Kapitel 28

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Der Rest des gestrigen Tages verlief ruhig. Seth und ich räumten unsere Sachen in die neue Hütte und machten uns einen gemütlichen Abend in unserem neuen Schlafzimmer. Wir redeten noch bis spät in die Nacht über die anstehenden Feiertage. Heute ist der 23. Dezember. Morgen ist Weihnachten.

Seth und ich waren mittlerweile aufgestanden und nach gemeinsamem Duschen bequemten wir uns in unsere neue Küche. Es war schön ein eigenes Heim zu haben. Es hatte so etwas zukünftiges. Als ob da noch etliche Jahre folgen würden. Wir uns unseres eigenes Leben aufbauen. Seth machte gerade Pancakes und ich deckte den Tisch, setzte mich und wartete. Als der riesige Stapel Pancakes fertig und irgendwann auch gegessen war, begaben wir uns nach draußen. Ein paar Rudelmitglieder liefen über den Platz. Wie ich gestern Abend gerade erfahren hatte, war das Rudel, wie ich es kannte, erst kurz bevor ich es kennengelernt hatte, so groß geworden. Ein anderer Stamm, ähnlich der Quileute, hier aus der Umgebung wurde aus seinem Reservat vertrieben und hatte sich mit unserem zusammengeschlossen. Wie man dann feststellte, gehörten die beiden Stämme schon immer zusammen. Beide hatten dieselbe Gabe - das Gestaltwandeln - man führte es auf die zwei Söhne der Häuptlingsfamilie zurück. Zwillinge, die sich nicht einigen konnten, wer von beiden das Rudel auf welche Art und Weise führen sollte.

Wir liefen Hand in Hand über den kleinen Platz in der Mitte um zu unseren Freunden zu gelangen. Mex stand auch wieder dabei. Es schien ihm besser zu gehen.

"Hey Kleine", grinste Jake mich an und zog mich in eine innige Umarmung. Er machte das jedes Mal seit ich zurück war. Entweder genoss er meine Nähe oder er versuchte einfach aus Spaß Seth eifersüchtig zu machen. Ich begann zu lachen und Jake beendete die Umarmung. "Jake", begann Seth hinter mir, "Lass die Finger von meiner Freundin!", grinste er.

"Verlobte!", sagte ich und sah ihn vorwurfsvoll an.

"Natürlich", er schlang seine Arme um mich.

"Verlobte?", sagte Leah und tat als ob sie davon noch nichts wusste.

"Ja", grinste Seth stolz und alle begannen zu lachen. Aus meinem Freundeskreis hier wusste es mittlerweile natürlich jeder und so konnten wir in diesem Fall auch darüber reden. Wir begannen also ein bisschen zu reden, nicht über das Thema Hochzeit, aber über alles mögliche alltägliche, bis...

"Wo sind eigentlich Clary und Embry? Die sind doch sonst auch immer hier...", bemerkte ich und sah die anderen fragend an. Als Antwort bekam ich von allen ein Schulternzucken. Von allen außer Jake. "Die beiden sind schon mal zu euch nach Hause, also zu eurer Familie. Ich glaube die wollten bei den Weihnachtsvorbereitungen helfen", sagte er und ich schlug mir mit der flachen Hand an die Stirn: "Mist! Das sollten wir auch mal tun... Ich habe es Mom versprochen..." Danach verabschiedeten Seth und ich uns von allen und kämpften uns durch die Schneemassen zu mir nach Hause.

Nach einer Ewigkeit waren wir auch endlich zu Hause angekommen. Wir klingelten und das gewohnte Bellen unseres Hundes schlug Seth und mir entgegen. Mit einem Lächeln auf den Lippen öffnete meine Mutter die Tür. "Hallo ihr zwei", begrüßte sie uns, "Schön, dass ihr uns nun auch endlich mit eurer Gesellschaft belohnt." Während sie das sagte hörte sie nicht auf zu Lächeln. Das Gesagte meinte sie keinesfalls böse. Dafür das sie im Weihnachtsstress sein sollte, schien sie sehr gut gelaunt und entspannt. Was war denn mit meiner Mutter los?!

Seth und ich gingen rein, begrüßten nach dem Schuhe ausziehen auch unseren Hund und betraten das Wohnzimmer. Ein riesiger Weihnachtsbaum prankte in der einen Ecke des Raumes und unter ihm waren zwei Füße zu sehen. "Dad?! Kann man dir irgendwie helfen?", fragte ich lächelnd und hockte mich neben ihn, in der Hoffnung sein Gesicht zwischen den ganzen nadeligen Ästen zu erkennen. Als er meine Stimme hörte, zuckte er einmal kurz zusammen und versuchte unter dem Baum heraus zu klettern. Mit jedem Zentimeter, den er weiter unter dem Baum heraus kam, schwankte dieser umso mehr.

"Dad Stopp! Sonst fällt dir gleich der Baum auf den Kopf!", sagte ich ihm Bescheid, "Du kannst mich gleich begrüßen, jetzt halte ich erstmal den Baum fest!" Und das tat ich auch, während Seth in die Küche verschwand um meiner Mum zu helfen.

Spät am Abend waren wir endlich fertig mit allen Vorbereitungen und fielen allesamt nebeneinander auf das Sofa: Mom, Dad, Lissy, Clary, Embry, Seth und ich.

Lissy und ich betrachteten unser Werk. Wir hatten den Baum und das Wohnzimmer weihnachtlich geschmückt.

Mom und Seth unterhielten sich noch über irgendwelche Gewürze und Dad, Clary und Embry waren beinahe am Einschlafen, denn die drei hatten den gesamten Tag das Haus von außen mit Lichterketten und anderem leuchtenden Kram verziert.

Irgendwann verschwanden wir alle nacheinander in unsere Zimmer und genossen wohl noch ein bisschen die Zweisamkeit. Mom und Dad, sowie Clary und Embry auch hörte man leise Flüstern und Lissy kraulte Barny, der mit ihr zusammen im Bett kuschelte.

Wolves - Eine von ihnenWo Geschichten leben. Entdecke jetzt