„Geht es dir eigentlich gut?", fragte ich, aber beantwortete mir die Frage selbst, in dem ich nach seiner Hand griff.
„Das ist doch mein Text."
„Du hast Schmerzen.", stellte ich fest. „Wann ist Vollmond?"
„Morgen."
Ich schloss die Augen und zog den Schmerz aus ihm heraus. Mit zusammengebissenen Zähnen ertrug ich den Schmerz bis er wenige Sekunden später nachließ.
„Das hättest du nicht tun müssen, Lina." Remus lächelte mich an. „Ich will nicht, dass du meine Schmerzen spürst."
„Das ist doch ein guter Tausch. Du müsstest sie stundenlang ertragen, ich nur wenige Sekunden."
„Trotzdem. Das ist mein Schicksal, nicht das deine."
„Du sagtest, dass du mich nicht leiden sehen möchtest." Ich strich über sein Gesicht. „Ich möchte dich auch nicht leiden sehen, Remus. Du tust so viel für mich, dann kann ich dir doch auch etwas zurückgeben."
„Du gibst mir viel mehr als ich dir."
„Das stimmt nicht." Wir waren uns ganz nah. Ich spürte seinen Atem auf meinem Gesicht.
„Natürlich stimmt das. Ich...", er unterbrach sich selbst.
Ich schluckte und senkte unsicher den Blick. „Ich... Darf ich mitkommen? Ich würde morgen gerne mitkommen."
„Was? Wieso?" Aus dem Augenwinkel sah ich, wie er den Kopf schüttelte. „Das ist viel zu gefährlich!"
„Es ist nicht gefährlicher für mich als für James, Sirius und Peter. Ich kann mich ebenfalls in ein Tier verwandeln, wie du weißt. Tatsächlich ist es für mich noch sicherer. Ich bin mächtiger als sie. Ich könnte mich im Notfall besser verteidigen. Auch wenn es dazu nicht kommen wird."
„Lina, ich will nicht, dass du verletzt wirst."
„Das werde ich schon nicht." Ich lächelte ihn an. „Bitte, lass mich mitkommen."
„Lina, ich... Ich weiß nicht... Was wenn du doch verletzt wirst?"
„Bitte, Remus. Ich möchte deine Zustimmung." Ich trat ein Schritt zurück. „Aber mir ist es ernst, dass ich dabei sein will. Ich werde mitkommen."
„Es ist also egal, was ich sage?"
„Nein, es ist nicht egal." Ich schüttelte den Kopf. „Ich möchte, dass du ja sagst."
„Aber du kommst auch mit, wenn ich nein sage?"
„Vielleicht.", gestand ich. „Bitte sag ja."
„In Ordnung, aber unter einer Bedingung."
„Was für eine Bedingung?"
Er seufzte. „Wenn es gefährlich wird. Sobald auch nur die geringste Gefahr droht, dass du verletzt wirst, verschwindest du."
Ich öffnete den Mund, um zuzustimmen, aber ich konnte es nicht.
„Also nein?"
„Wenn Gefahr droht, dann werde ich auf mich aufpassen, aber wenn du oder auch einer der anderen, meine Hilfe brauchst, dann werde ich bleiben und alles in meiner Macht stehende tun, um zu helfen."
„Ich befürchte, dass ich nicht mehr von dir verlangen kann."
„Das ist richtig." Ich lächelte ihn an. „Das ist dann also ein Ja."
„Ja, das ist ein Ja." Er strich mir eine Strähne hinters Ohr. „Aber bitte, pass auf dich auf. Ich könnte es nicht ertragen, wenn du verletzt wirst."
„Versprochen." Ich hakte mich bei ihm unter. „Wir sollten in den Gemeinschaftsraum. Es wird Zeit."
„Gehe ich recht in der Annahme, dass wir einen Abstecher in die Küche machen müssen?"
Kichernd nickte ich. „Ich würde es ja gerne abstreiten, aber ich hab wirklich hunger!"
„Alles andere hätte mich auch gewundert."
Lachend versetzte ich ihm einen leichten Stoß mit dem Ellenbogen. „Haha. Sehr witzig! Ich kann doch auch nichts dafür, dass ich das Essen verbrenne! Wortwörtlich."
„Ein bisschen witzig ist es schon."
Ich verdrehte die Augen, aber lachte trotzdem.
„Ich bin froh dich lachen zu hören."
„Dank dir."
„Ist das so?"
„Natürlich." Ich lächelte ihn an. „Du bist der einzige, der mich wahrhaftig zum Lachen bringen kann zurzeit. Wenn ich bei dir bin, dann fühle ich mich frei. Dann habe ich keine... oder sagen wir: weniger Angst vor der Zukunft. Ich fürchte mich vor der Prophezeiung, aber du hilfst mir."
Sein Lächeln wurde breiter. „Ich würde gerne mehr machen."
„Du machst schon mehr als genug, Remus."
„Aber du hast immer noch Angst. Du bist traurig und wütend." Er seufzte. „Ich weiß, dass du das nicht hören möchtest und ich will dich ganz sicher nicht dazu drängen mit ihm zu sprechen. Ich verstehe, dass du das nicht willst, aber Dumbledore kam vorhin zu mir und hat mich gebeten dir auszurichten, dass er gerne mit dir sprechen würde."
„Du hast recht. Das will ich nicht hören."
„Aber ich musste es dir wenigsten sagen."
„Ich weiß. Du bist nur der Bote. Du kannst nichts dafür."
Die Vollmondnacht erfolgte ohne Schwierigkeiten. Die Jungs waren überrascht gewesen, als sie mich sahen, aber sagten nichts dagegen. Es war seltsam Remus als Werwolf zu sehen, aber er war immer noch derselbe. Ich hatte nichts anderes erwartet, aber er hatte sich davor gefürchtet, was ich denken könnte, wenn ich ihn so sah. Das hatte ich damals gesehen, als ich ihn geheilt hatte, aber er war immer noch die wundervollste Person, die ich kannte. Es war ganz egal, ob er ein Werwolf war oder nicht. Er war immer noch dieselbe intelligente, freundliche Person mit dem riesigen Herzen, die mich besser zu verstehen schien als jeder andere.
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Eisphönix (Harry Potter - Rumtreiber - FF)
FanficEin Mädchen, in dem viele Geheimnisse schlummern. Ein Mädchen, das sich vor der Welt versteckt. Ein Mädchen, das grauenhafte Dinge erlebt hat. Ein Mädchen, in dem die Macht steckt die Welt in Schutt und Asche zu verwandeln. Ein Mädchen, das Angst...
