Drachen und Amortentia

3.6K 163 20
                                        

Harry, Ginny und Ron setzten sich an den großen Tisch, während Blaise, Pansy, Draco und Hermine sich auf seinem Bett nieder ließen. Fang war so überdreht wie immer und lief zwischen allen hin und her, während sein Herrchen am Feuer stand und Tee kochte.

„Wie lang bleibt ihr drei eigentlich noch in Hogwarts?", richtete Hagrid das Wort an Harry, Ginny und Ron. „Auf jeden Fall noch bis zu Hermines Geburtstag. Aber ich werde wahrscheinlich ziemlich viel in Hogsmeade zu tun haben. George ist keine besonders große Hilfe, seit dem Angelina da ist.", gab Ron zu und musste schmunzeln. Er freute sich, dass George endlich anfing wieder glücklich zu werden.

„Wann hast du denn Geburtstag Hermine?", fragte Pansy aufgeregt. „Am Freitag. Aber ich werde keine Feier schmeißen.", entschuldigte sich Hermine. Pansy jedoch grinste nur. Sie unterhielten sich noch eine Weile und sobald alle eine Dampfende Tasse Tee in der Hand hielten setzte auch Hagrid sich in seinen großen Sessel.

„Ich hab noch ein kleines Geschenk für dich.", meinte plötzlich Harry und überreichte Hagrid einen Karton, welchen er zur Überraschung aller zuvor aus seinem Portmonee zog. Als er die Gesichter seiner Freunde sah, fügte er hinzu: „Unaufspührbarer Ausdehnungszauber. Aber da ich ja schlecht mit einer Umhängetasche rumlaufen kann, habe ich ihn auf meine Geldbörse angewandt."

Hagrid öffnete den Karton und holte einen Glaskasten hervor, welcher an manchen Stellen ganz schwarz war. Plötzlich schrie Hagrid vor Begeisterung lauf auf: „Es ist ein Drache." „Ja. Ich weiß, dass du dir schon immer einen gewünscht hast. Das ist der Drache, welchen ich beim Trimagischen Turnier gezogen habe. Ich glaube bei dir ist er besser aufgehoben, als bei mir.", meinte Harry mit einem strahlen im Gesicht.

Hagrid stand auf und zog ihn in eine feste Umarmung. Sie redeten noch lange und aßen ihr Abendbrot bei Hagrid. Kurz vor Sperrstunde gingen Pansy, Draco, Blaise und Hermine zurück zum Schloss. Harry, Ginny und Ron hingegen liefen nach Hogsmeade um dort zu übernachten.

„Wollen wir gleich hier schlafen?", fragte Hermine an die drei anderen gewandt, als sie den Gemeinschaftsrum betraten. „Klar warum nicht. Also sehen wir uns gleich wieder hier.", meinte Blaise. Sie verschwanden alle in ihrem Zimmern, um sich für die Nacht fertig zu machen. Zehn Minuten später betraten die beiden Mädchen den Gemeinschaftsraum.

Draco und Blaise hatten sich schon mit ihren Decken auf die zwei einzigen Sofas gelegt, welche im Raum standen. „Und wo sollen wir schlafen?", fragte Pansy. Zur Antwort hoben die beiden Jungs nur ihre Decken an. Hermine lief zu Draco und kuschelte sich unter die Decke. Sie spürte, wie Draco seinen Arm um sie legte und sie an sich zog. Pansy war in der Zwischenzeit zu Blaise unter die Decke gestiegen.

Sie waren fast eingeschlafen, als Blaise plötzlich lautstark fluchte: „Wir haben den Trank vergessen. Wir müssen sofort die letzten Zutaten hinzu geben." Sofort waren alle wieder hell wach und liefen zu ihrem privaten Zaubertrankraum. Hermine überflog noch einmal die Liste mit den Zutaten und stellte alle auf den Tisch.

„Zuerst muss ein tropfen Acromantulagift hinein gegeben werden und dann drei Mal im Uhrzeigersinn rühren.", sagte Hermine und beobachtete wie Blaise ihre Anweisungen ausführte. „Nun muss ein gefrorenes Aschwinderin-Ei und ein getrockneter Billywig-Stachel hinzu gegeben werden und dann zehn Minuten im Uhrzeigersinn rühren.", las Hermine vor und Draco ließ die Zutaten hinein gleiten.

Plötzlich fing der Trank an zu brodeln und eine enorme Hitze auszustrahlen. Blaise begann den Trank umzurühren und nach und nach wurde das Brodeln weniger und der Trank kühlte ein wenig ab. „Nun müssen zehn Gramm Dracheneierschalen zermahlen werden und nach dem Rühren hinein gemischt werden.", meinte Hermine und Pansy begann mit der Arbeit.

„Danach kommen dann nur noch klein geschnittene Liebstöckel, etwas Löffelkraut, zerhacktes Nieskraut und eine Frucht der Snargaluff.", erklärte Hermine und machte sich zusammen mit Draco an die Arbeit. Er wog die richtige Menge ab und sie zerkleinerte die Zutaten.

Sie arbeiteten alle vier hochkonzentriert und sie bemerkten, dass sie ein echt gutes Team waren. Nach zwei Stunden waren sie endlich fertig. Der Trank schimmerte nun in allen Farben und im Raum breitete sich ein angenehmer Geruch aus. Hermine lehnte sich erschöpft gegen Draco und atmete tief ein. Sie fühlte sich plötzlich ausgesprochen wohl und alle Erschöpfung fiel von ihr ab, sie fühlte sich leicht benebe.

Der Duft von frisch gemähten Gras, Pergament und Dracos Aftershave stieg ihr in die Nase. Plötzlich war sie wieder hellwach. Draco, Pansy und Blaise standen nahe beim Kessel und atmeten ruhig und tief. Alle drei hatten einen leicht verklärten Blick, also griff Hermine schnell nach einem Deckel und legte ihn auf den Kessel.

Die anderen drei lösten sich aus ihrer Starre und wurden leicht rot. Hermine hingegen war schon wieder in Gedanken versunken. Im letzten Schuljahr hatte der Trank noch nach Ron gerochen und nun nach Draco. Ja sie mochte Draco, aber das war nun doch etwas zu viel des Guten.

„Wir sollten langsam wieder schlafen gehen.", sagte Blaise und riss sie so aus ihren Gedanken. Die anderen nickten nur und so liefen sie zurück zu ihrem Gemeinschaftsraum und legten sich auf die Sofas. Draco murmelte noch einen Zauber, welcher sie vor den anderen wecken würde und es dauerte nicht lange und Blaise, Pansy und Hermine waren eingeschlafen.

Draco jedoch lag noch wach und dachte an den Trank, er hatte in Rot und Silbern geschimmert und nach frischen Büchern, Äpfeln, Lavendel und Vanille gerochen. Er atmete tief ein und der Geruch von Lavendel und Vanille stieg ihm erneut in die Nase. Er musste schmunzeln, da ihm bis jetzt noch nie aufgefallen war, dass Hermines Haare danach dufteten.

Nach was der Trank wohl für sie gerochen hatte. Er musste sie nur dazu bringen, den Aufsatz lesen zu dürfen, welchen sie alle für Slughorn über die Zubereitung, die Wirkung und die eigenen Erfahrungen schreiben mussten. Während er weiter darüber nachdachte schlief auch er schließlich ein.


Anders als erwartetGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt