„Das ist die beste Idee des Jahrhunderts!", rief ich und wirbelte Lily herum.
„Schon gut, schon gut!", gab sie lachend zurück.
Als ich sie wieder absetzte, stellte ich belustigt, wenn auch etwas traurig fest: „Früher wäre James grün vor Eifersucht geworden, weil ich dich berührt habe."
„Diese Zeiten sind vorbei.", bemerkte Lily.
James und Lina standen direkt neben uns, aber zeigten keinerlei Reaktion.
„Ich frage mich, ob ein Teil von ihm noch immer weiß, wie sehr er dich liebt..."
„Wie meinst du das?", fragte Marlene und runzelte die Stirn.
„Wenn Lily zum Beispiel jemanden anderen küssen würde, denkt ihr, James würde eifersüchtig werden?", erläuterte ich meine Worte. „Wenn der echte James immer noch da ist, müsste er dann nicht eifersüchtig werden? Liebestränke gaukeln einen doch Liebe vor, aber lassen sie auch echte Liebe verschwinden? Eigentlich nicht, oder? Sie bewirken, dass du denkst, dass du jemanden anderen viel mehr liebst, aber die Liebe an sich verschwindet nicht... Das müsste doch heißen, dass wenn James wirklich eifersüchtig wird, wie wenn Lily eben jemanden küssen würde, dann müsste er doch reagieren oder nicht? Und vielleicht würde ihn das ein wenig aus dieser Trance wecken, wisst ihr was ich meine?"
„Das macht schon Sinn.", stimmte Marlene mir zu. „Das sollten wir vielleicht morgen mal mit Slughorn und Pomfrey bereden."
„Es gibt eine schnellere Methode um das zu überprüfen.", warf Lily ein.
„Ja? Welche?", fragte ich, als sie schon auf mich zu kam und mich küsste. Mein Körper erstarrte. Ich hatte schon viele Mädchen geküsst, auch schon viele in Hogwarts, aber die einzige, von der ich niemals geglaubt hatte, dass ich sie jemals küssen würde war Lily Evans. Jeden, aber nicht sie. Sie war Tabu. Das konnte ich James nicht antun. Selbst darüber nachzudenken war für mich nie in Frage gekommen.
Allerdings hatte sie recht. So würden wir meine Theorie untersuchen können. Wahrscheinlich gab es keinen besseren für diesen Job. Er würde eifersüchtig werden, weil Lily einen Typen küsst und er wäre unglaublich wütend, weil ich es wagte dieser Typ zu sein.
Ich legte meine Hände auf ihren Rücken und gab mich den Kuss hin. Um uns herum brach Tumult aus und ich hörte Marlene wie sie James und Lina auf uns aufmerksam machte, doch als wir uns schweratmend voneinander lösten, sah James uns zwar an, aber reagierte nicht weiter darauf. Stattdessen setzte er sich auf die Bank und zog Lina auf seinen Schoß.
Lilys Wangen hatten sich rosa gefärbt und sie wich meinen Blick aus. „Sorry, aber wenn es funktioniert hätte, dann wollte ich es so schnell wie möglich beenden..."
„Du bist die erste, die sich bei mir entschuldigt hat, weil sie mich geküsst hat.", erwiderte ich kopfschüttelnd. „Du solltest dich nicht entschuldigen. Mir tut nur leid, dass es nicht geklappt hat."
„Das was du sagtest macht schon Sinn.", meinte sie. „Wahrscheinlich hat er mich gar nicht wirklich geliebt."
„Das hat er, Lily. Vertrau mir an dieser Stelle einfach. James liebt dich wirklich."
„Es hat aber nicht geklappt."
„Das heißt nur, dass unsere Idee nicht funktioniert hat.", widersprach ich. „Die vorgegaukelte Liebe ist einfach stärker als wir dachten..."
Zusammen liefen wir zurück zu Peter, Remus, Alice und Frank, sodass wir auch schön weit entfernt von James und Lina saßen.
„Was war das denn eben?", wollte Remus sofort wissen. „Sagt jetzt nicht, dass ihr jetzt auch noch unter einem Liebestrank steht."
„Nein, nein!", versicherte ich schnell. „Es war nur ein Experiment."
„Na Merlin sei Dank!", stieß Peter aus. „War es denn erfolgreich?"
Lily schüttelte den Kopf. „James hat kein bisschen reagiert..."
„Wir müssen also weiterhin darauf hoffen, dass Slughorn und Pomfrey bald einen Durchbruch erzielen und das besser früher als später!", zog ich das Fazit aus der Geschichte.
„Leider hast du recht."
„Aber immerhin bleibt er uns für die nächsten Nächte erspart.", erinnerte ich mich und lächelte bei diesem Gedanken. Ich warf Frank einen Blick zu. „Danke, Mann! Ohne dich wäre das nicht möglich gewesen."
„Ach, ich werde jetzt nicht so tun als würde ich ein Opfer bringen." Meinte er lachend und gab Alice einen Kuss auf die Wange. „Ich freu mich, wenn Alice bei mir ist."
„Seht, das ist eine Liebesbekundung für die Öffentlichkeit!", stellte Lily fest und zeigte auf das glückliche Paar. „Ihr macht es richtig! Ihr küsst euch hin und wieder, haltet Händchen und sonst was, aber ihr könnt euch trotzdem wie zivilisierte Menschen unterhalten!"
Alice Wangen färbten sich rosarot. „Hoffen wir einfach, dass dieser Alptraum bald vorbei ist!"
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Eisphönix (Harry Potter - Rumtreiber - FF)
FanfictionEin Mädchen, in dem viele Geheimnisse schlummern. Ein Mädchen, das sich vor der Welt versteckt. Ein Mädchen, das grauenhafte Dinge erlebt hat. Ein Mädchen, in dem die Macht steckt die Welt in Schutt und Asche zu verwandeln. Ein Mädchen, das Angst...
