57~elevator music

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57~elevator music

„Ich bin sofort wieder da",sagte ich schnell zu Niall und schnallte mich ab,um dann im Laufschritt zur großen Eingangstür des Hotels zu gehen.Ich lief durch die relativ große Lobby und wartete auf einen Fahrstuhl,der mich nach oben bringen würde.Als ich bei meiner Zimmertür ankam bemerkte ich,dass ich meine Zimmerkarte im Auto liegen haben lassen muss.Ich seufzte und ging wieder zum Aufzug,fuhr nach unten,ging durch die Lobby und joggte zu Nialls Auto. „Hab meine Karte vergessen",kommentierte ich,als ich die Beifahrertür öffnete und sie kurzerhand von dem Armaturenbrett runternahm.Niall nickte und meinte,ich solle nicht hetzen. „Aber auch nicht trödeln",lachte ich und schlug die Autotür wieder sanft zu,um dann erneut in das große Gebäude zu gehen.

Der Fahrstuhl am einen Ende der Lobby schien mir recht voll und auf die andere Seite zu laufen hatte ich keine Lust,also entschied ich mich kurzerhand die Treppen zu nehmen.Also zog ich die schwere Glastür,die zum Treppenhaus führte,auf und machte mich auf den Weg.
Im 7. Stockwerk allerdings entschied ich mich,keine weiteren fünf Stockwerke in Absatzschuhen laufen zu wollen,und stellte mich deshalb vor den Aufzug und wartete darauf,dass sich,entweder links oder rechts von mir,eine Tür öffnete.Es dauerte nicht lang,bis genau dies geschah und ich in den Fahrtsuhl trat.In der Ecke stand eine weitere brünette Frau,die ich nicht weiter beachtete.
Ich wollte gerade den Knopf für das 12. Stockwerk drücken,als ich sah,dass dieser schon gedrückt war.Ich fuhr mir mit der Hand durch die Haare und wartete geduldig,bis der Fahrstuhl ankam.
In der silbernen Aufzugtür spiegelte sich schwammig das Innere des Aufzuges.Die Frau hinter mir kam mir ziemlich bekannt vor,was anscheinend auch nicht unlogisch war,wenn wir in dem gleichen Stockwerk unser Zimmer hatten.Ich seufzte und fragte mich insgeheim,warum der Fahrstuhl solange brauchte.Mein Blick wich zu der Anzeige oberhalb der Tür.Die rotleuchtenden Zahlen wiesen mich darauf hin,dass wir uns im 9. Stockwerk befanden.Ich senkte meinen Kopf wieder und sah auf meine Füße.Plötzlich hörte ich ein Niesen.Ich erschrak ein kleines bisschen,da es die Ruhe ruckartig unterbrach,sagte allerdings höflich „Bless you". „Danke",erhielt ich als Antwort.Dann erschrak ich.Danke?Deutsch?
Ich drehte mich um,mit der Vorahnung,dass mir diese Frau nicht bekannt vorkam,weil wir ein Zimmer im gleichen Stockwerk hatten,sondern weil ich mein ganzes Leben mit ihr verbracht hatte.Doch genau in diesem Moment ruckelte der Fahrstuhl schrecklich,die Lichter flackerten,bis sie noch einmal grell aufleuchteten und dann,wie bei einem Kurzschluss,plötzlich ausgingen.Der Fahrstuhl hatte genauso aufgehört sich zu bewegen.Während die Lichter flackerten hatte es einen Ruck gegeben und dann stand er still. „Verdammt",murmelte ich.
Niall wartete unten und ich steckte mit der Person,mit der ich am wenigstens gern in einem Fahrstuhl stecken würde,in einem Fahrstuhl fest.
Die Knöpfe an der einen Seite des Fahrtsuhls leuchteten zum Glück noch,sodass ich nicht komplett im dunklen war.
„Aria?",sagte Hannahs Stimme zaghaft,doch ich reagierte nicht,sondern ging ein paar Schritte zu den leuchtenden Knöpfen und drückte den roten mit der Glocke drauf.Ich ging wieder an meinen ursprünglichen Platz und wendete meinen Blick wieder stur nach vorne.
Natürlich war ich froh,sie zu sehen.Ich hätte so gern alles ungeschehen gemacht.Hätte sie gern in den Arm genommen.
Aber nein.
Sie war die jenige,die meinte,mit mir abschließen zu müssen.Sie war fertig mit mir.
Ein Handy war dafür kaputt gegangen.
Jetzt sollte sie nichts mehr von mir wollen.
Warum also,trat sie immer mehr Schritte nach vorn?
„Es tut mir leid",sagte sie mit zitternder Stimme.Ich schwieg.
Plötzlich ertönte eine Stimme: „Bitte bewahren Sie Ruhe.Wir werden uns darum kümmern,dass der Fahrstuhl weiterfährt.Dankeschön." Und dann ertönte die nervigste Fahrstuhlmusik,die ich je gehört hatte.

English Boys (1D FF)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt