"Entschuldigen" wiederholte Marco mein letztes Wort und ich ging mutig einen Schritt näher. Was er genau beobachtete. Von Kopf bis Fuß ging sein Blick und ich hätte schwören können, er verweilte an meinen Beinen etwas länger. "Entschuldigen?" Stellte er meine Absicht nun in Frage und sah mir wieder in die Augen. "Ja! Deswegen bin ich hier" nervös zog ich leicht an meinem Kleid rum, "dein Freund auch hier oder bist du dem jetzt auch abgehauen?"-"Alex ist nicht mein Freund" sagte ich leise, ging einen weiteren aber kleineren Schritt auf ihn zu und hob meine Hände ihm entgegen als wollte ich ihn schon beruhigen bevor es überhaupt etwas zum Beruhigen gab. "Ach? Alex heißt er also" Marco zog die Augenbrauen hoch und ein sehr fieses Grinsen legte sich um seine Mundwinkel. "Marco du hast das missverstanden. Klar sah es doof aus was du gesehen hast ..." ungläubig sah er mich an und brachte mich damit zum Schweigen. Ich schloss meine Augen rieb über meine Stirn und die Schläfen um mir die Erklärung zu überlegen und zwar die, die ich selbst glauben würde. "Hör zu. Alex ist mein Cousin und hat sich offenbar in mich, äh ... keine Ahnung ... mhmm ... verguckt und ... ja. Ich habe ihm jedoch klipp und klar erklärt, dass es nur einseitig ist. Das wollte er mir wohl nicht wirklich glauben und dann hat er mich einfach geküsst und ja ... er stellte aber dann fest das er sich geirrt hatte, weil der Kuss sich komisch angeführt hat und ... und ... und wenn du mir das nicht glaubst, dann kann dir Robin das bestätigen. Er kennt im übrigen Alex und er glaubte uns auch und ..." ich redete mich in Rage ohne Punkt und Komma. "Und im Gegensatz zu dir, ist Robin auch geblieben und hat sich alles angehört. Warum bist du nicht auch einfach geblieben, dann wäre das Missverständnis direkt geklärt gewesen? Aber das alles hat auch damit nichts zu tun. Ich hab einen riesen Fehler gemacht aber schon in Miami und das tut mir leid. Es war dumm von mir einfach zu gehen ..." ich musste Luft holen, auch wenn ich gerne noch weiter geredet hätte und Marco nutzte den Moment. "Warum ich nicht geblieben bin?" sein Blick verdunkelte sich und die Falte auf seiner Nasenwurzel vertiefte sich. "Du hast mit dem Typ, der mir im Übrigen völlig fremd ist auch wenn Robin ihn kennt, geknutscht! Nicht nur das ich geschockt war dich einfach in Dortmund zu sehen, nein! Es musste direkt noch am Hals von einem Kerl sein und da fragst du warum ich nicht geblieben bin? Chrissy hast du nen Knall?" Er sagte das alles sehr ruhig, wenn auch bestimmt und doch brachte er mich damit auf 180. Klar war die Sache mit Alex nicht toll, aber es bedurfte auch nicht wirklich dieser Beachtung. Ich veränderte meine Haltung und stemmte meine linke Hand in die Hüfte und strafte meine Schultern. "Ich stehe hier. Zick 1000 Meilen von meiner Heimat weg nur um dich zu suchen weil ich mich entschuldigen will. Gib auch noch zu wie blöde ich bin und du denkst nur an meinen Cousin"-"du hast nen Knall sag ich doch. Natürlich denke ich nur an den. Kann es sein das der Anblick mich nicht gerade vor Freude Purzelbäume schlagen ließ? Ihr habt euch geküsst und ich hab mich gefragt ob ich spinn" nun stand er auf und kam mir so etwas näher. Damit hatte ich nicht gerechnet und ging leicht etwas nach hinten nur Marco kam hinterher. "Du bist einfach verschwunden und dann sehe ich dich so! So auf diese Art wieder" die Worte kamen sehr leise. Hatten etwas Bedrohliches und ich musste aufgeben. Er hatte Recht und sein Geruch stieg mir in die Nase. "Und Er ist trotzdem nur mein Cousin" schmollte ich wie ein kleines Kind und merkte wie meine Knie weich wurden. "Und warum küsst er dich dann?"-"weil er dachte das wäre ok?" Gab ich leise als Gegenfrage von mir. "Er dachte das? Es schien mir so als hätte er das nicht alleine so gedacht" es war mittlerweile nicht mehr sehr viel Platz zwischen uns da sich Marco immer weiter zu mir bewegte. "Es hat uns beiden aber am Ende nichts bedeutet, das ist doch die Hauptsache"-"nein?"-"nein!"-"und jetzt?"-"will ich das du meine Entscheidung annimmst" ich musste mit dem Boden verankert gewesen sein, denn ich wich kein Stück zurück, dabei war es mir nach weglaufen zu mute. "Warum sollte ich die Entschuldigung annehmen?" Es bedurfte keiner lauten Worte mehr. Es war nur noch ein Raunen zu hören, so nah waren wir. "Weil ich hier bin"-"das sehe ich und ohne dem Vorfall ... wäre ich bestimmt vor Freude ausgerastet"-"es war dumm, ist aber passiert. Dennoch ... ich bin hier"-"weil du dich entschuldigen willst?" Ich nickte nur noch und sah zwischen seinen Augen hin und her. Huschte über seine Nasenspitze zum Mund und hing an seinen Lippen. Warum brüllten wir uns eigentlich nicht an? Warum verhielten wir uns so ruhig? Zumindest war ich nach außen erstaunlich ruhig, in mir tobte ein Sturm und ich fragte mich ob es ihm genauso ging. "Wenn ich die annehme, bist du dann direkt wieder weg?" Aus meinem Nicken, auf die Frage mit der Entschuldigung, wurde ein leichtes Schütteln und ich biss mir auf die Unterlippe. "Also, warum bist du dann hier?" Warum? Es gab doch nur einen Grund warum, "weil ... weil ich musste"-"musste?"-"ja, denn ich wollte nicht den Menschen, in den ich mich Hals über Kopf verliebt habe, verlieren" das Geständnis kam leichter über meine Lippen als gedacht und es tat gut. Die Last eines Berges ging von mir runter und ich war immer noch in seiner Wohnung. Wir schwiegen und sahen uns nur tief in die Augen. Immer weiter sah ich in ihn rein und öffnete mich ihm gegenüber ebenso. Es war irgendwie wie fliegen oder sich ins Meer fallen lassen und sich von den Wellen weg treiben lassen. Tief in mir weckte es die Erinnerung an unseren Streit. Damals auf der Yacht als wir von der Bucht zurückkehrten und dann miteinander schliefen. Obwohl seit dem sehr viel Zeit vergangen war und sehr viel vorgefallen ist, schmälerte es nicht die Spannung zwischen uns. Zumindest empfand ich es so und hätte ihn zu gern geküsst, doch wollte ich nicht den ersten Schritt machen.

DU LIEST GERADE
A little Dream of you and me
FanfictionChrissy ist 24 Jahre alt und lebt in Miami. Ihr großer Traum ist es einmal Grundschullehrerin zu werden. Ihr Leben ist nicht perfekt, aber schön. Auch wenn ihre Eltern gerade im Begriff sind, sich scheiden zu lassen und ihre Mutter zurück nach Deuts...