Schnell waren meine Freundinnen Kimberly und Luisa begeistert als ich mich bei ihnen meldete und zur spontanen Partynacht aufrief. Ich brauchte etwas länger um mir das richtige Outfit rauszusuchen, dafür hatte Kim uns allen die Entscheidung abgenommen wohin wir gehen würden. Einer ihrer Nachbarn, mit dem sie schon im Sandkasten spielte, hatte ihr am selben Mittag noch über den Gartenzaun erzählt, dass im Yachthafen eine Party stattfand. Nach meinem Anruf versuchte sie ihn direkt zu erreichen, mit Erfolg. Naja der Erfolg war erst gegeben als wir schon fast da waren. Quasi vor der Tür des Partyboots standen. Die Yacht war gerade im Begriff abzulegen als er sich meldete. Luisa und ich winkten aufgeregt dem Kerl zu, der gerade dabei war die Seile zu lösen und ernteten seltsame Blicke von ihm. Ich konnte mir gut vorstellen was wir für ein Bild abgaben. Drei braungebrannte Tussen, mit zu kurzen Röcken und eine blonder als die andere, stöckelten wie die Irren beim Ladenschlussverkauf, auf ihn zu. Es war für Miami nicht wirklich ungewöhnlich aber auch nicht unbedingt positiv behaftet. Es fehlte nur noch, dass er die Hände über dem Kopf zusammen schlug und laut brüllend "bitte lasst mich leben!" davon rannte. Ich glaubte zu sehen, dass er das Seil noch schneller abwickeln wollte, da rief jemand von Deck Kims Namen. "Ihr seid schon da Kim? Jetzt verstehe ich die Aufregung!" David war etwas älter als wir und hatte mit einer zufällig entdeckten Software schlagartig Geld gemacht. "Hattest du nicht gesagt dass du kein Bock hast?"-"Meinung geändert! Dürfen wir noch?" Kim zeigte mit schneller Fingerspitze an der Yacht auf und ab. "Klar noch haben sie nicht abgelegt" lachte David laut los und gab dem Kerl zu verstehen, dass wir noch an Bord kamen. Es war nicht die erste Luxusparty auf die uns David mitnahm, worum wir froh waren, denn wir hätten uns das nie leisten können. Dafür fungierten wir meist als seine Mädchen. Er meinte sich so die Damenwelt besser fern halten zu können bei dieser Art von Veranstaltung. Dabei war es dumm, denn es lockte nur noch mehr an. Als wir auf Deck standen und uns herzlich begrüßten, musste ich wieder einmal feststellen, was für ein Verlust David für uns Frauen war. Denn Frauen gab es in seiner Welt nur als Freunde. Er bevorzugte das männliche Geschlecht für Beziehungen oder besser gesagt, sexuelle Begegnungen. Ja David war schwul und ich fand es echt mies, denn er war schon sehr nah dran, am perfekten Mann den ich mir wünschte. Leise seufzte ich in mich hinein und sah mich um. Es war eindeutig eine Party nur für Reiche und ich erkannte das ein oder andere bekannte Gesicht. Ein Kellner ging mit einem Tablett an mir vorbei, auf dem einige Gläser mit Champagner standen. Ich erleichterte ihn direkt um vier Stück und reichte sie durch an meine Freunde. "Was ist das denn für eine Party?" Hörte ich Luisa fragen und überlegte mir im Stillen, was daran so wichtig war? Es war eine Party eben! Eine mit reichen Leuten und genug zu Trinken. Doch sie ließ nicht locker, bis es ihr David erzählte und ich schon gar nicht mehr zuhörte. Ich wollte feiern! Die Unterhaltung mit meiner Mutter vergessen und in den frühen Morgenstunden auf allen Vieren nach Hause kommen. Es ging nicht sonderlich lange bis mein bekiffter Zustand dem betrunken sein wich und ich wild auf der Tanzfläche meinen schlechten Tanzstiel präsentierte. Da die Party schon weit vorangeschritten war, sahen einige nicht mehr nüchtern aus und ich glaubte nicht aufzufallen. Doch ich täuschte mich. Denn mir sah offensichtlich doch jemand ganz genau dabei zu. Dieser jemand, lehnte lässig an der Reling mit einer Flasche Wasser in der Hand. Erst dachte ich mich verguckt zu haben und tat es ab, denn so eingebildet war ich dann doch nicht. Nur fiel mir dann auf, er lächelte jedes Mal ganz frech wenn ich ihn direkt ansah. Ich brauchte einen Moment um die Lage zu checken, zu verstehen dass er mich wirklich meinte und mir wurde plötzlich klar, dass ich diesen Kerl kannte. Erst wollte ich rüber gehen und Klartext sprechen, um es dann wegen der Erinnerung an ein paar sexy roter Bauchmuskeln, doch sein zu lassen. Es war der Kerl vom Strand und er sah leider angezogen immer noch geil aus. Schlagartig hatte ich keine Lust mehr zu tanzen und schob mich durch die Menge zu meinen Freundinnen. „Hey Chrissy was ist los? Keine Lust mehr?"-„Nee, quatsch wie kommst du drauf?" ich merkte gar nicht das ich pampig wurde, was auch gar nicht meine Absicht war. „Nur weil ich aufgehört hab zu tanzen?" Kim schaute mich verwundert an „deswegen frag ich eigentlich nicht. Warst du denn tanzen?" sie schüttelte was den Kopf als würde sie mir damit zu verstehen geben, ich wäre nicht ganz normal, „du schaust nur aus als hättest du keine Lust mehr"-„würde mir es denn was bringen wenn ich nach Hause wollen würde?" Ich musste unweigerlich anfangen zu grinsen, denn ich wusste trotz meines Zustandes, dass wir rund 100 Km vom Land entfernt waren. Die Erkenntnis brachte aber noch mehr, ich war nämlich auch auf dieser Nussschale gefangen mit diesem Typen! Die Yacht war groß und ich könnte ihm also locker aus dem Weg gehen. Die Frage war nur, wollte ich das überhaupt? Er sah verdammt gut aus, weit über dem üblichen Durchschnitt und was noch besser war, er war ein Tourist. Ich würde also nie wieder was von ihm hören. Egal was zwischen ihm und mir passieren würde. Doch die Sache hatte einen Haken. Wenn er hier war, genau hier, war er ein Bursche mit Geld und Geld war für mich kein Aspekt einen Mann attraktiver zu finden, ganz im Gegenteil. Wenn man es genau nahm, fand ich es sogar richtig abstoßend und mir wäre es lieber gewesen wenn er einfach nur der nette Kerl vom Strand geblieben wäre. Der Gedanke machte mich irgendwie unweigerlich ein Stück trauriger und ich gönnte mir ein weiteres Glas von dem überaus leckeren Champagner, der gerade mal wieder auf einem Tablett an mir vorbei lief. In einem großen Zug machte ich das Glas leer, musste ein Rülpsen unterdrücken und stellte mein Glas auf den Tischen neben mir. Genau in dem Moment erklang eine sanfte Stimme hinter mir in gebrochenem Englisch. „Kann es sein das ich dich kenne?"
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A little Dream of you and me
FanfictionChrissy ist 24 Jahre alt und lebt in Miami. Ihr großer Traum ist es einmal Grundschullehrerin zu werden. Ihr Leben ist nicht perfekt, aber schön. Auch wenn ihre Eltern gerade im Begriff sind, sich scheiden zu lassen und ihre Mutter zurück nach Deuts...