*P.o.V. Clarke*
Ich wachte mit einem Lächeln auf und realisierte Sekunden nachdem ich bemerkte, wo ich war, warum.
Flashback
"Wow, Lexa", schmunzelte ich, als ich in die Küche trat, "Warum genau waren wir noch nie bei dir?"
Mir gefiel ihr Einrichtungsstil. Er war so modern, schlicht und nicht übertrieben. Es passte einfach alles zusammen.
'Und es passt zu Lexa.'
"Keine Ahnung", überlegte sie und öffnete den Kühlschrank, ehe sie sich schmunzelnd wieder zu mir drehte und dabei triumphierend eine Weinflasche anhob.
"Da sag ich nicht nein!", grinste ich und ließ meine Tasche auf den Barhocker an der Kücheninsel sinken, "Bekomme ich eine Führung, Miss Woods?"
"Selbstverständlich, Miss Griffin."
Nachdem sie die Flasche geöffnet und elegant zwei Weingläser gefüllt hatte, drückte sie mir meins in die Hand und stieß mit mir an, bevor sie mir ihre Wohnung zeigte.
"Weißt du, was mir im Wohnzimmer fehlt?", lächelte ich leicht, als ich mich zum wiederholten Male an den Türrahmen lehnte.
"Ein Bild", sprachen wir gleichzeitig aus, während sie sich auf das große Ecksofa sinken ließ.
"Mir auch", fügte sie hinzu, "aber ich habe noch nicht das passende gefunden."
"Was hast du dir vorgestellt?", hakte ich nach und nippte an meinem Glas.
"Hmm", sie drehte sich weiter zur Seite und musterte die freie Wand hinter sich, "definitiv etwas Schlichtes."
Ich konnte nicht anders, als ihr Profil zu begutachten. Nach dem hitzigen Moment vorhin auf dem Weg zum Auto, als sich unsere Finger fast von selbst miteinander verbunden hatten, war dieses Kribbeln immer noch nicht erloschen.
'Sie hat so eine Ausstrahlung.'
Ich hatte noch nie zuvor so für eine Frau empfunden und ich konnte meinen Gefühlswechsel auch nicht erklären-
"...was denkst du?"
"Hm?", ich blinzelte und traf sofort auf grüne Auge und ein sanftes Lächeln.
"Was denkst du, würde hier gut reinpassen? Du hast sehr viele Bilder in deiner Wohnung. Und sie passen wirklich perfekt... Also gib mir deine Profimeinung!"
"Profimeinung?", schmunzelte ich und nippte abermals an meinem Glas, ehe ich mich vom Türrahmen abstieß und langsam herüber zu ihr schlenderte, "Alle Bilder in meiner Wohnung...sind selbst gemalt."
Sie hob eine Augenbraue.
"Ich male schon sehr lange. Da gibt es ein Zimmer in meiner Wohnung, das du noch nicht betreten hast", und ich setzte mich langsam neben sie.
"Scheinbar!", drehte sie sich zu mir, nachdem sie mich keine Sekunde aus den Augen gelassen hatte, "Warum hast du mir noch nie davon erzählt?"
"Wir kamen wohl noch nie auf das Thema", schmunzelte ich.
"Ich wollte dich ständig fragen, wo du die Bilder her hast... Aber irgendwie kam immer etwas dazwischen", sie nippte nun ebenfalls wieder an ihrem Glas, "Ich liebe deine Bilder."
Ich fühlte, dass ich leicht rot wurde, obwohl ich schon viele Komplimente für meine Kunstwerke erhalten hatte.
"Danke."
"Im Ernst!", sie legte ihre Hand auf meinen Oberschenkel, "Wenn deine letzte Prüfung vorbei ist, würdest du dann...also nur wenn du magst...?"
"Ich soll ein Bild für deine Wand kreieren?", hob ich überrascht eine Augenbraue.
"Nur wenn du willst...?"
"Es ist mir eine Ehre", bedeckte ich ihre Hand mit meiner und stieß mit meinem Glas sachte gegen das ihre: "Darauf wird angestoßen. Und die Details besprechen wir in einem weniger alkoholisierten Zustand."
"Einverstanden", lächelte sie.
Und von da an tranken wir Wein, erzählten, lachten und vergaßen, wie spät es war. Bis wir beide soweit betrunken waren, dass wir keinen wirklichen Gedanken daran verschwendeten, wie ich denn nach Hause kommen würde.
"Ich schlafe immer rechts", erklärte mir Lexa, als wir unsere Weingläser schnappten und das Wohnzimmer verließen.
"Ich schlafe für gewöhnlich im Bett", kicherte ich, "aber ich kann auch auf dem Sofa schlafen, wenn-"
"Na bestimmt nicht!", zog sie mich an der Hand mit, "Ich glaube wohl, es geht los."
"Du möchtest mich wohl unbedingt in deinem Bett haben?", biss ich auf meine Zunge, wonach sie über ihre Schulter zu mir sah und zwinkerte: "Du hast es erfasst."
Ich lachte auf.
"Du bekommst sogar ein Oberteil von mir."
Wir erreichten am Ende des Flures ihr Schlafzimmer und stellten unsere Gläser auf der Kommode gegenüber vom Bett ab, bevor sie zum Kleiderschrank ging und mir ein Oberteil raussuchte.
"Ich kann auch in meinem Top schlafen", zog ich bereits den Blazer aus und warf ihn auf einen Korb, "damit habe ich kein Problem."
"Nein, kommt nicht in die Tüte", hielt sie vor mir an und drücke mir eins in die Hand, "Musst du nochmal ins Bad?"
Ich schüttelte den Kopf: "Danke!"
"Bin gleich wieder da", und sie eilte aus dem Zimmer.
Ich nutzte die Zeit und zog mich um, bevor ich die Tagesdecke und zwei kleine Kissen vom Bett nahm und auf der linken Seite unter die große Decke krabbelte. Als ich lag, drehte ich mich auf den Rücken und schloss seufzend meine Augen.
'Alles riecht nach Lexa', holte ich tief Luft und lächelte entspannt.
Oh ja, es drehte sich alles um mich herum und höchstwahrscheinlich würde ich mir im nicht-alkoholischen Zustand Gedanken machen, wie ich hier in Lexas Bett lag.
'Nur in Shirt und Slip...in Lexas Bett...Das hätte ich mir auch nicht träumen lassen.'
Ich hörte, wie der Lichtschalter betätigt wurde und öffnete meine Augen, bevor ich meinen Kopf nach rechts zur Tür drehte und zusah, wie Lexas Silhouette näher kam.
"Wenn du liegst, wird sich alles drehen", warnte ich sie vor.
Bevor sie ins Bett stieg, sah ich ein sanftes Lächeln, da durch dass das weiße Licht des Mondes durch das Fenster herein schien, konnte ich sie für den Bruchteil von ein paar Sekunden genau sehen.
"Das macht nichts", erklärte sie leise und krabbelte unter die Decke.
Ich drehte mich auf die Seite und sah ihr zu, wie sie sich ebenfalls positionierte und zu mir gewandt liegen blieb.
"Alles okay?"
"Es könnte nicht besser sein", lächelte ich.
Meine Augen hatten sich wie immer schnell an die Dunkelheit gewöhnt, weshalb ich die kleinen Details auf ihrem Gesicht ausmachen konnte.
"Weck mich, wenn etwas nicht stimmt."
Zur Antwort schob ich meine Hand zwischen unsere Gesichter, mit der Handfläche nach oben und wartete auf ihre Reaktion, während ich unseren Augenkontakt nicht einmal brach.
Schließlich fühlte ich, wie ihre Fingerspitzen über meinen Unterarm strichen, als sich ihre Hand weiter nach oben arbeitete, und sie sie letztlich über meine legte und sich unsere Finger miteinander verschränkten.
"Gute Nacht, Lexa", flüsterte ich.
"Gute Nacht, Clarke."
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From the very first second
Fanfiction-Pausiert- Seifenblasen platzen so schnell, dass man den Prozess kaum wahrnimmt. Von der einen zur anderen Sekunde kann sich so manches Leben, so mancher Alltag, plötzlich in Luft auflösen. Ein jähes Ende kann dem einen eine Genugtuung sein, dem and...