Wieder als diese Einheit zusammen zu sein, die wir schon in Miami bildeten, war einfach super. Wir saßen an einem Tisch und ließen uns die Pasta schmecken mit reichlich Wein zu Feier des Tages. Ich musste natürlich auch Marcel aufklären, obwohl Robin schon gute Vorarbeit geleistet hatte. Dann wollten sie natürlich wissen warum ich da war und wie lang ich noch bleiben würde und es wurde über meinen Kopf hinweg entschieden, dass man mir Dortmund auf eine ganz besondere Weiße zeigen wollte. Marco musste noch täglich zum Training und ich unternahm dann, so wie es die Zeit zuließ, viel mit Marcel und Robin oder mit beiden. Dann gab es noch meinen ersten Besuch im Stadion, was zugleich das letzte für die Mannschaft war und die Winterpause eingeläutet wurde. Die erste Woche in Dortmund war noch mehr als schrecklich, so wurde die restliche Zeit viel zu kurz. Weihnachten stand vor der Tür und ich versuchte für jeden ein kleines passendes Geschenk zu finden. Natürlich ohne das auch nur einer es mitbekam. Für meine Mutter und Tyler war schnell etwas gefunden, auch Marcel und Robin erwiesen sich nicht so schwer. Probleme bereitete mir aber Marco.
Es waren nur noch drei Tage bis Weihnachten und es schien als würde ich mit leeren Händen für Marco da stehen. Meine Familie und ich saßen beim Essen als ich mir wieder einmal den Kopf darüber zerbrach und ich fern ab war deswegen. Hinzu kam Alex, der mir gegenüber saß und so tat als wäre ich Luft. Dieses Spiel trieb er schon seit dem Tag als mich Marcel vor der Haustür meiner Tante abgesetzt hatte und er zufällig wieder einmal zum Essen da war. Ich war zwei Nächte weg und bis auf meine Mutter wusste keiner wo ich war. Alex hatte vielleicht eine Vermutung, da er aber schwieg, fand ich es auch nicht raus. Ich konnte mir aber auch nicht sicher sein ob er nicht mit seiner Familie, speziell mit Chantal, darüber gesprochen hatte. Wobei es mir fast unwahrscheinlich vorkam, zumindest was seine Schwester betraf. "Chrissy? Chrissy, hörst du mir zu?" Verschreckt sah ich zu meiner Mutter und hatte keine Ahnung was sie von mir wollte. "Ob du heute Zeit hast, habe ich gefragt. Wir wollten auf den Weihnachtsmarkt" verständnisvoll lächelte sie mich an und ergänzte, "vielleicht findest du da etwas". Natürlich hatte ich meiner Mutter erzählt was passiert war in der vergangenen Woche und sie freute sich riesig für mich. Sie hatte mich in den Arm genommen und begeistert immer wieder gesagt "ich wusste es. Alles wird gut" als ich endlich auftauchte. Es war natürlich nicht uneigennützig, da nun für sie kein Zweifel mehr bestand, dass ich mit nach Dortmund kommen würde. Ich konnte ihr die Zweifel auch wirklich nehmen, da es für mich ja auch keine mehr gab. Ich hatte zwar nicht viel von Marco gehabt durch sein Training aber das war nun auch vorbei. Denn durch den Beginn der Winterpause, nutzen wir direkt den ersten freien Tag mit einem Frühstück im Bett. "Es würde mich schwer wundern. Die ist doch nur noch unterwegs" Chantal hatte sich zu Wort gemeldet ohne meine Antwort abzuwarten die ich meiner Mutter geben wollte. "Ich weiß ja nicht Tante Sandra aber meine Mutter fände es nicht so toll, wenn ich mich so rum treiben würde. Dortmund ist kein verschlafenes Nest in dem nichts passiert!" Was mischte sie sich ein? Es musste der blanke Neid sein der aus ihr sprach. "Ich glaube nicht das dich es zu interessieren hat"-"na du wirst schon jemand im Home kennengelernt haben. Warum stellst du ihn uns nicht mal vor?" Ich sah zu Alex, der keine Miene verzog und mich beschlich ein ungutes Gefühl. "Nur damit deine Neugier befriedigt ist?" ich fing an zu giften, was für meine Mutter Grund war, mir beruhigend ihre Hand auf meinen Unterarm zu legen. "Chrissy ist auch älter als du, da kann ich meine Schwester verstehen, nur ist es so, dass ich den Freund meiner Tochter kenne und er ist bestimmt kein schlechter Umgang. Ich bin also sehr beruhigt"-"ach ja?" Marion, die bis gerade noch schweigend unserer Unterhaltung folgte, fühlte sich genötigt auch noch teilzunehmen. "Bis jetzt war Chrissy doch immer alleine weg und mithergebracht hat sie auch keinen. Wie kannst du ihn dann kennen?" Ich seufzte. Warum konnte Chantal auch nicht ihre dumme Klappe halten? Jetzt fehlte nur noch Alex, der direkt mit dem Namen meines Freundes um sich warf. "Weil ich ihn schon in Miami kennenlernte, darum" ich bewunderte meine Mutter für diese ruhige Art, da ich selbst am liebsten aufgesprungen wäre. "Ach so, der ist nicht von hier? Das ist ja ein Zufall! Oder hattet ihr euch verabredet? Dann bring ihn doch mit wenn wir nachher auf den Markt gehen" schlug Marion dann auch noch vor. Ich fühlte auf einmal einen Blick auf mir ruhen und als ich auf sah, war es wie vermutet. Alex ließ mir eine Art Mitleid zu kommen per Augen Kontakt um dann seinen Teller in die Hand zu nehmen, mit der Schulter zu zucken und stand mit den Worten „du hättest es einfacher haben können" auf. Ich hatte nur ein Abfälliges Zischen für ihn übrig, denn seinen Vorwurf hatte ich ihm immer noch nicht verziehen und es wäre sicher nicht einfacher geworden, hätte ich mich auf eine Liebelei mit meinem Cousin eingelassen. Am liebsten hätte ich ihm den Vogel gezeigt aber ich wollte der Sache nicht mehr Aufmerksamkeit schenken als es eh schon passiert war, denn Chantal hörte sehr aufmerksam zu und sah mich dann forschend an. „Was meint Alex damit?" ihre Frage beruhigte mich direkt. Es zeigte, dass Alex ihr nichts von dem Abend im Home erzählt hatte. „Chantal es geht dich nichts an"-„oh man ey, nie wird mir etwas erzählt" schnaubte sie wie in Pferd aus dicken Backen und bekam von Alex die passende Antwort „ich würde sagen, es liegt daran, weil man dich kennt". Er hatte es ihr nur zugeraunt und sah mich dann an, „können wir mal?" fragte er und nickte zur Tür hin. Ich war sehr erstaunt über seine Frage, zumal ich mir auch gar nicht vorstellen konnte was er wollte. Natürlich übernahm die Antwort meine Neugierde und ich ging ihm hinterher. Er zeigte nur mit dem Finger auf sein Vorhaben, nickte hier und da und schon standen wir draußen auf der Straße, mitten in der Kälte. „Lass uns runter gehen zur Bank, da sind wir wirklich sicher vor zu neugieren Ohren", wieder folgte ich ihm und setzte mich als wir an unserem Ziel waren. „Hier" er zog einen Joint aus der Tasche und hielt ihn mir unter die Nase. „Ähm, warum?"-„Nimm ihn schon. Will nicht so lang mit dem Ding hier rum stehen. Sieh es als Friedenspfeife an"-„es klang gerade am Tisch nicht so als würdest du mit mir Frieden schließen wollen" sagte ich verächtlich. „War ein dummer Spruch, sorry"-„es scheint als wärst du sehr gut darin, dumme Sprüche unbedacht zu verteilen" er schweig, kickte einen Stein weg und setzte sich dann neben mich, immer noch mit dem Joint in der Hand. „Nimmst du ihn jetzt?"-„Ich bin wirklich sehr enttäuscht von dir"-„schon klar", der Reiz, nur einmal wieder, nur ein wenig, Gras in den Lungen zu haben, ließ mich das Ding ihm abnehmen. „Danke" sagte Alex, nicht ich. Ich steckte die Tüte nur in meine Jackentasche, für später. „Ist er gut zu dir?"-„Ich wüsste nicht was dich das angeht aber ja, ich kann mich wirklich nicht beschweren. Ganz im Gegenteil, wenn es das ist was du hören willst"-„ich war einfach nur sauer irgendwie und es tut mir leid, dass ich dir damit weh getan habe. Wollte ich echt nicht". Wir blieben noch eine ganze Weile sitzen zum Reden, bis mir zu kalt wurde und ich vor dem Weihnachtsmarktbesuch noch einen Kaffee trinken wollte.
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A little Dream of you and me
FanfictionChrissy ist 24 Jahre alt und lebt in Miami. Ihr großer Traum ist es einmal Grundschullehrerin zu werden. Ihr Leben ist nicht perfekt, aber schön. Auch wenn ihre Eltern gerade im Begriff sind, sich scheiden zu lassen und ihre Mutter zurück nach Deuts...