❗️Enthält erotische Szenen ❗️
Die Einserschülerin Rebecca Wilson studiert Medizin in San Francisco. Nach einer gewalttätigen Beziehung ist sie froh, in den USA neu anfangen zu können.
Doch dann lernt sie den geheimnisvollen, attraktiven und wohlhab...
Tom wartet vor dem Hörsaal auf mich. Dabei hat er ein Bein angewinkelt, den Fuß gegen die Wand gelehnt und hebt seinen Kopf, als ich auf ihn zu komme.
»Was war los? Warum wollte er dich sprechen?«, fragt er besorgt und geht einen Schritt auf mich zu.
»Er hat mir nur noch mal gesagt, dass das Handy während der Vorlesung gefälligst in der Tasche bleiben soll.«, antworte ich. Die Wahrheit würde Tom sowieso nicht glauben. Und ich verstehe ja selber nicht, was er mir da drin sagen wollte.
»Oh, okay. Was für ein Arsch.«
»Da sagst du was.«, sage ich nickend und wir lachen. Dann gehen wir zusammen zur nächsten Vorlesung ins Labor, in der wir Schweineherzen sezieren. Tom und ich sind Laborpartner und er zögert nicht, mir irgendwelche Grimassen zu schneiden. Dabei äußert er Laute wie: »Ihh!«, »Baah!« oder »Ist das ekelhaft!« und ich sage ihm immer wieder, dass er sich wohl für das falsche Studienfach entschieden hat. Natürlich ist er nur albern und ich bin mir sicher, dass er ein hervorragender Arzt wird. Jedenfalls lenkt mich seine Gesellschaft etwas ab und ich denke nicht mehr zu oft an Bradley und sein seltsames Verhalten.
Als ich um fünf Uhr zu Hause ankomme, ist Tiffany noch weg. Sie hat ihre Vorlesungen meistens etwas später als ich und bleibt danach manchmal noch in der Bibliothek, die zu ihrem Glück bis 24 Uhr geöffnet hat. Immer wieder denke ich über das nach, was Bradley zu mir sagte. Ich kann das hier nicht. Dich unterrichten. Wenn du nicht angefasst werden willst, solltest du nicht so enge Jeans anziehen. Am besten gehst du, du passt hier ohnehin nicht rein. Nichts davon verstehe ich.
Was will er mir damit sagen? Und warum ist er immer so abweisend zu mir? Am schlimmsten finde ich aber, dass er mich heute im Hörsaal vor allen Leuten bloßgestellt hat. Tom hat Recht, er ist wirklich ein Arsch. Aber dann denke ich daran, als er mich vor diesem Nick im Five Stars gerettet hat und darauf bestand, mich nach Hause zu fahren, als ich betrunken und weinend vor dem Xenon saß. Das passt einfach alles nicht zusammen.
Um meinen Kopf frei zu bekommen und da Tiffany nicht zu Hause ist, beschließe ich, ins Fitnessstudio zu gehen. Ich lasse das Fahrrad stehen und versuche während des Spaziergangs dorthin an etwas anderes zu denken, was mir jedoch ziemlich schwer fällt.
Dort angekommen, steuere ich sofort aufs Laufband zu, entscheide mich dann aber doch für die Geräte. Mich mit etwas Krafttraining und lauter Musik in den Ohren auszupowern scheint mir genau richtig. Und ich mag den Muskelkater am nächsten Tag, der mir signalisiert, dass ich aktiv war. Zum Glück ist es ziemlich leer im Geräteraum und ich habe freie Auswahl. Also setze ich mich an das Latzuggerät, dass sonst immer besetzt ist und nehme die lange Stange, die von oben an einem Zugband hinab hängt, in beide Hände und ziehe sie nach unten zu meiner Brust. Das leichte Kribbeln im Rücken fühlt sich angenehm an. Im nächsten Satz traue ich mir schon etwas mehr Gewicht zu und ich stecke die Nadel ein Loch weiter nach unten. Als ich jedoch nach ein paar Wiederholungen ins Wanken gerate, spüre ich, wie von hinten jemand seine Hände neben meine auf die Stange legt und mir Hilfe leistet. Dabei berühren seine Hände meine und verursachen Elektroschocks, die durch meinen Körper zucken. Ich versuche, ruhig zu bleiben und mache noch ein paar Wiederholungen, die Hände des Unbekannten immer noch direkt neben meinen und spüre seinen harten Körper dicht an meinem Rücken. Dabei rieche ich ein mir bekanntes Parfum. Langsam setze ich die Stange wieder ab, stehe auf, drehe mich um und schaue in die schönen türkisblauen Augen, die mir jedes Mal eine Gänsehaut verpassen.
»Danke.«, sage ich lächelnd. Jetzt werde ich mich zusammenreißen und mich nicht wieder wie ein verängstigtes kleines Mädchen benehmen. In dieses Fitnessstudio gehe ich nun seit mehr als einem Jahr und ich fühle mich hier sicher. Das scheint mir etwas zu helfen. Hoffentlich.
»Keine Ursache, Rebecca.«, antwortet er. Er verzieht keine Miene. Kein Lächeln. Aber schaut mir sehr durchdringend in die Augen. Ich spüre ein Ziehen in meinem Unterleib und merke, wie sich meine Brust schneller auf und ab bewegt. Was hat dieser Mann nur für eine Wirkung auf mich? Sobald ich ihn sehe, bin ich nicht mehr bei Verstand. Dabei hilft auch nicht gerade, dass er ein eng anliegendes schwarzes Tanktop trägt, das seine muskulösen Arme und Schultern zum Vorschein bringt. Diese Schultern!
So langsam, scheint mein Gehirn wieder zu arbeiten und ich frage ihn: »Woher weißt du, dass ich Rebecca heiße?« Ich verschränke meine Arme vor mir und hoffe, dass diese Geste mich irgendwie vor ihm schützt.
»Deine Bluse. Im Belle Vue.«, sagt er und mustert mich von oben bis unten. Am liebsten würde ich ihm mit meinen Fingern durch die Haare gehen. Sie sind nach hinten gebunden, doch rechts fällt eine Strähne heraus. An seinen trainierten Armen sind einige Adern zu sehen. Wow, er ist wirklich fit. Als ich versuche, meine Gedanken wieder zu sammeln, verstehe ich auch, was er meint. Mein Name ist auf meinem Arbeitshemd aus dem Belle Vue geschrieben.
»Oh, stimmt. Aber ich hätte nicht gedacht, dass dich interessiert, wie ich heiße.«, gebe ich zu. Ich bin etwas überrascht von meiner Ehrlichkeit, doch gleichzeitig auch stolz, dass ich mich jetzt normal mit ihm unterhalten kann, ohne ihn mir nackt vorzustellen. Bei dem Gedanken daran, zieht es nochmals in meinem Unterleib. Konzentration, Becks! Du schaffst das!
»Wie kommst du darauf?« Er neigt seinen Kopf zur Seite und zieht seinen rechten Mundwinkel hoch.
»Wie ich darauf komme? Vielleicht, weil du dich mir gegenüber verhältst, als würdest du mich hassen? Obwohl du mich überhaupt nicht kennst.« Weiter so, Becks!
»Ich hasse dich nicht, Rebecca.«
Dass er meinen vollen Namen so ausspricht, macht mich mehr an, als es sollte. Nein, es macht mich wirklich scharf. Ich fahre mir mit der Zunge über die Unterlippe und beiße mir darauf. Und schon kann ich mal wieder nicht mehr klar denken.
Plötzlich nimmt Bradley meine Hände und zieht mich wie zuvor im Belle Vue hinter eine Säule in eine Ecke. Mein Herz rast. Was hat er vor?
Er macht noch einen Schritt auf mich zu, dabei erinnert er mich an eine Raubkatze, die ihre Beute fängt. Ich pralle mit dem Rücken gegen die Wand. Dann nimmt er meine Handfesseln, hebt sie über meinen Kopf und presst auch sie gegen die kalte Steinwand. Eine weitere Gänsehaut schießt wie eine Welle durch meinen zitternden Körper.
Plötzlich spüre ich ein Verlangen, dass ich noch nie in meinem Leben gespürt habe. Es fühlt sich an wie ein Feuer, das aus meinem Unterleib entfacht und sich über meinen ganzen Körper ausbreitet. Ich fühle mich hilflos. Ich bin ihm vollkommen ausgesetzt, so wie ich hier gegen die Wand gepresst stehe, meine Hände immer noch über mir platziert. Und genau dieses Gefühl, dass er die alleinige Kontrolle über mich hat, macht mich so an, dass meine Beine ganz wackelig werden. Mein Atem geht schwer und meine Brust neigt und hebt sich immer schneller.
Bradley führt seinen Kopf zu mir herunter und blickt mir tief in die Augen. Ich schaue auf seine Lippen, die nur noch wenige Zentimeter von meinen entfernt sind und frage mich, wie sie sich wohl anfühlen. Wie sie wohl schmecken. Er hält kurz inne, schließt seine Augen, öffnet sie wieder und ich sehe in ihnen ebenfalls ein Verlangen. Wie ein loderndes Feuer. Endlich kommt er noch etwas näher, streift mit seinen Lippen mein linkes Ohr und flüstert:
»Ich hasse dich ganz und gar nicht, Rebecca.«
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Und das war Kapitel 9! Ich freue mich wie immer über einen Kommentar oder Vote 🙈😊 bis zum nächsten Kapitel! ❤️