Mit Juan rechts und Fernando links neben mir, begeben wir uns zum Eingang der rostigen Lagerhalle. Einige Männer haben sich davor versammelt, halten Bierdosen oder Flachmänner in der einen und Zigaretten oder Joints in der anderen Hand.
Keine einzige Frau sehe ich hier.
Als wir an den Männern vorbei treten, mustern sie mich genauestens. Blicken an mir hinab und lecken sich über die Lippen. Widerlich.
Einer von ihnen trägt eine alte, abgetragene braune Lederjacke und dunkle Jeans. Er ist übersät mit schlecht gestochenen Tattoos, soweit ich das beurteilen kann und hat eine Halbglatze.
In dem Moment, als wir an ihm vorbei gehen, sagt er: »Wen haben wir denn da? Hast du dich verlaufen? Ich kann die gerne den Weg zeigen...zu meinem Schwanz.« Er und seine Leute lachen lautstark und sie schlagen ihm anerkennend auf die Schulter. Dabei entdecke ich, dass er eine große Zahnlücke hat.
Schockiert reiße ich die Augen auf und nehme wahr, dass Juan meine Hand ergreift. Dafür bin ich ihm gerade wirklich dankbar. Als ich aber nach links blicke bemerke ich, dass Fernando nicht mehr bei uns ist. Ich bleibe stehen und drehe mich um. Er steht bei dem Mann mit der Zahnlücke und hat sich vor ihm aufgebaut. Erst jetzt registriere ich, wie groß und breit Fernando ist. In Kombination mit seinem düsteren Erscheinungsbild hat er eine bedrohliche Aura, die Wirkung zu entfalten scheint. Der schwarze Anzug, den er trägt, verleiht ihm etwas machtvolles.
Der Mann mit der Zahnlücke schluckt schwer und schaut ihn beängstigt an. Er ist etwa zwei Köpfe kleiner. Dann nickt er und sagt: »Entschuldige Fernando, ich hatte dich nicht gesehen. Ich konnte nicht wissen, dass sie zu dir gehört.« Es wurde plötzlich ziemlich still um uns herum und alle schauten zu Fernando und dem widerlichen Kerl.
Daraufhin nickt Fernando und kommt wieder auf uns zu. Warum haben alle so einen Respekt vor ihm? Ich schaue zu Juan, der nur eine Augenbraue hebt und mich schließlich hinter Fernando her zieht.
Wir schreiten durch die gewaltige Doppelflügeltür und landen in einer Art Vorraum. Der Bass, der aus dem Inneren der Lagerhalle dröhnt, hämmert durch die Wände und lässt den Boden vibrieren.
Eine Frau mit dunkelrot gefärbten Haaren, ziemlich schwarz geschminkten Augen und roten Lippen sitzt hinter einer Art Tresen. Es ist ziemlich dunkel und nur ein paar Kerzen und flackernde Leuchtstoffröhren, die sich an der Decke befinden, erhellen den Raum. So wie Letztere aussehen, mit dickem Staub und Spinnweben bedeckt und wie sie flimmern, scheinen sie noch vom zweiten Weltkrieg zu stammen, als die Werft noch im Betrieb war.
Schließlich nähern wir uns dem Tresen und die Frau scheint uns zu entdecken. Sie trägt ein enges knappes schwarzes Kleid aus glänzendem Leder und darunter eine Netzstrumpfhose. Ihre beiden Arme sind volltätowiert. Bunte Rosen ranken sich von ihren Handgelenken hoch zu ihrer Schulter und letztlich zu ihrem Schlüsselbein. Hier und da ist ein Totenkopf zu sehen. Vor ihr auf dem Tresen liegen mehrere Stapel mit Dollarscheinen, die sie wahrscheinlich für den Eintritt berechnet.
Gelangweilt schaut sie von ihrem Handy auf, kaut laut schmatzend auf ihrem rosa Kaugummi herum und macht damit eine Blase, die daraufhin platzt. Zuerst schaut sie mich mit zusammengekniffenen Augenbrauen an, weil sie sich wahrscheinlich fragt, was jemand wie ich hier verloren hat. Dann schaut sie zu Juan und als sie Fernando sieht, reißt sie ihre Augen auseinander.
»Fernando!«, ruft sie und erhebt sich ruckartig von ihrem Stuhl. »Ich habe dich gar nicht erwartet.« Nervös zupft sie an ihrem Kleid herum.
»Ich hatte auch nicht vor, zu kommen. Das ist sind mein Bruder Juan und seine Freundin.«, sagt er und nickt uns beiden zu. Wahrscheinlich ist es für diesen Abend an diesem Ort besser, als Juans Freundin zu erscheinen, also erwidere ich nichts.
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Stronger - Secret Love #wattys2019 #aestethicaward2020 #glitzeraward2019
Romance❗️Enthält erotische Szenen ❗️ Die Einserschülerin Rebecca Wilson studiert Medizin in San Francisco. Nach einer gewalttätigen Beziehung ist sie froh, in den USA neu anfangen zu können. Doch dann lernt sie den geheimnisvollen, attraktiven und wohlhab...
