Kapitel 14

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Nach der Operation wird Bradley angepiept und muss weg, sodass ich alleine zurück gehe.

Als ich aus dem OP komme, ist es bereits Mittag, also steuere ich sofort auf die Cafeteria zu, denn ich sterbe vor Hunger.

Tom sitzt mit ein paar anderen Studenten an einem Tisch, als ich mit meinem Tablett in den Händen dazu stoße. Ich habe mich für Pancakes mit Schokoladensauce entschieden und schon allein der Anblick lässt das Wasser in meinem Mund zusammenlaufen.

»Hey, zukünftige Dr. Wilson!«, begrüßt er mich. »Wie war die OP?«

»War ganz okay.«, antworte ich nickend. Irgendwie wäre es mir unangenehm zu erwähnen, dass ich eine wahrscheinliche Herzinsuffizienz bei Emily entdeckt habe. Der halbe Kurs hasst mich ja sowieso schon, weil ich direkt mit in die erste OP durfte.

»Was isst du da?«, höre ich eine weibliche Stimme. Erst jetzt fällt mir auf, dass auch Rachel am Tisch sitzt. Ich schaue sie verwirrt an. Ich meine, ist es nicht offensichtlich, was ich hier gerade esse?

»Du isst doch wohl keine Kohlenhydrate?«, sagt sie schockiert und schnalzt mit ihrer Zunge, während sie mit großen Augen auf meine Pancakes schaut, an denen die Schokoladensauce hinunter läuft. 

»Klar, wieso nicht?«, antworte ich und versuche, mich nicht aufzuregen. Was hat sie denn bitte für ein Problem?

»Sei nicht traurig, Rachel. Es kann sich nun Mal nicht jeder leisten, einfach alles zu essen und trotzdem heiß auszusehen.«, kontert Tom. Ich könnte ihn in diesem Moment einfach knutschen.

Natürlich kann ich nicht alles in mich reinschaufeln, ohne zuzunehmen, das kann niemand. Aber ich verbiete mir einfach nichts, denn dafür ist das Leben meiner Meinung nach zu kurz. Ich werde zwar nie Size Zero tragen, aber das war auch nie mein Ziel.

Früher habe ich mich super wohl in meiner Haut gefühlt, bis mein Ex daher kam. Er versuchte, mein Selbstbewusstsein vollkommen zu zerstören, damit ich für immer bei ihm bleibe und denke, kein anderer Mann würde mich je wollen.

Doch ich fühle mich mittlerweile immer wohler in meinem Körper und auch mein Selbstbewusstsein ist wieder fast vollständig repariert, wobei Tom einen großen Teil dazu beigetragen hat.

Ich hatte schon immer eine schmale Taille und dafür einen größeren Po und Oberweite. Früher, bevor ich meinen Ex traf, habe ich gar nicht groß über meine Figur nachgedacht und einfach gegessen, worauf ich Lust hatte. Und genau das mache ich jetzt auch. Und wenn ich mittags Lust auf Pancakes mit Schokoladensauce habe, esse ich sie verdammt noch mal auch, Rachel.

Rachel öffnet entsetzt ihren Mund, schließt ihn dann wieder, nur um ihn dann wieder zu öffnen. »Ach, halt doch die Klappe.«, sagt sie schließlich leise vor sich hin und pikst mit ihrer Gabel in ihrem Salat herum.

»Ich habe morgen übrigens auch eine OP.«, verkündet Tom stolz.

»Ach echt? Erzähl schon!«, dränge ich ihn begeistert und mit vollem Mund.

»Das war der zweite Patient der Visite. Wir machen eine Amputation des Unterschenkels.«

Rachel sieht sichtlich angewidert aus und verzieht ihren mit rosa Lipgloss überzogenen Mund, während sie ihre Gabel auf den Teller legt. Wie soll die jemals Ärztin werden?

»Wow, das ist heftig! Warum muss der Unterschenkel denn amputiert werden?«, frage ich interessiert.

»Knochenkrebs. Und er ist nicht mal zwanzig.«, sagt Tom etwas mitleidig. Doch dann kommt eine Gruppe junger Krankenschwestern an uns vorbei, an denen sein Blick kleben bleibt und schon ist Tom wieder der Alte.

Stronger - Secret Love #wattys2019 #aestethicaward2020 #glitzeraward2019Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt