„Lina!" Remus kam strahlend aus dem Honigtopf gelaufen. „Wie schön dich zu sehen! Kann ich dich begleiten? Ich hab meinen Schokoladen-Vorrat wieder aufgestockt, aber James und Peter bleiben immer stundenlang im Honigtopf. Normalerweise gehe ich dann mit Sirius wo anders hin, aber der ist ja gerade anderweitig beschäftigt..."
Ich konnte nicht anders, als bei diesen Worten zu grinsen. Sirius und Marlene hatten sich gleichzeitig zu einer Verabredung eingeladen. Dadurch hatte sich die Antwort natürlich auch erledigt. Sie wollten beide auf ein Date gehen. Ich hoffte so sehr, dass es gut laufen würde. Es war immer etwas albern das zu sagen, aber ich konnte mir die beiden sehr gut zusammen vorstellen. Sie würden ein gutes Paar abgeben und sich gegenseitig helfen.
„Wo willst du eigentlich hin?"
„Ich wollte Aberforth besuchen."
„Oh!" Remus Lächeln erstarb für einen kurzen Moment. „Dann vergiss es. Ich will euch nicht stören!"
„Ach was! Du kannst gerne mitkommen, wenn du willst!", erwiderte ich. „Also fühl dich nicht gezwungen. Ich kann verstehen, wenn du wenig Lust hast... Der Eberkopf wäre jetzt auch nicht unbedingt der Ort, an dem ich gerne Zeit verbringen würde, wenn ich nicht Aberforth besuchen wollen würde... Aber wenn du Lust hast, kannst du sehr gerne mitkommen!"
„Bist du dir sicher? Ich will euch wirklich nicht stören..."
„Absolut sicher!" Ich hakte mich bei Remus unter und setzte meinen Weg fort. „Wir müssen auch nicht lange bleiben. Wir können ja danach noch in den Drei Besen und zusammen ein Butterbier trinken!"
„Das wäre sehr schön!"
Im Lokal saß nur eine Person. Man konnte unmöglich sagen, ob es ein Mann oder eine Frau war, vielleicht war sie noch nicht einmal ein Mensch. Das einzige was man sah war der Stoff eines riesigen Umhanges.
„Hey Aberforth!", begrüßte ich ihn, aber ohne ihn zu umarmen. Seit ich ihm von dem Gerücht damals erzählt hatte, mochte er es noch weniger, wenn andere sahen wie wir uns umarmten.
„Schön dich zu sehen!" Bei diesem Worten nahm er allerdings keine Sekunde den Blick von Remus. „Wer ist das?"
„Das ist Remus.", stellte ich ihn vor.
„Wenn du Lina das Herz brichst, dann bekommst du Ärger, Kleiner! Haben wir uns verstanden?"
„Aberforth!", rief ich entsetzt. „Was ist denn in dich gefahren?!"
„Ich will dich nur beschützen, Lina!"
„Das brauchst du nicht! Erst recht nicht vor Remus!"
„Natürlich." Remus erwiderte Aberforth ernsten Blick. „Ich würde Lina niemals absichtlich verletzen, Sir. Ich würde alles tun, um sie zu beschützen."
„Der gefällt mir, Lina. Hast dir einen Guten ausgesucht!" Aberforth nickte anerkennend, während ich spürte wie mir das Blut in die Wangen schoss.
„Allerdings sind Lina und ich nicht zusammen. Wir sind... nur Freunde.", berichtete Remus und setzte sich auf den Barhocker.
Aberforth grummelte etwas unverständliches vor sich hin, während er zwei Flaschen Butterbier auf den Tresen stellte.
„Vielen Dank, Sir."
„Was gibt's neues bei dir?", fragte ich und trank einen Schluck. „Irgendwas aufregendes passiert? Spannende Gerüchte aufgeschnappt?"
„Nichts was für deine Ohren bestimmt wäre. Das weißt du doch."
Ich verdrehte die Augen. „Es war ein Versuch wert."
„Wie sieht es denn bei euch im Schloss aus? Machen die Lehrer Ärger?"
„Ist eigentlich alles wie immer, oder was denkst du, Remus?"
Er zuckte mit den Schultern. „Außer, dass sie ständig davon reden, dass wir lernen sollen, weil die UTZ anstehen, aber das ist eigentlich genauso wie damals bei den ZAGs."
„Ich erinnere mich..." Aberforth schüttelte den Kopf. „Macht euch nur nicht zu viel Stress. Es gibt wichtigeres als gute Noten."
Die Gestalt unter dem Umhang stand auf, grunzte und warf einige Münzen auf den Tisch, ehe er verschwand. Aberforth ging hin um das Geld zu holen.
„Willst du deinen Umhang eigentlich nicht ausziehen?", fragte ich Remus.
Er schüttelte den Kopf. „Ehrlich gesagt ist mir etwas frisch..."
„Das Fenster dort war den ganzen Morgen offen." Aberfoth zeigte nach rechts. „Jemand hat einen Zauber drauf gelegt, dass man das Fenster nicht schließen konnte. Dumme Streiche..."
Ich überprüfte noch einmal, ob wir wirklich alleine waren und hob dann meine Hand in die Luft. Ich zeichnete einen langsamen Kreis um mich herum und spürte wie die Magie des Feuers sich im Raum ausbreitete. „So gut?"
„Absolut perfekt, ja!" Remus zog seinen Umhang aus und legte ihn neben sich auf den Hocker.
Aberforth stattdessen starrte mich mit gerunzelter Stirn an. „Was war das denn?"
„Oh, hab ich das gar nicht erzählt?" Ich fuhr mir durch die Haare. „Ich trainiere seit einigen Monaten meine Kräfte und bin echt gut darin geworden. Albus hatte die Idee, dass ich das im Raum der Wünsche machen könnte, ohne jemanden in Gefahr zu bringen."
„Er hat es dir also endlich erzählt! Na, Merlin sei Dank!" Aberforth schüttelte den Kopf. „Ich habe ihm schon von Anfang an gesagt, dass er dir davon erzählen soll. Du hattest das Recht es zu erfahren!"
„Warte, was? Wovon genau sprechen wir jetzt? Wer hat mir was erzählt?"
„Albus von der Prophezeiung.", antwortete er, als wäre das das Offensichtlichste auf der Welt.
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Eisphönix (Harry Potter - Rumtreiber - FF)
FanfictionEin Mädchen, in dem viele Geheimnisse schlummern. Ein Mädchen, das sich vor der Welt versteckt. Ein Mädchen, das grauenhafte Dinge erlebt hat. Ein Mädchen, in dem die Macht steckt die Welt in Schutt und Asche zu verwandeln. Ein Mädchen, das Angst...
