Kapitel 34

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Sobald Juan diese Worte ausgesprochen hat, überzieht eine Gänsehaut meinen gesamten Körper.

Was hat er da gerade gesagt?

Wie angewurzelt bleibe ich draußen vor der Eingangstür stehen und schaue ihn mit großen Augen an. Ich öffne meinen Mund, um etwas zu sagen, doch wieder habe ich einen Kloß im Hals, der mich verstummen lässt.

»Rebecca, ein Blinder würde sehen, wie sehr er dich mag. Eben waren zwei Pistolen auf ihn gerichtet und trotzdem wollte er nicht von deiner Seite weichen.«, sagt Juan stirnrunzelnd und streicht sich eine braune Haarsträhne aus dem Gesicht.

Er trägt stets die anthrazitfarbene Anzughose, die er auf der Arbeit tragen musste und ein weißes Hemd, dessen oberste Knöpfe er geöffnet hat.

Als er meinen Gemütszustand erkennt, kommt er die zwei Schritte, die uns trennen, auf mich zu und nimmt mir meine Tasche ab, welche ich gerade aus dem Gästezimmer geholt habe. Sie ist ziemlich schwer, was wohl weniger an der ganzen neuen Unterwäsche liegt, die Bradley mir gekauft hat, als an den Lehrbüchern, die ich mitgebracht habe, weil ich ohne sie einfach nicht sein kann. Was das angeht, bin ich ein absoluter Nerd. Sie gehören einfach zu mir.

Zusammen gehen wir wieder zum Auto. Als wir einsteigen, bemerke ich, dass Fernando gerade telefoniert. Statt den Anruf über die Freisprecheinrichtung laufen zu lassen, welche bei einem BMW X6 mit Sicherheit zur Ausstattung gehört, hält er sein Handy ans Ohr. Dieses Telefonat ist wohl nicht für fremde Ohren bestimmt.

»Aber Connor hat gewonnen, ist das nicht die Hauptsache?«, sagt er gerade, als ich hinten einsteige. Seine schwarzen Augen schenken mir einen kühlen Blick durch den Rückspiegel. »Ach, die Kleine...nein, nein. Die gehört zu meinem Bruder. Ihr ist schwindelig geworden, deswegen hab ich sie rausgebracht. Nein, mach dir ihretwegen keine Sorgen. Sie wird kein Problem darstellen.«

Dann startet Fernando den Motor und schaut wieder auf die Straße.

»Ich hab keine Ahnung, was mit Connor los war. Ja, wenn ich was weiß, melde ich mich. Adiós.« Er legt auf und legt das Handy weg. Dann treffen seine Augen wieder durch den Spiegel auf meine. »Wenn du nicht dicht hältst, wird sich die Mafia um dich kümmern. Verstanden?«

Ich nicke und der Kloß in meinem Hals wird nicht gerade kleiner. »Verstanden.«


***


Die weitere Autofahrt ist ruhig und schließlich fahren wir ins Financial District, das Finanzviertel im Osten der Stadt, in dem auch das Belle Vue liegt. Die vielen Straßenlaternen, Hochhäuser und Werbetafeln erhellen den Nachthimmel. Ich frage mich, warum wir in dieses Viertel fahren, da hält Fernando auch schon den Wagen an. Die beiden Brüder steigen aus, also tue ich es ihnen gleich.

Ich stehe auf einem Parkplatz, der durch kleine, runde, im Boden eingebaute Strahler erhellt wird und uns zu einem Hintereingang führt. Mein Blick wandert nach oben und ich bemerke, dass wir uns auf dem Parkplatz hinter einem Hochhaus befinden, auf das ich gerade schaue.

Irritiert folge ich den Brüdern. Juan trägt meine schwere Tasche auf seiner Schulter und Fernando hält eine Chipkarte an ein Lesegerät der Eingangstür, bis ein grünes Licht erscheint und ein Signalton ertönt. Dann öffnet sich die Tür und wir begeben uns in die Eingangshalle.

Von innen sieht es fast aus, wie ein Fünfsterne-Hotel. Die Wände in der Eingangslounge sind aus hellem Marmor und Couch und dazugehörige Sessel cremefarben. Davor ist ein goldener Couchtisch platziert. Am Tresen sitzt ein Mann mit dunkler Hautfarbe und kurzen schwarzen Haaren, der einen dunkelblauen Anzug trägt und lächelt uns an.

Stronger - Secret Love #wattys2019 #aestethicaward2020 #glitzeraward2019Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt