopfschüttelnd sah ich zu Boden. „Ist nicht wichtig."
„Hm. Okay."
Wie beim letzten mal im Bus war zwischen uns wieder alles still und wir redeten nicht mehr mit einander. Aus meiner Tasche holte ich mein Handy heraus und schrieb meinem Vater an, dass ich nach Hause kommen würde, denn er war zu Hause und hatte heute auf der Arbeit frei bekommen. Er wollte mit mir etwas unternehmen, damit wir unser Verhältnis wieder aufbauen konnten. Ich freute mich mal wieder etwas mit meinem Vater zu unternehmen, aber dann kam es wieder. Jake wollte noch mit mir etwas unternehmen. Ich überlegte, auf was er Lust hätte. Wohin wollte er mit mir? Was wollte er mit mir da? Ich wusste nicht weiter. Ich versuchte meine Gedanken zu kontrollieren, weil alles aus dem Ruder lief. Wieso machte ich mich hier fast Irre? Das ist doch nur ein Treffen. Nicht mehr! Ich sollte mich echt in Ruhe setzten. Ich brauchte mir doch gar keinerlei Sorgen zu machen, aber ich brauchte definitiv jemanden zum reden, um zu wissen, was sie davon hielt. War das richtig, was ich tat?
„Addison", sagte ich zu laut, weil sie zusammen zuckte.
Fragend sah sie mich an. „Was gib's?"
„Hast du vielleicht morgen Zeit mit mir zu reden oder vielleicht auch heute Abend?"
„Ja, klar. Immer."
Sie fing an zu Lächeln. Daraufhin ich auch. Ich gab ihr meine Nummer und sie mir ihre.
Im Bus unterhielten wir uns noch so und lernten uns ein bisschen besser kennen. Sie schien eigentlich gar nicht so hilflos und unsicher zu sein. Sie war das totale Gegenteil. Bewusst und Selbstsicher. Das hätte man ihr gar nicht angesehen. Sie nannte mir sogar ihren vollen Namen, damit ich sie auf Facebook suchen konnte. Addison Connor war ihr Name.
Dann musste sie eine Station vor mir aussteigen. Wir verabschiedeten uns und bei der nächsten stieg ich dann aus. Gechillt latschte ich auf den nach Hause Weg und hörte dabei Musik. Leise sang ich mit bis ich zu Hause ankam.
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Dark Heart
Teen FictionAn einem Samstagabend in Doncaster wird die 17-jährige Grace Mahone, die sich kaum an die Regeln hält, von einer Party aufs Polizeirevier gebracht und später wird sie dort von ihrer Mutter abgeholt. Zu Hause gibt es richtigen Zoff, wobei sich Grace'...
