„Lina, wie geht es dir?"
Ich verdrehte die Augen. „Remus, hör auf dir Sorgen um mich zu machen."
„Du sprichst nicht mit mir und ich bezweifle, dass du mit irgendjemand anderen darüber sprichst. Außerdem lächelst du weniger."
„Ich lächle weniger, weil ich nicht mehr dazu gezwungen bin. Du hast doch damals gesagt, dass ich aufhören soll zu lächeln, wenn ich mich nicht danach fühlte. Genau das kann ich jetzt, weil ich schlechte Laune zulassen kann, ohne Angst zu haben, dass irgendjemand verletzt wird."
„Das konntest du die letzten Wochen auch schon, aber du lächelst so gut wie gar nicht mehr und wenn du lächelst, dann ist es nicht echt." Er hielt mich am Handgelenk fest und hinderte mich daran weiterzulaufen. „Habe ich nicht recht?"
Er hatte recht. Natürlich hatte er das. Ich hatte keinen Grund zu lächeln. In mir herrschte ein unentwegter Kampf. Ich war wütend, hasste Albus dafür, dass er es mir verschwiegen hatte und zornig darüber, dass mein Schicksal scheinbar schon vorgeschrieben war. Es war eine schlimme Vorstellung, dass ich nichts tun konnte. Dass egal, was ich tat, ich zu diesem einen bestimmten Punkt kommen würde, an dem ich eine Entscheidung treffen müsste und wohl das Schicksal aller Menschen in der Hand hatte. Zumindest wenn ich tatsächlich über Sieg oder Niederlage von Voldemort entscheiden würde. Zur selben Zeit hatte ich eine unglaubliche Angst davor. Wie sollte ich das hinbekommen? Ja, ich hatte meine Kräfte mittlerweile unter Kontrolle. Besser als ich es je für möglich gehalten hätte. Ich war aber enttäuscht, weil Albus er mir verheimlicht hatte. Hatte er das gemacht, weil er mich für zu schwach hielt? Dachte er, ich würde mich falsch entscheiden? Was hatte er sich dabei gedacht?
„Sieh mich an, Lina.", bat er und legte seine Finger unter mein Kinn, um mein Kopf zu heben. „Bitte, Lina, sprich mit mir. Dir geht es nicht gut und ich kann mir das nicht mit ansehen. Ich kann nicht mitansehen, wie du leidest! Bitte, ich mach mir doch nur Sorgen um dich!"
„Ich weiß. Remus, du hast recht. Ich rede mit keinem darüber. Wenn dann würde ich mit dir reden, aber ehrlich, ich will das nicht. Das ändert nichts." Ich sah ihm in die Augen. „Was könntest du tun? Es gibt eine verdammte Prophezeiung, die sagt, dass ich über Sieg oder Niederlage von du-weißt-schon-wen entscheiden werde! Ich weiß nicht wann, ich weiß nicht wie, aber es kommt auf mich zu. Es ist unmöglich dieses Ereignis aufzuhalten, egal wie viel oder wenig ich darüber spreche! Ich hoffe nur, dass ich es erkenne, wenn es soweit ist und dass ich die richtige Entscheidung treffe. Das ist alles. Du kannst nichts daran ändern und ich höre nicht auf darüber nachzudenken, aber wenn ich darüber spreche, dann tut er nur noch mehr weh, weil ich noch aktiver darüber nachdenke und das will ich einfach nicht! Es tut mir leid, dass du dir ansehen musst, wie ich unglücklich bin, aber wenn du mich zwingst darüber zu reden, dann leide ich noch viel mehr."
Ohne ein Wort zu sagen, zog er mich zu einer Umarmung ran. Ich vergrub mein Gesicht an seiner Brust und ließ zum aller ersten Mal die Tränen raus.
Er drückte mich fest und strich langsam über mein Rücken. „In Ordnung Lina. Ich will nur, dass es dir gut geht."
Ich schluchzte und murmelte in seine Brust: „Du hattest recht. Das tat gut. Es tut mir leid, dass dich angeschrien habe."
„Schon okay, Lina." Ich spürte wie er mir einen Kuss auf den Kopf drückte. „Ich will doch nur dein Bestes."
„Danke, Remus."
„Du musst Fragen haben..."
Seine Brust summte als er lachte. „Was für Fragen? Etwa darüber, dass du gerade gesagt hast, dass du du-weißt-schon-wen besiegen wirst? Wieso sollte ich denn?"
Ich lachte auf. „Stimmt, dumme Feststellung."
Er hob meinen Kopf und wischte mir die Tränen aus dem Gesicht. „Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie froh ich bin dein Lachen zu hören. Ich hab es vermisst."
„Es tut mir leid..."
„Hör auf dich zu entschuldigen!" Er gab mir einen Kuss auf die Stirn. „Mir tut es leid, dass ich dich zwingen wollte..."
„Du wolltest nur mein Bestes und du hattest sogar recht. Es tat gut." Der Knoten in meiner Brust hatte sich etwas gelockert. „Danke."
„Wie wäre es denn damit?", schlug er vor. „Du hörst auf dich zu entschuldigen und ich auch."
„Einverstanden!" Ich warf einen Blick auf meine Uhr. „Verdammt ich muss los! Mein Beratungsgespräch fängt gleich an!"
„Ich begleite dich." Er legte seinen Arm um mich und zusammen liefen wir los.
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Eisphönix (Harry Potter - Rumtreiber - FF)
FanficEin Mädchen, in dem viele Geheimnisse schlummern. Ein Mädchen, das sich vor der Welt versteckt. Ein Mädchen, das grauenhafte Dinge erlebt hat. Ein Mädchen, in dem die Macht steckt die Welt in Schutt und Asche zu verwandeln. Ein Mädchen, das Angst...
