Kapitel 43

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Donnerstag und Freitag blieb ich noch zu Hause, um mich auszuruhen. Eigentlich konnte ich am Freitag wieder zur Schule, aber was nützte mir dieser eine Tag vor dem Wochenende? In den zwei Tagen sah ich nicht meine Freunde. Ab und zu schrieb ich mit Addison. Von Marc oder von Jake hörte ich erstmal nichts. Den ganzen Tag alleine zu Hause verbrachte ich damit, nachzudenken. Über meine Vergangenheit. Meiner Mutter gegen über war ich einfach Scheiße. Ich behandelte sie ganz und gar nicht wie eine Mutter, auch wenn sie sich nicht gerade wie eine verhalten hat, aber trotzdem war sie immer noch die Frau, die mich auf die Welt gebracht hat. Ich bekam Schuldgefühle und dachte, dass meine Mutter mich nun hassen würde, aber als mein Vater mir benachrichtigt hatte, dass sie meinte, wir sollen sie besuchen, hatte ich die Vermutung, dass es doch nicht so war. Das würde sich ja alles am Freitag zeigen lassen.

„Grace! Kommst du nun?", rief mein Dad zu mir nach oben.

Ich war gerade dabei meine Tasche zu nehmen und meine wichtigsten Sachen einzupacken. Das waren mein Portmonee, Schlüssel, Handy, Kopfhörer und paar Zeitschriften, damit mir auf der Fahrt nicht langweilig sein würde. Ich zog den Reißverschluss meiner Tasche zu und schulterte sie mir. Schnell trappelte ich die Treppen hinunter und sah zur Haustür, wo mein Dad stand und vermutlich auf mich gewartet hatte. Er lächelte vom Mundwinkel und trat dann aus dem Haus. Ich folgte ihm nach draußen und schloss hinter mir die Tür zu.

Auf der Autofahrt konzentrierte sich mein Dad auf das Fahren und hörte im Radio Musik. Ich setzte meine Kopfhörer auf und spielte ein Spiel auf meinem Handy. Natürlich unterhielt ich mich noch mit meinem Dad über Gott und die Welt.

Kaum zu Glauben, aber die drei Stunden waren wie im Flug vergangen. Ich erkannte schon das Schild mit der Aufschrift 'Doncaster'. Als ich mich nun in meiner Heimatstadt befand, bekam ich Gänsehaut auf den Armen. Ich strich mit meiner Hand darüber, damit es aufhörte und ich versuchte nicht nervös zu werden.

„Das Krankenhaus ist hier in der Nähe", berichtete mir mein Dad und schaute nicht von der Straße.

Ich nickte und musste schlucken, was hörbar war. Mein Körper fing an sich anzuspannen und ein wenig zu zittern. Komm runter, Grace! Wieso war ich so aufgeregt? Ich versuchte das zu unterdrücken und alles auf mich zu kommen zu lassen.

Wir kamen genau pünktlich, als die Besuchszeiten anfingen. Viele Leute befanden sich im Wartebereich und hatten Blumen und andere Geschenke mit sich. Fragend sah ich hoch zu meinem Vater, der genauso zu mir runter guckte.

„Wir haben vergessen ihr ein Blumenstrauß mitzubringen", stellte ich fest.

Ich überlegte kurz, was wir ihr geben könnten und da viel es mir auch sofort ein.

„Hier im Krankenhaus gibt es doch ein Geschenkshop, oder?", fragte ich meinen Dad und ihm ging ebenfalls ein Licht auf.

„Ja genau!", bestätigte er mit großen Augen.

Ich entschied selber dorthin zu gehen, um etwas für meine Mutter zu besorgen.

Im Geschenkshop gab es viele GuteBesserungskarten, Plüschtiere, Luftballons und Blumensträuße. Ich kaufte ihr einen Lila Blumenstrauß und dazu noch eine Karte und ein kleinen Teddybär, dass ein Herz in den Pfoten hielt. Als ich wieder zurück kam und mich neben meinem Vater im Wartebereich setzte, schaute er, was ich alles gekauft habe.

„Wieso hast du so vieles gekauft?", fragte er skeptisch und nahm den Teddybären an sich, um es sich genauer anzuschauen.

„Wieso denn nicht?", kicherte ich und riss ihm den Teddybären aus der Hand.

In der Karte schrieb ich 'Gute Besserung, Mom :) - Grace & Dad'. Das war eine Karte von der Marke Niki.

Mein Vater und ich gingen mit all den Geschenken zur Rezeption und fragten in welchem Zimmer meine Mutter sich befand. Sie befand sich im Raum 223, was mich erleichterte, weil die ersten Räume bedeuteten, dass was die Patienten haben, am schlimmsten war.

Dark HeartWo Geschichten leben. Entdecke jetzt