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Ich ließ mich auf der Oberfläche des Sees treiben. Die ersten Sonnenstrahlen glitzerte auf dem Wasser und hüllte alles in ein magisches Funkeln.

Das schönste an den Sommerferien in Hogwarts war, dass man vollkommen allein war.

Das schreckliste an den Sommerferien in Hogwarts war, dass man vollkommen allein war.

Es wechselte immer wieder. Ich genoss es Zeit für mich zu haben. So konnte ich das letzte Jahr verarbeiten. Zum Glück blieben nur sehr wenige Tage von dem Vorfall mit Snape und dem Start der Sommerferien. Er hatte versucht sich bei Lily zu entschuldigen, aber keine Chance. Er hatte sich die Möglichkeit mit ihr befreundet sein damit endgültig verspielt.

So viel Zeit allein zu sein, half mir dabei meinen Ruhevorrat wieder aufzufüllen. Ich hatte im vergangenen Jahr mehrmals von einer Explosion gestanden. Das war schlecht. In Beauxbatons hatte ich es besser unter Kontrolle gehabt, abgesehen von dem einen Mal. Gonnie meinte, es sei so weil ich mir hier stärkere Verbindungen aufgebaut hatte. Es war leichter sauer oder zu traurig zu werden, wenn einem die Menschen wirklich am Herzen lagen. Das taten sie hier, aber nicht in Frankreich.

Es machte also auf jeden Fall Sinn, was sie sagte und die Zeit allein half mir meine Ruhe aufzufüllen und mich von allen negativen Gefühlen zu befreien.

Man hatte mich eingeladen eine Weile bei den Evans zu bleiben und auch bei den Potters, aber so sehr ich mich darüber freute, hatte ich trotzdem abgelehnt. Ich hatte ihnen versprochen sie alle einmal zu besuchen, aber meinte, ich wollte die Ferien mit Aberforth verbringen. Es stimmte auch zum Teil. Ich war mehrmals zu ihm gegangen, aber ich hatte gespürt, dass ich Zeit brauchte, um im nächsten Jahr nicht die Kontrolle zu verlieren.

Ich hatte Lily besucht und sie hatte alles überraschend gut überwunden. Petunia war nicht sonderlich begeistert darüber mich zu sehen, aber das war uns egal. Wir gingen ins Kino, denn ich war in den Weihnachtsfeiern wirklich auf den Geschmack gekommen und verbrachten auch sonst einen wunderschönen Tag.

Auch Marlene traf ich. Sie hatte mich mit zu einer Geburtstagsparty von einem Freund mitgenommen. Der Abend hatte toll angefangen, aber ich war nicht lange geblieben, weil Marlene sich irgendwann nur noch mit so einem Kerl beschäftigt hatte. Ich war ihr deshalb nicht böse, aber da ich auch sonst niemanden kannte, hatte ich lieber den Heimweg angetreten.

Alice verbrachte ihre Ferien bei Frank und Peter bei Verwandten, irgendwo in Wales.

Die größte Überraschung erfuhr ich als ich James besuchen kam, denn nicht er war es, der mir die Tür öffnete, sondern Sirius. Man hatte ihn übel zugerichtet. So war sein Körper von mehreren Blutergüssen und einem blauen Auge überzogen, was dazu geführt hatte, dass die Potters ihn bei sich aufnahmen. Sirius würde nicht zurück zu seinen Eltern gehen. Nie wieder. Auch Remus war an diesem Tag bei den Potters. Sie hatten ihm nachts eine Eule geschickt als Sirius aufgetaucht war und er war sofort gekommen.

Wir verbrachten einen schönen Tag zusammen und schafften es auch Sirius auf andere Gedanken zu bringen. Immer wieder nahm ich ihm ein wenig seines Schmerzes ab. Nie viel, damit es nicht sonderlich auffiel und auch damit ich die Kontrolle behielt. Hier konnte ich nicht so schnell in den See rennen, um das Feuer zu löschen. Doch als ich mich verabschiedete sahen seine Verletzungen schon etwas besser aus, aber ich hatte es vor allem geschafft ihm den Schmerz weitestgehend zu nehmen, auch wenn die Wunden optisch noch da waren.

Jetzt blieben aber nur noch wenige Stunden bis alle Schüler zurück nach Hogwarts kamen und ich freute mich darauf, auch wenn es zur selben Zeit ein wenig Angst machte. Die Vorfreude war allerdings stärker.

Ich vermisste es ja schon, dass die Mädels in ihren Betten lagen und ich rausschleichen musste, um sie nicht zu wecken.

Als die Sonne vollständig aufgegangen war, schwamm ich zurück ans Ufer. Eine Sache, die ich nicht vermisste war, dass ich entspannt das Wasser verlassen konnte, ohne mich darauf konzentrieren zu müssen, nicht automatisch zu trocknen. Es war schon sehr praktisch.

Ich ließ mir viel Zeit und schlenderte langsam über das Gelände. Ab morgen würden sich hier wieder überall Menschen tummeln.

„Freust du dich auf deine Freunde, Lina?", fragte Gonnie als die mir über den Weg lief.

„Ja, klar." Ich lächelte sie an. „Und du auf die Erstklässler?"

Gonnie lachte auf. „Ich glaube du freust dich mehr als ich."

„Ach komm, gib es zu: auf die Wetten freust du dich oder etwa nicht?", fragte ich grinsend.

„Ich weiß gar nicht wovon du sprichst."

„Ja, ja, ich weiß schon.", erwiderte ich. „Ich weiß nichts von euren Wetten."

„Ich auch nicht.", stimmte sie grinsend zu. „Aber ich muss jetzt auch weiter."

„Alles klar!", verabschiedete ich mich lächelnd von ihr. „Wir sehen uns später!"

Eisphönix (Harry Potter - Rumtreiber - FF)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt