Kapitel 24
Ich zitterte am ganzen Körper.
Wo war er? War er meinetwegen weg?
Ich strich mir eine Träne aus dem Augenwinkel.
Der Brief, den Caroline mir entgegen geworfen hatte, lag einsam und alleine auf dem Fußboden.
Langsam bewegte ich mich. Ich setzte mich auf und beugte mich runter.
Meine Hände zitterten und ich drehte den Brief um.
Für Josy-privat
Eine neue Träne lief mir die Wange runter.
Meine Hände zitterten während ich den Brief öffnete.
Mit einem Ruck riss ich den Brief auf.
Mein Finger glitt am Papierrand vorbei und langsam bildete sich ein Blutstropfen an meinen Fingerkuppe.
Ich biss mir auf die Zunge, während ich den Brief aus dem Umschlag holte.
Ich liebe dich stand dort in dicken schwarzen Buchstaben. Ich strich mit meinem Finger darüber und stellte mir vor, wie er in seinem Zimmer gesessen hatte und langsam und ebenfalls mit zitterten Fingern auf einem Stift gekaut hat und er langsam angesetzt hatte um diesen vielbedeuteten Satz zu schreiben.
Ich bekam einen Schluchzanfall.
Ich verstand ihn.
Ich verstand, dass er es mir sagen musste.
Ich verstand, dass er auf dem Dach sitzen musste um nachzudenken.
Ich verstand, dass er weggelaufen ist, als ich ihn weggeschickt hatte.
Und ich verstand, dass er mich liebte.
Denn ich liebte ihn auch. Er hatte alles was ich mir je gewünscht hatte.
Ich würde ihm blind vertrauen. Ich würde ihm alles geben was er haben wollte, wenn ich bei ihm sein konnte.
Jetzt erst verstand ich mich.
Ich liebte ihn. Und das verdammt doll.
Langsam faltete ich den Brief auf.
Liebe Josy,
Ich weiß, was du jetzt denkst.
"Warum ist er weg? Wo ist er?"
Ich bin bald wieder da, dass verspreche ich dir, meine Josy.
Ich wäre sowieso gegangen, egal was du auf dem Dach im Krankenhaus gesagt hättest.
Ich brauch eine Auszeit vom normalen Leben. Die Schule ist Mist, Meine Freunde sind zu blöd, zu kapieren wie es mir geht und meine Eltern stressen mich.
Es mag sich albern anhören.
Ich weiß ich bin erst kurz vor meinem 17. Geburtstag, aber ich muss einfach von Zuhause weg.
Es war schon lange geplant, aber als ich dich kennengelernt habe wollte ich das nicht mehr.
Du bist mein Licht. Du legst Schatten auf mich, wenn du dich von mir abwendest.
Josy, ich liebe dich. Ich hoffe du verstehst mich jetzt ein wenig mehr.
Jacob💗
Ich strich mir eine Träne aus dem Augenwinkel. Meine Augen waren glasig und meine Hände zitterten.
Nicht wegen des Inhaltes des Briefes, sondern wegen der Tatsache, dass ich ihm meine Gefühle nicht ins Gesicht sagen konnte.
Er war weg und ich wusste nicht wann er wiederkommt. Niemand wusste das, außer er.
Es war so verdammt unfair. Er musste nicht gehen, er wollte gehen.
Er hat mich hier alleine gelassen und er wusste, dass ich nicht nachkommen konnte.
In meinem Hals bildete sich ein Knoten. Ich schluchzte auf und drehte mich in meinem Bett auf den Bauch und weinte leise in mein Kissen, wobei ich stark zitterte.
"Josy?", diesmal sagte Caroline meinen Namen leise.
Ich nickte nur schlaff.
"Tut mir leid.", flüsterte sie und ich hörte ihre Schritte, die immer näher in meine Richtung kamen. "Ich bin nur so wütend auf ihn und dass er dir geschrieben hat und uns nicht. Weißt du? Wir sind seine Familie. Du bist seine Nachbarin.
Ich weiß, dass du nicht so viel über ihn weißt. Er erzählt nie etwas über sich selber. Aber wir wissen viel mehr über ihn und lieben ihn abgöttisch seit dem er geboren wurde und er kennt dich knapp einen Monat. Trotzdem schreibt er dir und nicht uns.."
"Wo ist er?", unterbrach ich sie.
Sie seufzte. "Ich weiß es nicht. Ich dachte es steht im Brief."
Ich schüttelte den Kopf. Da mein Kissen nass war, hob ich den Kopf und sah nun Caroline direkt in ihre dunkelblauen Augen.
"Wann kommt er wieder?", flüsterte sie. Als ihre Augen feucht wurden und die Tränen sich im blau spiegelten, so dass ihre Augen größer wirkten, neigte sie ihren Kopf zum Boden und ihre Haare fielen ihr ins Gesicht.
"Wenn du weißt wann 'bald' ist.", sagte ich nach einer Weile und sie schüttelte den Kopf.
Sie setzte sich vorsichtig auf meine Bettkante und wir schluchzten beide im gleichen Moment auf und mussten leise lachen.
Ich rückte ein Stück zu ihr und sie zu mir.
Wir fielen uns in die Arme und weinten einfach.
Niemand sagte ein Wort, weil wir beide wussten das dies nichts bringt.
Kein Wort der Welt würde ihn je wieder holen.
*
Caroline und ich saßen beide auf meinem Bett vor unseren Handys.
Ich schrieb Jacob eine SMS und sie versuchte ihn anzurufen.
Bei ihr klingelte es einige Male doch dann wurde sie weggedrückt.
"Wenigstens lebt er noch, wenn er dich wegdrückt.", sagte ich und lachte leise über mich selbst, doch erhaschte nur einen bösen Seitenblick von Caroline.
Wir beide wussten, jedoch dass wir eigentlich darüber erleichtert sein mussten.
"Und jetzt?", fragte ich sie.
"Werde ich nachhause fahren und sein Zimmer durchsuchen nach Reiseführern.", meinte sie und zuckte mit den Schultern.
"Gute Idee. Ruf mich per FaceTime an wenn du anfängst zu suchen. Ich will wenigstens ein bisschen helfen.", sie nickte darauf.
"Und was machst du, während ich nachhause fahre?", fragte sie.
"Ich werde zu meiner Freundin Nathalie gehen und sie fragen, welche Reisebus immer vom Krankenhaus abfahren."
"Supi!", sagte sie und wir standen auf.
"Dann bis gleich.", sagte sie als sie dass Zimmer verließ.
___
Hey Leute,💗🎉
10.000 Reads geknackt 💪🏻
Ich lieb euch.
Deswegen gibt es heute keine Lesenacht, wie eigentlich versprochen.
Sondern einen Lesetag.
Ich weiß nicht wie viele Kapitel kommen werden, also seid nicht enttäuscht wenn es nicht all zu viele sind, okay?
Wie findet ihr die Idee? 💗
xfairytalexx
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Neighbours
Hayran KurguProlog "Hast du alles, Schätzchen?", fragte mich meine Mutter. "Ja-a, Mum, zum tausendsten Mal.", stöhnte ich auf. Wir standen vor der Haustür unseres alten Hauses um die letzten Kartons aus dem Haus zu holen und in den Lastwagen zu laden. "Gut."...
