Nach einer Weile begeben Logan und ich uns wieder von der Terrasse ins Wohnzimmer. Ich merke den Alkohol ziemlich stark, also schütte ich mir in der Küche einen Becher voll mit Wasser. Dann gehe ich mit tapsigen Schritten zurück ins Wohnzimmer, wozu ich mich an vielen alkoholisierten Menschen vorbei zwängen muss.
Als ich bei der Couch ankomme, auf der Tom stets mit seiner Blondine sitzt, ist mein Becher schon fast wieder leer. In dem Moment, in dem Tom mich entdeckt, bilden sich kleine Lachfalten um seine stahlblauen Augen.
»Da bist du ja!«, schreit Tom durch den lauten Klang der Musik, während die Blondine mit den Augen rollt.
»Hey, Tom. Ich glaube, ich mache mich mal so langsam auf den Weg.«
Er verzieht das Gesicht so, als hätte er in eine Grapefruit gebissen.
»Jetzt schon? Es ist doch gerade erst halb eins.«, erwidert er nach einem Blick auf seine Armbanduhr. Er sieht enttäuscht aus. Wie ein kleines enttäuschtes Kind, dem gerade eröffnet wurde, dass es keine Süßigkeiten mehr essen darf.
»Ich muss doch morgen arbeiten. Morgen ist Dienstag.« Und morgen habe ich ausgerechnet die frühe Schicht ab elf Uhr bekommen.
»Na gut. Wie kommst du nach Hause?« Tom schiebt das blonde Mädchen von sich weg, steht auf und kommt auf mich zu.
»Ich rufe mir ein Taxi oder nehme ein Uber.«, antworte ich entschlossen. Die Fahrt wird zum Glück nur etwa zehn Minuten dauern, also auch nicht allzu teuer werden.
»Okay.«, erwidert Tom und kramt aus seiner Gesäßtasche sein Portemonnaie heraus. »Hier.«, sagt er und reicht mir einen Zehn-Dollar-Schein. Doch ich schüttele den Kopf.
»Nein, Tom. Ich kann selber für das Taxi zahlen.«
»Becks...«, entgegnet er und zieht eine Augenbraue hoch. Dann zieht er mich in den Flur, wo wir ungestört sind und die Musik nicht mehr ganz so laut ist. »...mach keine große Sache draus. Schließlich warst ja nur wegen mir hier. Stimmt's?«, sagt er grinsend. Seine Anspielung auf Logan versuche ich zu ignorieren.
»Stimmt. Nur wegen dir.«, antworte ich und wackele mit den Augenbrauen.
Plötzlich höre ich ein Räuspern hinter Toms Gestalt. Tom dreht sich um und ich entdecke Logan, der im Türrahmen steht.
»Hey. Haust du auch ab?«, fragt Logan mich. Erst jetzt fällt mir sein Business-Outift auf. Er trägt eine olivgrüne Hose, ein schwarzes, langärmeliges Shirt und zieht gerade einen beigen Mantel an, den er sich von der Garderobe rechts neben ihm an der Wand schnappt. Er sieht jetzt schon aus, wie ein Jurist, dabei ist er noch Student.
Toms Kiefer verspannt sich, was mich etwas beunruhigt. »Ähm...ja.«, antworte ich verunsichert. Dass ich immer noch ziemlich angetrunken bin, macht es nicht gerade besser.
»Wo willst du denn hin?«, fragt Tom sichtlich genervt. Das frage ich mich jedoch auch, schließlich wohnt Logan sowie auch Tom in dem Haus der Studentenverbindung, in dem wir uns gerade befinden.
»Ich muss noch eben ins Büro etwas erledigen.«, antwortet Logan. Mir fällt wieder ein, dass er neben dem Studium in der Kanzlei seines Vaters arbeitet. »Sollen wir uns ein Taxi teilen?«
Tom zieht seine Augenbrauen zusammen, was ich ignoriere. »Klar.«, erwidere ich schulterzuckend. Warum auch nicht? Das ist ökonomisch wie auch ökologisch effizienter. Für mich spricht also kein Grund dagegen.
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Stronger - Secret Love #wattys2019 #aestethicaward2020 #glitzeraward2019
Romance❗️Enthält erotische Szenen ❗️ Die Einserschülerin Rebecca Wilson studiert Medizin in San Francisco. Nach einer gewalttätigen Beziehung ist sie froh, in den USA neu anfangen zu können. Doch dann lernt sie den geheimnisvollen, attraktiven und wohlhab...
