(14) Fußgängerzone

1.2K 20 0
                                        

Ich starrte auf mein Handy, während ich durch die Fußgängerzone nach Hause lief. Sie war wie verlassen, denn es war Sonntag und somit hatten alle Geschäfte geschlossen. Nur einige Cafes waren geöffnet. Ich durchsuchte meine Fotos, in der Hoffnung etwas über letzte Nacht zu finden. Doch ohne Erfolg. Auch durch meine Nachrichten oder Sonstiges konnte ich nichts herausfinden. Mein Rücken tat weh, ich hatte eindeutig zu viel getrunken. 

Ich kam in ein Viertel, indem kaum Menschen waren. Alles hatte hier geschlossen. Plötzlich hörte ich einen lauten Schrei: "Lass mich los!". Ich schaute hoch und blieb wie angewurzelt stehen. Ich wusste sofort woher ich diese Stimme kannte. Suchend sah ich mich um. Da! Ich entdeckte Steffanie auf der anderen Seite der Fußgängerzone. Ein schwarzhaariger Mann drückte sie an die Wand eines geschlossenen Geschäftes. Außer mir war keiner da. Ohne nachzudenken ließ ich mein Handy in meiner Hosentasche verschwinden und rannte auf die beiden zu. Ich packte den Mann am Kragen und zog ihn von ihr weg. "Hast du nicht gehört? Sie sagte du sollst sie loslassen!", fauchte ich ihn an. Doch er löste seinen starken Griff nicht von Steffis Handgelenk. Stattdessen grinste er nur schelmisch zu mir hoch: "Du bist doch dieser Rapper oder? Ohne deine lächerliche Brille hätte ich dich fast nicht erkannt". Ich verschärfte meinen Griff. Wut braute sich in mir zusammen. Ich hob ihn mit beiden Händen etwas hoch. Er war viel kleiner als ich, doch dass schien ihn nicht sonderlich zu interessieren. "Verpiss dich, bevor ich dir die Zunge abschneide, du Wichser", ging ich ihn erneut an und ließ ihn verachtend los. Er grinste weiterhin und verschwand hinter der nächsten Ecke. 

Ich schaute ihm noch einige Sekunden nach, bis ich mich an Steffanie wannte, ohne sie anzusehen: "Wer war der Typ?". "Nur mein Ex", erklang es verunsichert aus ihrem Mund. Ich musterte sie eindringlich. Zitternd lehnte sie an der Hauswand. Ich merkte, dass sie Angst vor ihm hatte. "Was wollte er?", fragte ich sie und schaute ihr tief in die Augen. "Nichts, alles gut", sagte sie mit einer etwas zitternden Stimme. "Das sah nicht nach nichts aus Steffi", stellte ich ernst klar. "Volkan, du hättest das nicht tun sollen", erklang Steffanies ängstliche Stimme. So hatte ich sie noch nie gehört. "Ich musste. So geht man nicht mit einer Frau um", erklärte ich etwas angespannt, "sag mir bitte wieso er dich so bedrängt hat". "Ich kann nicht", sagte Steffi zurückhaltend. Ich merkte, dass sie litt. Tränen bildeten sich in ihren Augen. "Erpresst er dich?", fragte ich weiter. "Nein... es...", fing sie stotternd an, "ich muss los". Sie lief an mir vorbei und auf die andere Straßenseite zu. Ich schaute ihr nach und wusste, dass es keinen Sinn hatte ihr hinterher zulaufen. Ich musste in die andere Richtung, also ging ich, wenn auch misstrauisch weiter in die Richtung meiner Wohnung.  

Meet & Greet (Apache 207)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt