Kapitel 7

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Als die Tür sich öffnet, verstummen alle im Hörsaal. Bradley schließt die Tür hinter sich und begibt sich nach vorne vor die große Tafel an das Rednerpult. Er hält sich mit den Händen links und rechts daran fest, nein, viel mehr klammert er sich so sehr daran, dass seine Hände weiße Druckstellen bekommen.

»Guten Morgen. Wie sie sehen, bin ich nicht Dr. O'Malleigh.«, beginnt er zu sprechen und lässt seinen Blick durch den Hörsaal streifen. Das Kichern von ein paar Studenten füllt den Raum. Moment mal. Hieß so nicht der Mann, mit dem Bradley gestern im Belle Vue einen Streit hatte? Jetzt fällt mir endlich ein, woher ich ihn kannte. Dr. O'Malleigh ist hier Professor. Und Bradley? Was macht er denn hier? Ich verstehe gar nichts mehr.

»Mein Name ist Dr. Bradley Connor. Dr. O'Malleigh und ich arbeiten zusammen in der Universitätsklinik. Leider war es ihm nicht möglich, diesen Kurs zu leiten. Also müssen sie sich mit mir zufrieden geben.«

Wieder folgt ein Kichern aus den Reihen und besonders die weiblichen Zuhörerinnen widmen ihm ihre ganze Aufmerksamkeit. Ich sehe ein paar Studentinnen, die sich ihren Ausschnitt weiter herunter ziehen und eine Haarsträhne zwischen die Finger nehmen, um daran herumzudrehen. Und ich dachte, die Pubertät sei vorbei.

Ich weiß nicht, ob man es mir ansieht, aber ich bin vollkommen geschockt. Ich bemerke, dass mir der Mund offen steht und schließe ihn schnell wieder. Bradley ist Arzt? In der Uni-Klinik? Dann hat Dr. O'Malleigh ihm wohl gestern eröffnet, dass Bradley seinen Kurs übernehmen soll. Jetzt ergibt alles einen Sinn.

»Nun kurz zum Aufbau des Kurses. Heute ist nur ein allgemeiner Besprechungstermin. Ab morgen haben sie dann zweimal in der Woche einen achtstündigen Kurs im Krankenhaus. Sie werden mich bei der Anamnese begleiten, sowie auch bei Operationen und internen Meetings. Ich bin Facharzt der Orthopädie, also werden Sie bei mir vor allem mit Knochenbrüchen zu tun haben. Am Ende des Semesters werde ich dann eine Beurteilung über Sie verfassen und Ihnen eine Note geben. Gibt es irgendwelche Fragen?«

Getuschel geht durch die Reihen und schließlich zeigen einige Studenten auf. Plötzlich schaut Bradley mich an. Ich habe das Gefühl, er erstarrt kurz. Dann sagt er: »Ja. bitte.« und zeigt in meine Richtung. »Mister...?« Ich bin völlig verwirrt und spüre meinen heftigen Herzschlag, bis ich bemerke, dass Tom neben mir aufgezeigt hat.

»Bloomberg.«, antwortet Tom. Mir wird schwindelig. Um davon abzulenken, dass ich von dem Ganzen hier geschockt bin, nehme ich mein Handy aus der Tasche. Tom stellt irgendeine Frage, doch ich bekomme gar nichts mehr mit. Da fällt mir ein, dass mir nach der Nacht im Xenon eine Nachricht von einer unbekannten Nummer geschickt wurde und ich öffne sie.

»Hey, Becks. Ich bin's, Logan. Ich hoffe, es ist okay, dass ich dir schreibe. Melanie hat mir deine Nummer gegeben. Ich hab mich gefreut, dich kennen zu lernen. Hättest du vielleicht 'mal Lust auf einen Kaffee?«

Super, das hat mir gerade noch gefehlt. Als wäre ich nicht schon genug verwirrt.

»Miss...«, höre ich Bradley rufen. Dann gibt mir Tom einen Stups mit dem Ellenbogen in die Rippe.

»Aua! Hast du sie noch alle?«, brülle ich ihn an und halte mir die Hand auf die Stelle. Das tat echt weh! Dann gibt Tom mir zu verstehen, ich solle nach vorne schauen. Bradley hat die Augen auf mich gerichtet und sieht richtig... wütend aus.

»Wie ist Ihr Name?«, fragt mich Bradley mit einer eisigen Stimme.

»Becks. Ich meine...Wilson.«, antworte ich verlegen. Wieder höre ich ein Kichern von der Reihe hinter mir und ich spüre, wie mein Gesicht knallrot anläuft. Warum kann ich mich nicht wie ein normaler Mensch benehmen?

»Miss, Wilson. Wenn sie Besseres zu tun haben, können Sie auch gerne gehen.« Er klingt sauer. Richtig sauer. Dabei schaut er auf mein Handy.

»Sorry, kommt nicht wieder vor.« Das ganze hier ist doch nicht wahr. Das kann doch nur ein Alptraum sein. Ich merke, wie ich noch mehr erröte und packe mein Handy wieder in die Tasche. Im Laufe der nächsten halben Stunde stellen noch ein paar andere Studenten irgendwelche Fragen, doch ich bekomme nichts davon mit. Tausend Fragen schwirren durch meinen Kopf. Plötzlich stehen alle auf. Der Kurs ist wohl zu Ende. Hastig hebe ich mich vom Stuhl und will Tom nach draußen folgen, da höre ich Bradleys Stimme hinter mir.

»Miss, Wilson. Nicht so schnell. Auf ein Wort.«, sagt er ziemlich ernst.

Das war Kapitel 7! Was hat Bradley ihr wohl zu sagen?!

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Das war Kapitel 7! Was hat Bradley ihr wohl zu sagen?!

Stronger - Secret Love #wattys2019 #aestethicaward2020 #glitzeraward2019Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt