Kapitel 24

5.2K 131 22
                                        

Nach dem Essen gehe ich nochmal kurz ins Bad, nachdem mir Bradley versicherte, dass er Ersatzzahnbürsten im Schrank unter der Spüle aufbewahrt. Wahrscheinlich für seinen zahlreichen Frauenbesuch. Also putze ich mir ausgiebig die Zähne und endlich fühle ich mich rundum frisch.

Bradley sitzt immer noch auf der Veranda, als ich wieder unten ankomme. Ich schreite nach draußen und beobachte das Meer, dessen Rauschen eine betörende Wirkung auf mich hat.

»Heute ist ein perfekter Wellengang zum Surfen.«, bemerkt Bradley nach einer Weile. Dabei schaut er jedoch nicht auf den Ozean, sondern auf mich. Wie lange hatte er mich schon angestarrt?

»Du surfst?«, frage ich ihn überrascht.

»Ich konnte Surfen bevor ich laufen konnte.«, antwortet er mit einem Schmunzeln auf den Lippen. »Bist du schon mal gesurft?«

»Nein, leider noch nie. Aber ich glaube, ich wäre auch viel zu tollpatschig dafür.«, gebe ich zu. Ich kann nicht mal Skateboard fahren.

Plötzlich steht Bradley auf. »Dann wird sich das jetzt ändern.«, sagt er und schiebt mich zurück ins Haus. »Komm mit.«

Ohne auf meine Antwort zu warten, geht er die Treppe hoch. Ich folge ihm und bleibe vor seinem Ankleidezimmer stehen, in dem er verschwindet. Dann öffnet er die Tür und mir bleibt der Mund offen stehen. Bradley trägt einen Surfanzug in schwarz. Das Neopren liegt hautnah um seine Silhouette und betont seinen muskulösen Körper. Wow. Schnell schließe ich meinen Mund wieder und hoffe, er hat nicht bemerkt, dass meine Gehirnfunktion mal wieder wegen ihm einen Aussetzer hatte.

Erst jetzt bemerke ich, dass er einen weiteren Anzug in der Hand hält und mir diesen entgegen streckt.

»Den soll ich anziehen?«, frage ich ihn perplex und nehme den Anzug in die Hand. Er ist dunkelblau und der Stoff fühlt sich angenehm weich an. »Und du hattest ganz zufällig einen Frauen-Surfanzug in deinem Schrank?«

Bradley geht an mir vorbei und antwortet mit einem Schulterzucken: »Klar.«, und ich meine, ein Zucken seiner Mundwinkel zu bemerken. Ja ist klar.

Mit einem Augenrollen verschwinde ich im Ankleidezimmer und streife mir den hautengen Anzug über. Er sitzt überraschenderweise perfekt und die dunkelblaue Farbe betont meine blauen Augen, lässt mich jedoch noch blasser erscheinen, als ich sowieso schon bin. Fertig angezogen trete ich aus der Tür und gehe die Treppe hinunter. Bradley steht im Wohnzimmer und kramt zwei Surfbretter aus einem Vorratsschrank.

»Und ganz zufällig besitzt du auch mehrere Surfbretter.«, stelle ich belustigt fest, als ich neben ihn trete. Sein Surfbrett ist türkisfarben -genau wie seine Augen- und auf der Unterseite befinden sich schwarze Vögel. Mir reicht er ein pastellrosafarbenes Surfbrett, das zur Spitze hin in ein helles blau übergeht. Es ist wirklich wunderschön.

»Ist das deine übliche Anmach-Masche, das Surfen?«, frage ich ihn lachend. Es ist kein Vorwurf, sondern wirklich reine Neugier.

»Ja, schon.«, antwortet er ehrlich und beißt sich auf die Unterlippe, um sich das Lachen zu verkneifen.

Grinsend schüttele ich den Kopf.

»Aber wir sind ja nur Freunde, also musst du dir keine Sorgen machen.«, fügt er hinzu, wobei er das Wort »Freunde« sehr seltsam betont. Irgendwie enttäuscht mich seine Antwort. Doch dann komme ich wieder zu klarem Verstand und sage mir wieder meinen Leitsatz vor. Er ist dein Lehrarzt und du seine Studentin.

»Und ist die Masche erfolgreich?«

»Ich kann mich nicht beklagen.«, sagt er, während er mit dem Surfbrett unter dem Arm geklemmt aus der Terassentür schreitet. Also tu ich es ihm nach und gehe mit meinem Brett hinterher. Dabei habe ich Aussicht auf seinen knackigen Po, der sich unter dem hautengen Stoff im Gehen hin und her bewegt.

Stronger - Secret Love #wattys2019 #aestethicaward2020 #glitzeraward2019Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt