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Vorsichtig berührt die Mutter das Gesicht ihres Sohnes. Mit glasigen Augen schaut er sie an. Seine Lippen beben, „Mom, du bist so..."

„Alt?", beendet die Mutter den Satz.

„Ich wollte nicht das sag..."

„Schon gut! Ist okay mein Kind!", mit Tränen in den Augen küsst sie ihren Sohn auf die Stirn. Brenton muss sich zusammenkneifen, damit er nicht anfängt gleich zu weinen. Seine Mutter ist nicht dieselbe. Nun ja, er weiß, dass alle die er kennt 10 Jahre älter sein würden, als er. Doch sie dann persönlich zu sehen, ist wirklich ein Schock. Seine Mutter hat viel mehr Falten im Gesicht, als früher. Nicht nur Falten wegen des Alters, sondern wahrscheinlich auch wegen Stress und Trauer, die sie gehabt hat, als er plötzlich "verschwunden" ist. Außerdem hat sie auch um einiges zugenommen. Er kann sich gar nicht vorstellen, was seine Familie und Freunde alles durchleben mussten, als er plötzlich aus dem Urlaub nicht mehr zurückkam. Trotzdem ist er sehr glücklich wieder daheim sein zu können. Wieder bei seiner Familie sein zu können. Weg von diesen schrecklichen Ort.

Der Doktor befiehlt Brenton aufzustehen und sein Hemd auszuziehen. Stöhnend steht er auf und zieht sein Hemd aus. Seine Mutter schaut ihn blass an, als sie den Anblick seines gebräunten Oberkörpers sieht. Blutige und tiefe Kratzwunden und Schusswunden gehen von seiner Brust bis zu seinen Rücken entlang. Gelbe und blaue Blutergüsse sind im ganzen Rücken und Bauch verteilt. Narben, frische und alte Narben, durchlaufen seinen ganzen Körper. Der Doktor nimmt eine Salbe und schmiert sie auf die blutigen und eiternden Wunden.

„W-was ist passiert?", fragt die Mutter zitternd. Der Doktor hebt sein Kopf hoch. Anscheinend interessiert ihm diese Frage auch. Doch Brenton hat klare Befehle von der Regierung bekommen, eigentlich Warnungen, dass er nichts erzählen darf.

„Ich...", Brenton will irgendeine Lüge erfinden, als er plötzlich eine wunderschöne junge Dame vor der Tür stehen sieht. Sie ist groß und schlank. Sie wirkt selbstbewusst, doch auch etwas eingebildet. Ihre Haare glitzern wie die Sonne. Ihre kleinen grünblauen Augen schauen Brenton mit glasigen Augen an. Brentons Mund trocknet aus und ihm wird bewusst, wer da vor ihm steht. Seine Schwester! Ihm war klar, dass seine Schwester genauso alt, wie er jetzt nun war, nämlich 17 Jahre. Doch sie da zu sehen, seine kleine nervige Schwester, als eine fast ausgewachsene Frau zu sehen, war schwer. Er hat sie nicht aufwachsen gesehen. Das ist wie ein Messerstich in Brentons Herz.

Seine Mutter und der Doktor merken die Spannung in der Luft und entdecken Jasmin.

„Jasmin, ich habe dich doch gebeten draußen zu warten!", sagt die Mutter streng, doch auch etwas besorgt.

Tränen rollen Jasmins Backen herunter. Brenton zieht schnell sein Hemd wieder an, damit seine Schwester seine Verletzungen nicht sehen muss. Schluchzend verlässt sie das Zimmer und rennt davon.

„Jasmin!", ruft Brenton, indem er ihr hinterher laufen will. Doch der Doktor hält ihn am Arm fest.

„Du musst ausruhen!"

„Mir geht's gut!", zischt Brenton verärgert.

„Nein! Wir müssen dich hier behalten. Du bist ein spezieller Fall. Wir müssen herausfinden, was du hast. Doch du kooperierst nicht und willst nicht erzählen, was mit dir passiert ist"

„Ich hab nichts!", Brentons Lautstärke wird lauter, „Ich will doch nur nach Hause!"

„Ich hab nichts!", Brentons Lautstärke wird lauter, „Ich will doch nur nach Hause!"

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Verlorene ZeitWo Geschichten leben. Entdecke jetzt