Brav willigte ich ein. Eine andere Wahl wäre mir sowieso nicht geblieben. Doch seine Anforderungen verunsicherten mich etwas. Sie klingen wirklich sehr hart. Vor allem die Sache mit meinen Augen machte mich mulmig. Er wollte sie entfernen, damit sich mein Sharingan nicht erwecken kann.
„Vielleicht werden deine Augen irgendwann wieder so leuchten wie damals", sagte er etwas versunken und beugte sich langsam zu mir. Vorsichtig setzte er seine kalte Hand an meinen Kinn an und zog mein Gesicht nach oben. Seine blasse Haut und sein schneeweißes Haar beeindruckten mich immer noch. Manchmal frage ich mich, wie es nur so weit kommen konnte? Diese Welt ist grausam.
„Wie auch immer...", murmelte er leise und biss sich auf seine etwas spröde Unterlippe. Er war plötzlich so anders. Als hätte er sich an die alten Zeiten erinnert. Ob er wohl etwas für mich empfunden hatte? Ich wollte nicht glauben, dass ich mir das nur eingebildet habe. Es kann doch nicht wahr sein, dass ich so naiv war, oder? „Ich muss dann gehen. Lern bitte soviel wie möglich in kurzer Zeit. Denn deine Fortschritte bestimmen deine Freiheit", gab er hastig von sich und rappelte sich auf. Wie immer nickte ich brav. Doch meine Gedanken befanden sich an einen ganz anderen Ort.
Ich erinnerte mich an den strahlenden und erfrischenden Fluss. Tobirama und ich hatten sehr viel Spaß. Fleißig wie immer trainierte er auf dem Wasser. Mir war natürlich schon lange bewusst geworden, dass er ein Ninja war. Dümmlich wie ich war, verdrängte ich diesen Fakt und wollte einfach nur glücklich sein. Damals war er noch viel kleiner und schwächer. Er hatte nicht so viele Muskeln wie heute. Heimlich kaufte ich von meinem schwer verdienten Taschengeld ein kleines Sandwich und schenkte es ihn. Er war nach seinen intensiven Training immer sehr hungrig und deshalb wollte ich ihm einen Gefallen tun. Jedes Mal freute er sich wie ein kleines Äffchen. Lächelnd beobachtete ich ihm und wusch dabei einen Korb mit blutverschmierter Wäsche meiner Familie. Tobirama erzählte ich immer wir hätten eine Metzgerei zuhause. Denn ich wollte um jeden Preis verhindern, dass er die Wahrheit meiner Herkunft erfährt. Niemals sollte der Name Uchiha fallen.
„Du bist echt ein Schatz", gab er lächelnd von sich und setzte sich mit seinem nassen Körper neben mich. Gierig biss er in das weiche Brötchen und verschlang es. Auch mein Magen grummelte fürchterlich. Doch ich wollte ihm nicht darauf ansprechen. Das Essen gehört nur den Mann. So wurde mir das beigebracht.
Wenn ich früher nicht genug essen für uns alle auftreiben konnte, musste meine Mahlzeit ausfallen. Vater schlug mich immer dafür und zur Strafe musste ich der gesamten Familie beim verspeisen ihres Festmales zusehen. Wenn etwas übrig blieb hatte ich Glück und durfte es nehmen.
Glücklicherweise hatte ich zwei sehr verständnisvolle und mitfühlende Brüder. Madara und Izuna aßen nie ganz auf, damit ich nicht hungern musste. Irgendwie vermisse ich die beiden sehr.
DU LIEST GERADE
Who are you?
Romance„Eine Uchiha und ein Senju werden niemals eine gemeinsame Zukunft haben", flüsterte ich deprimiert und blickte in seine tiefgründigen, roten Augen. --- Don't like it? Don't read it. --- Eine Geschichte basierend auf „Naruto Shippuden" von Kishimoto...
